"Die Donaueschinger Regionale für Neue Kunst hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, indem sie ein bereits durch verschiedene geografische, kulturelle und politische Grenzen geordnetes Gebiet nun umfassend als einen Raum für zeitgenössische Kunst erfahrbar zu machen versucht." Dieses Zitat von Jörg Becker findet sich im Katalog, der im Jahr 2003 zur ersten Donaueschinger Regionale herausgegeben worden ist. Und es gilt immer noch – nur dass mittlerweile der Zusatz "für Neue Kunst" fehlt. Das Vorwort hat damals noch Alt-OB Bernhard Ewerke geschrieben.

Eine Installation bei der Donaueschinger Reginale 2017: Monika Drach stellte Global Home aus.
Eine Installation bei der Donaueschinger Reginale 2017: Monika Drach stellte Global Home aus. | Bild: Paul Lange & Co (Marion Glaser)

Ein Rahmenprogramm kommt

149 Künstler wollten gleich bei der Premierenschau mitmachen, für die diesjährige Ausgabe vom 18. Mai bis 9. Juni haben 195 Kulturschaffende ihre Exponate eingereicht, maximal fünf je Künstler. Die Zahl macht deutlich, welch hohen Stellenwert die Donaueschinger Regionale in der Kunstwelt mittlerweile genießt. Der Zuspruch vonseiten der Künstler ist das eine, doch wie schafft man es, noch mehr Publikum in den Bartók-Saal der Donauhallen zu bekommen, nachdem vor zwei Jahren nur knapp über 700 Besucher gezählt worden waren?

Diese Frage stellte sich Kerstin Rüllke, für die die neunte Regionale die erste als Kulturamtsleiterin der Stadt Donaueschingen sein wird. Ihre Antwort: ein Rahmenprogramm unter Einbeziehung weiterer städtischer Kulturträger, das es in dieser Art und in diesem Umfang bisher noch nicht gegeben hat. Bislang immer das Übliche: Vernissage, Führungen und Finissage.

Das könnte Sie auch interessieren

Führungen sind mit dabei

Natürlich wird es auch in diesem Jahr Führungen geben. Dafür gewonnen werden konnten Ariane Faller und Mateusz Budasz, die beide schon an der Regionalen als Aussteller teilgenommen haben. Dritte im Bunde ist Anja Rudolf, die bereits als Regionale-Jurorin gewirkt hat, und Ursula Köhler. Die Führung mit Rudolf wird am Sonntag, 26. Mai, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Musikfreunde angeboten. Denn unmittelbar an den geführten Rundgang durch die Regionale schließt sich ein Konzert mit dem Minguet-Quartett und dem Cellisten Jens Peter Maintz an.

Volkshochschule auch im Boot

Mit ins Boot geholt hat Rüllke auch die Volkshochschule Baar. "Live on Art – Kreatives Schreiben auf der Regionale" (Samstag, 18. April, 14 bis 17 Uhr) nennt sich das Angebot. Mitten unter den Kunstwerken sollen sich die Teilnehmer von dem Ort, den Bildern oder Skulpturen, den Besuchern oder von allem zusammen inspirieren lassen zu einem "spontanen, wilden, ruhigen, düsteren, skurrilen, ausschweifenden oder minimalistischen Stück ,Literatur'", wie die VHS in ihrem Programmheft ankündigt. Ein erfahrener Journalist gibt den Teilnehmern Tipps und Anregungen, wie sie sich der Aufgabe annähern und ihrer Fantasie auf die Sprünge helfen können.

Die Donaueschinger Regionale zeigt den Besuchern verschiedene Perspektiven der Kunst. Hier der Künstler Walter Zepf mit dem Stück "Gebogener Baustahl ST37". Er war 2017 mit dabei.
Die Donaueschinger Regionale zeigt den Besuchern verschiedene Perspektiven der Kunst. Hier der Künstler Walter Zepf mit dem Stück "Gebogener Baustahl ST37". Er war 2017 mit dabei. | Bild: Roland Sigwart

Filme dürfen nicht fehlen

Auch das Guckloch-Kino macht mit. Es wird in seinen Räumen am Montag, 13. Mai, den Film "Der Maler Henri Rousseau oder die Geburt der Moderne" zeigen, einen Dokumentarfilm von Nicolas Autheman. Die Dokumentation begibt sich auf die Spuren des Pariser Malers Henri Rousseau (1844-1910), genannt „Le Douanier“ („der Zöllner“). Seine Gemälde, in denen es meist um Träume, Fantasie und Kindheit geht, spielten eine wichtige Rolle für die Entwicklung der modernen Kunst.

Erzählworkshop lockt

Auch SPD-Gemeinderätin und Stadtführerin Martina Wiemer unterstützt das Rahmenprogramm. Und zwar mit einem Erzählworkshop (Termin wird noch bekannt gegeben). Außerdem wird das Kinder- und Jugendmuseum im Bartók-Saal einen Workshop veranstalten. Und die städtische Kunstschule wird mit Mal-Workshops für Schulkinder, Kindergartenkinder und Erwachsene ebenfalls vor Ort sein. Diese Angebote finden vormittags statt, also zu Zeiten, in denen die Regionale für Besucher noch nicht geöffnet ist.

Der Rahmen für die Kunstschau

  • Aussteller: Die Besonderheit der Veranstaltung findet sich bereits im Namen. Der ist Programm. An der Regionalen dürfen nur Künstler teilnehmen, die in der Region verwurzelt sind. Sie müssen nicht unbedingt auch zwangsläufig in der Gegend leben, aber im Rahmen ihrer künstlerischen Tätigkeit sollten sie nach wie vor mit der Region verbunden sein. Dabei reicht das definierte Gebiet über die Baar hinaus. Als Region definiert sind die Regierungsbezirke Südbaden und Südwürttemberg sowie die Landkreise Baden-Baden, Rastatt, Karlsruhe, Freudenstadt, Calw, Enzkreis, Pforzheim, Böblingen, Stuttgart, Esslingen und Göppingen.
  • Jury: Die Kunst wird begutachtet und schließlich auch bemessen, wodurch ein Preisträger ermittelt wird. Die Jury setzt sich dabei aus den Museums- und Akademieleitern, Galeristen und Künstlern Daniel Bräg, Clemens Ottnad, Anne Schaich, Mark R. Hesslinger und Bernhard Stumpfhaus zusammen. Jeder Juror darf maximal zweimal mitentscheiden – so soll die Vielfalt gewahrt bleiben. Wenn die Juroren ihre Auswahl vornehmen, wissen sie nicht, welcher Künstler das Bild oder die Skulptur geschaffen hat. Die Jury wählt auch den Preisträger aus, der bei der Vernissage verkündet wird.
  • Rahmendaten: Für die Donaueschinger Regionale wird der Bartók-Saal der Donauhallen zur Galerie. Vernissage ist am Freitag, 17. Mai, 19 Uhr, die Finissage ist am Sonntag, 9. Juni, um 19 Uhr. Dazwischen ist die Ausstellung werktags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Zur Kunst-Ausstellung wird auch ein entsprechender Katalog erscheinen. Die einzelnen Angebote des Rahmenprogramms werden rechtzeitig bekannt gegeben.