Mit dem großen Abschlusskonzert in der Baar-Sporthalle sind am Sonntagabend die Musiktage zu Ende gegangen. Björn Gottstein, künstlerischer Leiter, zog als Abschluss ein insgesamt sehr positives Fazit. Mit Blick auf die Qualität der musikalischen Aufführungen und die begleitenden Veranstaltungen sagte er: "Angesichts der enormen stilistischen Vielfalt, die wir erleben konnten – vom raffinierten Streichquartett bis zur bruitistischen Klangkunst – stelle ich erfreut fest, dass sich die Neue Musik in einem offenen Wandlungsprozess befindet. Das lässt mich hoffnungsvoll auf die Entwicklung der kommenden Festivaljahre blicken."

Von besonderem Interesse war beim Publikum der Einstand des neu formierten SWR Symphonieorchesters. Naturgemäß bezeichnete ihn Hörfunkdirektor Gerold Hug als gelungen. Nach den beiden Konzerten waren die Meinungen allerdings nicht ungeteilt. Gottstein gab sich diplomatisch und äußerte, er sei unglaublich glücklich über die fantastischen Ensembles und ihre einzigartig gute Vorbereitung. Orchestermanager Reinhard Oechsler berichtete immerhin, dass sich die bisherigen Stuttgarter Musiker im Gegensatz zu den Baden-Badenern und Freiburgern ob der Länge der vierwöchigen Probenarbeit doch verwundert gezeigt hätten. Und Peter Bromig, seit 1980 Solohornist des einst in Baden verwurzelten SWR-Orchesters, machte jüngst gar gewisse Widerständigkeiten im Orchester aus.

Wie dem auch sei: Nicht nur die Musik entwickelt sich unablässig weiter. Auch die Musiker haben die nicht einfache Aufgabe, gerade nach schmerzhaften Brüchen an der Qualität ihres Spiels zu feilen.