Obwohl keine großen Baumaßnahmen anstehen, sind auf der Verbandskläranlage im Haberfeld 2020 Investitionen in Höhe von etwa 500 000 Euro vorgesehen. Betriebsleiter Martin Eschenhagen nannte die vierte Reinigungsstufe als Thema auf der Agenda. Diese Reinigungsstufe ermöglicht es, Spurenstoffe noch effizienter herauszufiltern. Spurenstoffe sind etwa Arzneimittelwirkstoffe, Röntgenkontrastmittel oder Duftstoffe in Körperpflege- und Reinigungsmitteln.

Spurenstoff-Reinigung verschiebt sich

Die Vorarbeiten für die wasserrechtliche Erlaubnis sowie Auslegung und Planung der vierten Stufe beginnen jetzt. Bisher hat der Gesetzgeber keine Umsetzungsfrist festgelegt. Ursprünglich sollte die Spurenstoff-Reinigung 2022 oder 2023 installiert werden, doch höhere Anforderungen aus der wasserrechtlichen Erlaubnis verschieben das Projekt nach hinten.

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Zu den Baumaßnahmen 2020 gehört eine neue Trafostation am Hauptpumpwerk. Die Stromversorgung der Kläranlage soll künftig auf einer neuen Trasse erfolgen. Ausgetauscht werden im Zulauf eine Messeinrichtung sowie zwei Pumpen im Hauptpumpwerk. Diese Arbeiten werden in der Regel in Eigenregie ausgeführt. Umfangreicher, so Eschenhagen, seien die ständig anfallenden Unterhaltungsarbeiten in den vergangenen Jahren gewesen. Die Biologie, die zweite Reinigungsstufe, wurde 2018/19 für 1,6 Millionen Euro saniert, der Faulturm kostete 2017 500 000 Euro.

Wolterdinger Abwasser nur kleiner Faktor

Bei einer Ausbaugröße von 120 000 Einwohnerwerten (EW) ist die Kläranlage aktuell zu etwa 80 Prozent ausgelastet. Aktuell baut die Stadt Donaueschingen eine Abwasserleitung zwischen der Kläranlage Wolterdingen, die stillgelegt wird, und dem Hauptsammler an der Hagelrainstraße. Die daraus resultierende Zusatzbelastung von 4000 EW schränkt die Kapazität der Kläranlage nur unwesentlich ein. Maximale Abwassermenge und Ausbaugröße sind in der wasserrechtlichen Erlaubnis festgelegt, die regelmäßig erneuert werden muss. Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Freiburg (RP).

Die Kläranlage Wolterdingen wird stillgelegt. Die wasserrechtliche Erlaubnis endet 2020.
Die Kläranlage Wolterdingen wird stillgelegt. Die wasserrechtliche Erlaubnis endet 2020. | Bild: Wursthorn, Jens

Eine Erneuerung ist 2023 vorgesehen, unabhängig vom Rückbau in Wolterdingen. Die Voraussetzungen haben sich verschärft. Inzwischen fordert das RP eine Computersimulation. Die Leistungsfähigkeit der Anlage wird unter Stresssituationen untersucht.

Reinigung in drei Stufen

Aktuell wird das Abwasser in der Verbandskläranlage in drei Stufen gereinigt: mechanisch, biologisch und chemisch. Mit der Rechenanlage und dem Sandfang werden große Stoffe herausgefiltert. In der Biologie wird das Abwasser mit sogenannten Belebtschlamm durch Bakterien weiter gereinigt. In der dritten Stufe wird vor allem auf den Phosphatgehalt geachtet, da die Richtlinien für Kläranlagen im Einzugsgebiet des Bodensees so hoch liegen, dass sie mit der biologischen Phosphatelimination nicht eingehalten werden konnten.

Ein Reinigungsbecken auf der Kläranlage im Haberfeld.
Ein Reinigungsbecken auf der Kläranlage im Haberfeld. | Bild: Jakober, Stephanie

Das Einzugsgebiet der Verbandskläranlage umfasst die im GVV zusammengeschlossenen Städte Donaueschingen, Bräunlingen und Hüfingen. Zudem wird auf der Verbandskläranlage das Abwasser der Stadt Bad Dürrheim und der Gemeinde Brigachtal gereinigt.

Restarbeiten beim SSC-Sportplatz

Der Neubau der 5,2 Kilometer langen und rund 2,6 Millionen teuren Trasse der Abwasserdruckleitung von Wolterdingen nach Donaueschingen konnte laut Stadtsprecherin Beatrix Grüninger mittlerweile größtenteils fertiggestellt werden. Momentan laufen noch Arbeiten auf Höhe des SSC-Sportplatzes. Hier wird derzeit noch die Leitung verlegt und zwei Schächte gesetzt.

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auch noch Umbauarbeiten im Anschlussschacht in der Hagelrainstraße. Dieser erfolgen ohne Verkehrsbeeinträchtigung. Aus steht noch der Lückenschluss der Leitung im Bereich der Sonnhaldenstraße. Dieser erfolgt unter halbseitiger Sperrung. Für diese Restarbeiten werde die Baufirma noch etwa vier Wochen benötigen. In Abhängigkeit von der Witterung sei eine schnellstmögliche Fertigstellung geplant.

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Die wasserrechtliche Genehmigung für die Kläranlage Wolterdingen endet am Jahresende 2020. Sie reinigt auch die Abwässer aus Mistelbrunn, Hubertshofen und Tannheim, entspricht aber nicht mehr heutigem Standard.