Katholische Frauen melden sich kritisch zu Wort. Mit der bundesweiten Aktionswoche „Maria 2.0“ erheben Frauen in der römisch-katholischen Kirche ihre Stimme und treten in einen Ehrenamtsstreik. Der Protest richtet sich gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Amtskirche. In der Seelsorgeeinheit Donaueschingen macht sich eine Gruppe von Frauen um die Religionslehrerin Marga Konn für diese Aktion stark.

Grundlegende Veränderungen gefordert

Initiiert von Frauen in der Diözese Münster (Westfalen), wird die Aktion mittlerweile auch vom Deutschen katholischen Frauenbund (KDFB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt. Gefordert werden grundlegende Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche. An der Aktion können sich alle katholischen Frauen und Männer beteiligen, die öffentlichkeitswirksam für eine schonungslose Aufklärung des Missbrauchs und eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Kirche eintreten wollen.

Frauen bleiben draußen

„Maria 2.0“ kann beispielsweise in Form eines Kirchenstreiks unterstützt werden, indem Frauen ihre Tätigkeiten bewusst ruhen lassen und damit deutlich machen, wie viel kirchliche Arbeit ganz selbstverständlich von Frauen getragen wird. Darüber hinaus werden Frauen aufgerufen, im Aktionszeitraum vom 11. bis 18. Mai vor den Kirchentüren zu bleiben und damit zu zeigen, dass sie von den Ämtern und damit von vielen kirchlichen Entscheidungsprozessen immer noch ausgeschlossen sind. Als Erkennungszeichen für „Maria 2.0“ dient die weiße Farbe. Zu Aktionen können weiße Kleidungsstücke und weiße Leintücher getragen werden.

Nicht gegen Gemeinde vor Ort

Dieser Kirchenstreik, das betont Marga Konn ausdrücklich, richtet sich nicht gegen die Gemeinde vor Ort, sondern ganz bewusst gegen die reformbedürftigen kirchlichen Strukturen.