Kritisch wird in der Bevölkerung das vom Gemeinderat verabschiedete Verkehrskonzept bewertet, das die Innenstadt vom Verkehr entlasten und den Hindenburgring noch stärker belasten soll. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die zeitliche Umsetzungsfolge. Maßnahmen, die wenig kosten, etwa die Einbahn-Regelung stadteinwärts in der Fürstenbergstraße oder die Ausweitung der Tempo-20-Zone, stehen vor der Umsetzung, während der Hindenburgring erst 2020 umgebaut werden soll, damit dieser den zusätzlichen Verkehr auch bewältigen kann. Sperrungen werden beim Umbau erforderlich sein. Und wo soll dann der Verkehr in der Bauphase vernünftig fließen?

Antworten darauf wird es erst geben, wenn sich der Technische Ausschuss für eine Planvariante entschieden hat. Dies soll am kommenden Dienstag, 20. Februar, 18 Uhr, im Rathaussaal geschehen. Nachdem sich das planende Büro Karajan aus Stuttgart mit den aufgetretenen Fragen und Diskussionen der Oktobersitzung des Gemeinderats beschäftigt hat, sprach das Büro nun neuerliche Empfehlungen ausgesprochen, die die Verwaltung als Beschlussvorschlag an die TA-Mitglieder weitergibt:

  • Fußgängerquerung: Das Büro Karajan plädiert weiterhin für eine Druckknopfampel auf halber Strecke zwischen den bestehenden Ampelanlagen. Auf dieser Achse sollen künftig die Buchberg-Bewohner in die Stadt und die Realschüler in die noch zu bauende Schule kommen. Die Planer folgen damit auch den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen, nach der auf eine Neuanlage von Fußgängerüber- und -unterführungen innerhalb bebauter Gebiete verzichtet werden sollte. Da man bei deren Bau auf Barrierefreiheit achten müsste, würden die Rampen zur Brücke und in den Tunnel extrem lang werden. Der direkte Weg über die Straße beträgt 15 Meter. Eine Rampe auf die Brücke käme auf 85 Meter. Der Weg durch den Tunnel würde auf rund 130 Meter kommen. Da die Fußgängerfurten an den bestehenden Ampeln bleiben, rechnen die Planer ohnehin damit, dass ein Großteil der Fußgänger und Radfahrer weiterhin diese nutzen wird. In Simulation mit der Verkehrsprognose für 2030 soll die zusätzliche Bedarfsampel bei eingerichteter Grüner Welle für die Autofahrer über beide Ampelkreuzungen kaum Nachteile haben, was die Gemeinderäte zuletzt befürchtet hatten. In Ost-Richtung sollen 85 Prozent und in West-Richtung gar 95 Prozent der Autofahrer die zusätzliche Ampel und die zweite Kreuzung ohne Halt passieren können.
  • Kreuzungen: Die beiden Kreuzungen sollen bleiben und ausgebaut werden. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens hatte das Büro schon früh belegt, dass Kreisverkehre hier nicht funktionieren. Zudem wäre ein sicheres Queren für Fußgänger mangels Ampeln nicht mehr möglich. Der Hindenburgring soll vor allem im stark belasteten Fluss nach Westen verbessert werden. Dies wollen die Planer mit einer dritten (Rechts-)Abbiegespur an beiden Kreuzungen erreichen.

 

Verkehrsbelastung

Auf dem Hindenburgring wurden am Knoten Villinger Straße morgens 2505 und abends 2340, im Bereich Friedhofstraße morgens 1987 und abends 2198 Fahrzeuge gemessen. Es gibt Qualitätsstufen zum Verkehrsablauf von A bis F. Nur der Bereich Friedhofstraße erreich abends die Stufe E, alle anderen liegen bei F. Nach dem Umbau soll die Qualitätsstufe D erreicht werden.