Der Schwimmbadsaal, der als Vereinsheim genutzt wird, bleibt auch weiterhin nur eingeschränkt nutzbar. Denn eine schnelle Übergangslösung, also ein Notbehelf, wie aus den Reihen des Wolterdinger Ortschaftsrates angeregt wurde, sei zu teuer und auch zu aufwändig. Und auch das Ergebnis wäre unrentabel, denn dann könnten gerade mal zehn Personen mehr, also 30 Leute, darin Platz nehmen, erklärte Reinhard Müller.

Im April hatte der Brandschutzbeauftragte der Stadt auf Mängel aufmerksam gemacht. Der Ortschaftrat machte sich dann ein Bild vor Ort und kam zum Schluss, dass im östlichen Bereich der Südseite ein Durchbruch am einfachsten wäre. In dem Veranstaltungsraum wurde immer die Erste Gmond abgehalten, bei der stets an die 100 Personen anwesend waren. Die Landfrauen nutzten ihn für Vorträge und ihren Fasnetabend. Und auch der Akkordeonverein lud dort zu Vorspielnachmittagen. Ebenfalls zum Erliegen kommt die vor einem Jahr eingeführte Möglichkeit, den Saal für private Feiern zu mieten.

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Gemeinderat hat das Wort

Mittel für den Bau eines Fluchtweges wurden nach der Hiobsbotschaft im April angemeldet. Der Gemeinderat muss jetzt bei den anstehenden Haushaltsberatungen entscheiden. Entsprechende Prüfungen sind bereits erfolgt und die Planung ist im Gange. Über dem Eingangsbereich zum Schwimmbad soll ein zweiter Rettungsweg angebracht werden. „Wenn alles gut läuft, könnte im Frühjahr 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Durch diese Durststrecke müssen eben alle Betroffenen durch“, sagt Müller. „Ich hoffe, dass die beiden Ortsvertreter im Gemeinderat, Ramona Vogelbacher und Achim Durler, alle Hebel in Bewegung setzen, um das Beste für Wolterdingen herauszuholen“, fügte er an.

Über dem Eingangsbereich der Vereinsheimes-Schwimmbadsaal- soll ein zweiter Rettungsweg angebracht werden. Bild: Anita Reichart
Der Eingangsbereich des Schwimmbadsaals

Schlimmer Brand im Jahr 2000

Trotz allen momentanen Widrigkeiten ist ein zweiter Rettungsweg wichtig: In der Nacht zum 1. Februar 2000 brannte es im Schwimmbadhaus. Ein Überspannungsdefekt an einer Stromleitung galt als Ursache, bei dem ein Schaden von rund einer halben Million Mark und ein Fahrnissschaden von etwa 150 000 Mark entstand. Kurz vor der Explosion hatten Mitglieder des Fanfarenzuges das Gebäude verlassen.

Ein Stück Vereinsgeschichte ist bei dem Brand in Flammen aufgegangen. Am härtesten hatte es damals den Gesangverein getroffen. Das Klavier und auch Noten waren verbrannt. Die Existenz der Sänger war bedroht, und nur dank der finanziellen und materiellen Unterstützung von verschiedenster Seite konnten sie diese Hürde überwinden.

Mitte Oktober 2000 war dann das Wolterdinger Vereinsdomizil wieder intakt. Im Zuge der Reparaturarbeiten, die auch bauliche Veränderungen mit sich brachten, wurde vor allen Dingen das enge Treppenhaus neu gestaltet, denn wenn in der Brandnacht 100 Menschen im Saal gewesen wären, dann hätte das wohl ganz katastrophale Folgen gehabt.