Schon vor Jahren kochte das Thema auf, jetzt sorgt der Kommandantenwechsel dafür, dass die Feuerwehrführung in Donaueschingen auf eine professionelle Basis gestellt wird. Professionell heißt in diesem Fall nicht, die Art und Weise, wie die feuerwehrspezifischen Tätigkeiten verrichtet werden, sondern wie sich dieser Einsatz im Berufsleben widerspiegelt. Wenn nämlich der 50 Jahre alte Gerd Wimmer vermutlich im Herbst den 64 Jahre alten Edgar Schiesel in der Funktion als Gesamtkommandanten ablöst, dann liegt zwischen den beiden nicht nur eine halbe Generation, sondern ein ganz anderes Dienstverhältnis. Während Schiesel, der aus Altersgründen gar nicht mehr kandidieren dürfte, seine Funktion ehrenamtlich ausübt, wird Wimmer zum hauptberuflichen Feuerwehrchef befördert.

In Mönchweiler bleibt er Kommandant

Vier Jahre lang hatte Wimmer als stellvertretender Gesamtkommandant die Möglichkeit, sich mit Führungsaufgaben zu befassen. In seinem Verantwortungsbereich lagen die Bereiche Ausrüstung, Aus- und Weiterbildung und Beschaffung. Künftig wird er sich auch um die Abschnitte Verwaltung und Personal kümmern, die derzeit noch bei Schiesel liegen. Wimmer lebt in Mönchweiler, wo er gegenwärtig auch noch das Amt des Feuerwehrkommandanten bekleidet. Angesichts der neuen Aufgaben werde sich das ändern. Mit seinen beiden Stellvertretern in der Mönchweiler Wehr sei die künftige Rolle in Donaueschingen besprochen und Entlastung avisiert. Ende 2021 werde er turnusmäßig das Kommando in Mönchweiler niederlegen.

Bundesweit als Ausbilder tätig

Wimmer freut sich auf seine neuen Aufgaben in Donaueschingen. „Die Stadt passt und deren Größe auch.“ Neben seinen Führungsfunktionen in Donaueschingen – hier ist er bereits hauptamtlicher Gerätewart – und in Mönchweiler ist Wimmer auch Ausbilder der Atemschutzträger im Landkreis und bundesweit als Ausbilder in der Realbrand-Ausbildung tätig.

Das könnte Sie auch interessieren

„Bei dieser Größenordnung und der Menge der Leute ist eine hauptberufliche Leitung eigentlich unumgänglich“, sagte Wimmer weiter. Nach zwei Dritteln seines Arbeitslebens freue er sich auf die neue Herausforderung. Nachdem Vorschriften, Auflagen und Aufgabenbereiche enorm zugenommen hätten, sei die Professionalisierung logische Konsequenz.

Schon 2015 in der Diskussion

In der Tat stand die Wehr bereits im Jahr 2015 an dieser Schwelle. Damals löste Edgar Schiesel Markus Dold nach zweijähriger Amtszeit an der Spitze der Wehr ab. Beim damals 59-Jährigen begünstigte ein Sonderfall die Übernahme der höheren Verantwortung. Weil er sich in Altersteilzeit befand, kündigte er an, er könne sich in seiner – ohnehin auf eine einzige Amtszeit beschränkte Amtsperiode – voll und ganz auf die Tätigkeit des Kommandanten konzentrieren. Das Thema Professionalisierung schrieb Schiesel aber schon der damaligen Versammlung ins Stammbuch. In den nächsten fünf Jahren müsse die Stelle eines hauptamtlichen Kommandanten geschaffen werden, den selbst kleinere Kommunen in der Region bereits beschäftige. Die anfallende Arbeit übersteige einfach das, was man als Ehrenamtlicher neben einem Vollzeitjob stemmen könne.

Edgar Schiesel vor zwei Monaten bei einer Feuerwehrprobe nach dem Umbau des Hotels Öschberghof
Edgar Schiesel vor zwei Monaten bei einer Feuerwehrprobe nach dem Umbau des Hotels Öschberghof | Bild: Wursthorn, Jens

Im Jahr 2018 nahm Schiesels Ausblick konkretere Formen an. Der Feuerwehrausschuss beschloss, die Schaffung einer Stelle für einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten für die freiwillige Feuerwehr Donaueschingen zu beantragen. Auch Kreisbrandmeister Florian Vetter stellte sich hinter das Anliegen, das nun positiv beschieden wird. Auch nach einer Umfrage der Stadtverwaltung bei großen Kreisstädten bis 30000 Einwohnern. Diese, so Stadtsprecherin Beatrix Grüninger, habe ergeben, dass bereits viele Städte vergleichbarer Größe hauptamtliche Feuerwehrkommandanten mit einem Stellenumfang von 100 Prozent beschäftigen oder noch beschäftigen werden.

So handelt der Gemeinderat

Der Gemeinderat hat der Verpflichtung von Gerd Wimmer bereits zugestimmt und im Stellenplan 2019 eine entsprechende Stelle geschaffen. Die Notwendigkeit eines hauptamtlichen Kommandanten ergibt sich nicht nur aus den Aufgaben. So obliegen dem Gesamtchef nicht nur klassische Aufgaben wie Einsatzleitung, Bedarfsplanung oder Teilnahme an Sitzungen. Dazu kommen Verwaltungstätigkeiten, Tätigkeiten im Katastrophenschutz oder im vorbeugenden Brandschutz. Dazu, so Stadtsprecherin Beatrix Grüninger, habe sich das Aufgabengebiet ständig vergrößert, womit auch die zu übernehmende Verantwortung ständig zunehme.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €