„Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten“, diese Erfahrung hat nicht nur Gärtner Pötschke gemacht, sondern auch Klaus Satler in Donaueschingen. Der 75-Jährige ist trotz eines einschränkenden Handikaps am Bein täglich in seinem Gartenparadies anzutreffen, in dem er sich so wohl fühlt. Hier kann er sich über jeden Blüh- und Ernteerfolg freuen und auch in der kalten Jahreszeit bietet der schön angelegte Garten einen bezaubernden Anblick aus dem verglasten Wintergarten.

Zu seinem 50. Geburtstag erfüllte sich der Hobbygärtner seinen Wunsch nach einem Brunnen. Diesen brachte er in Einzelteilen zerlegt aus Südtirol nach Donaueschingen.
Zu seinem 50. Geburtstag erfüllte sich der Hobbygärtner seinen Wunsch nach einem Brunnen. Diesen brachte er in Einzelteilen zerlegt aus Südtirol nach Donaueschingen. | Bild: Gabi Lendle

Bereits vor über 30 Jahren hat Klaus Satler in der Alten Wolterdinger Straße begonnen, den großen quadratischen Garten mit Rasen und Obstbäumen umzugestalten. Er wollte mehr aus der weitläufigen grünen Umrandung rund ums Wohnhaus herausholen und hat im Laufe der Jahre eine Gartenlandschaft geschaffen, die sich an die Eindrücke seiner Urlaube in Südtirol anlehnt. Denn das mediterrane Ambiente mit vielen Rosen, steinernen Figuren, einem Brunnen, Blumenampeln und bunt bepflanzten hellen Steintöpfen gefallen ihm und seiner Frau Beatrice besonders gut.

Dass ihm dieser Gartenumbau so gut gelungen ist, liegt wohl daran, dass er nicht nur einen grünen Daumen besitzt. Unter seinen Händen wächst einfach alles und zwar nicht mickrig und unscheinbar, sondern kräftig, gesund und in voller Schönheit. Wie der Vater einer Großfamilie kümmert er sich um jedes Pflänzchen, zieht es auf und genießt den blühenden Erfolg, der ihm dann beschert wird. Egal ob Rosen, Dahlien, Stockrosen, Geranien, Bäume und Sträucher oder im Gemüseanbau – bei Klaus Satler gedeiht einfach alles. Dabei hat er sich neben zahlreichen Erfahrungen und praktischem Wissen auch Tricks und Kniffe angeeignet, die beim Gärtnern so hilfreich sind.

Jedes Samenkorn ist ihm wichtig und unter seinen grünen Daumen entwickelt sich jedes Samenkorn und jeder Trieb prächtig.
Jedes Samenkorn ist ihm wichtig und unter seinen grünen Daumen entwickelt sich jedes Samenkorn und jeder Trieb prächtig. | Bild: Gabi Lendle

Für ihn ist der Garten zu einem ganz wichtigen Lebenselixier geworden, das ihn gesund hält und glücklich und zufrieden macht. „Angefangen hat alles mit einer Buchseinfassung, für die ich über eintausend kleine Buchspflänzchen großgezogen habe. Erst später habe ich die Liebe zu den Rosen entdeckt“, erzählt der Hobbygärtner.

Bei seinen Urlauben in Südtirol hat er jede Menge von diesen stacheligen Schönheiten gesehen und flugs mal hier und da einen Trieb abgezwickt und vorsichtig aufbewahrt. Wieder in der Heimat hat er sie mit einer speziellen Technik zu stattlichen Rosen aufgepäppelt. Diese kleinen Mitbringsel aus Parks und Gartenanlagen haben sich alle prächtig entwickelt und blühen jedes Jahr um die Wette. Ein besonders schönes rotes Exemplar hat er zu Ehren seiner Frau „Beatrice“ getauft. So hat er schon etliche Rosentriebe erfolgreich vermehrt und ganze Familien angelegt, die man von der Terrasse, vom Wintergarten sowie rund um den etwa 800 Quadratmeter großen Garten bewundern kann. Mit anderen Pflanzen und kreativen Elementen verbreiten sie ein südländisches Flair, das mit Lichteffekten die Schönheiten auch nach dem Sonnenuntergang ins rechte Licht rückt.

Traumhafte Rosen hat Klaus Satler eigenhändig vermehrt und groß gezogen.
Traumhafte Rosen hat Klaus Satler eigenhändig vermehrt und groß gezogen. | Bild: Gabi Lendle

Wie bei vielen Gartenfreunden wurde der Rasen durch etliche blühende Inseln stetig verkleinert. Zu seinem 50. Geburtstag gönnte sich Satler einen Springbrunnen aus weißem Stein, den er in Einzelteile zerlegt aus Südtirol mitbrachte. „Im Brunnen ist eine Vogeltränke integriert, die von etlichen Piepmätzen zu bestimmten Tageszeiten aufgesucht wird, die darin auch baden. Daran haben wir unsere helle Freude“, erzählt Klaus Satler. Sein Arbeitsplatz ist sein Gewächshaus. Dort wandert jedes Samenkorn sorgsam und gut sortiert ins richtige Töpfchen, dort wird pikiert, gegossen, umgetopft, beschriftet, ausgepflanzt und ausprobiert. Eine riesige Kinderstube an allerlei Blumen- und Gemüsepflanzen mit dem passenden Zubehör. Auf den ersten Blick nicht sichtbar und gut hinter einer hellen Steinmauer mit Blumentöpfen und figürlichen Elementen versteckt, gedeihen im Gemüsebeet Salat, Radieschen, Kohlrabi, Zucchini, Kräuter und Co. Seine kreativen Ideen lassen Stangenbohnen an einer selbst gefertigten Pyramide empor klettern, was der Bohne die künstlerische Note verleiht, die sie verdient. Tomaten gedeihen zwischen bunten Dahlien, jeder Platz im Garten wird optimal genutzt. Das herrliche Gemüse, das umsorgt und gepflegt wird, landet nach der Ernte in den Händen seiner Frau Beatrice, die es frisch fürs Mittagessen weiterverarbeitet oder für den Vorrat präpariert. Er pflanzt und kümmert sich – sie versorgt die Ernte, das ist die Aufgabenteilung, die beiden Spaß macht. Damit alle seine Pflanzenkinder wachsen, muss natürlich auch bei Trockenheit entsprechend gegossen werden. „Im Sommer, wenn es sehr warm ist, benötige ich rund eineinhalb Stunden dafür“, gesteht Klaus Satler, der für diesen Rundgang das Wasser aus der eigenen Zisterne schöpft.

Und abends, wenn man gemütlich auf der Terrasse oder im Wintergarten sitzt, können Klaus und Beatrice Satler sogar ihren eigenen Bio-Wein genießen. Seine vier Weinreben haben ihm die unglaubliche Menge von einem Zentner Weintrauben eingebracht. Diese hat er alle handverlesen selbst gemostet und freut sich nun über rund zehn Liter Naturwein aus dem eigenen Garten.

Zehn Gartentipps von Kleingärtner August Bäuerle aus VS-Villingen