"Jeder Lehrer hat neben seinem normalen Unterricht spezielle Interessen", sagt Peter Stelzl, Fachbereichsleiter Bläser und Schlagzeug an der Donaueschinger Musikschule, die am Samstag ihre Pforten für ein besonderes, etwas anderes Projekt öffnete. "Dieses Wissen wollen wir an Ausbilder und Dirigenten, fortgeschrittene Schüler sowie an alle, die an der Arbeit unseres Fachbereichs interessiert sind, weiter geben."

Stelzl bezeichnet die Musikschule als Kompetenzzentrum, von dem alle profitieren könnten. Mit einem Bläsertag wollten er und seine Lehrkräfte vermitteln, dass zum Musizieren viel mehr gehört als üben und das hervorheben, was ihre Arbeit besonders macht. "Wir haben lange nach einer Möglichkeit gesucht und sind mit den jetzt angebotenen Workshops auf einem guten Weg", ist Stelzl überzeugt. Auch Schulleiterin Katrin Bleier ist mit der Resonanz zufrieden: "Das Angebot ist neu und anders, darauf können wir aufbauen."

Begeistert sind die jüngeren und älteren Musiker von der Stilrichtung Jazz und Swing die Trompetenlehrer und Bigband-Leiter Leopold Reisenauer (mitte) mit ihnen übt.
Begeistert sind die jüngeren und älteren Musiker von der Stilrichtung Jazz und Swing die Trompetenlehrer und Bigband-Leiter Leopold Reisenauer (mitte) mit ihnen übt. | Bild: Jürgen Müller

Als zertifizierter Lehrer für Dispokinesis brachte Herbert Bayer den Teilnehmern die Möglichkeit näher, sich selbst über die richtige Körperhaltung und Atmung das Musizieren zu erleichtern. Mit Hilfestellungen und Tipps zu den Themen Motivation, Strategien des Übens und die Methodenvielfalt befasste sich der Musikpädagoge und Posaunist Peter Stelzl. Den Einsatz von Spielen und kindgerechten Materialien im Unterricht stellte die langjährige Blockflöten-Lehrerin Susanne Weber anhand einer kleinen Ausstellung vor.

Mit viel Herzblut brachte der erfahrene Bigband-Leiter Leopold Reisenauer seine Begeisterung für den Jazz und Swing den neun jüngeren und älteren Musikern eindrucksvoll rüber. "Nicht die Noten, sondern das Gefühl und das Timing sind das wichtigste", betonte der Trompetenlehrer. Im praktischen Teil wurde ein Blues- und Swing-Musikstück einstudiert. Seine Erfahrung als Lehrer für Querflöte brachte Manfred Maier bei der Frage nach der Umsetzung der Noten auf dem Instrument – damit das, was heraus kommt, auch richtig toll klingt.

Da für jeden Musiker, nicht nur für Schlagzeuger, Takt, Metrum (Geschwindigkeit) und Rhythmus elementar sind, beschäftigte sich der Workshop von Jens Willi mit der praktischen Rhythmusschulung. Den neun Teilnehmern wurden verschiedene Zählweisen vermittelt und mit Trommeln einfache Rhythmen gespielt.