Volltreffer: Wolterdingen hat mit Connor Schmalhoff nun auch einen Deutschen Meister im Bogenschießen. Auch seine Mutter war beim jüngsten Turnier erfolgreich.

Ein Hobby weit ab von Lärm und Trubel

Die einen flitzen mit dem Brett auf Rollen durch die Gegend, die anderen sitzen lieber ihre freie Zeit vor dem Computer ab, und andere rennen mit Vorliebe dem runden Leder hinterher. Dann gibt es aber auch noch jene, die weit ab von Lärm und Trubel ihrem Hobby nachgehen. Zu diesen gehört Connor Schmalhoff, von den Wolterdinger Bogenfreunden.

800 Kilometer Anfahrt zum großen Wettkampf

Über ein verlängertes Wochenende im Oktober fand die Deutsche Meisterschaft Bowhunter des Deutschen Feldbogenverbandes in Torgelow in der Mark Brandenburg statt. Eine kleine Abordnung der Bogenfreunde machte sich auf den mehr als 800 Kilometer langen Weg ins Hinterland der Bundeshauptstadt.

200 Schützen kämpfen um Titel und Medaillen

Am zweiten Tag kämpften dort knapp 200 Schützen um Titel und Medaillen. Drei anspruchsvolle und interessant gesteckte 14er-Parcours forderten die Teilnehmer, „da das Gelände eher schwer zu lesen war“, erzählt Connor.

Sie haben allen Grund sich zu freuen. Iris und Connor Schmalhoff bei der Siegerehrung in Torgelow.
Sie haben allen Grund sich zu freuen. Iris und Connor Schmalhoff bei der Siegerehrung in Torgelow. | Bild: Oliver Schmalhoff

Nach einer durch Wind und Regen erschwerten Drei-Pfeil-Runde am Samstag folgte ein Hunterschießen bei Sonnenschein am Sonntag. Am Ende ging der bald 14-Jährige mit dem Titel in der Klasse Bowhunter Compound Junioren vom Platz. Seine Mutter Iris wurde mit der Mannschaft Bogenlädle Starzach in der Wettkampfklasse Langbogen Damen Drittplatzierte.

Schon als Vierjähriger mit Bogenschießen angefangen

Als Vierjähriger hat Connor mit dem Bogenschießen begonnen. Seit seinem sechsten Lebensjahr nimmt er regelmäßig an Turnieren teil, und steht seitdem immer wieder auf dem Treppchen. Da seine Eltern ebenfalls schießen, habe dies sich eben so ergeben, sagt er. „Ihm ist nichts anderes übrig geblieben“, erwiderte sein Vater Oliver, der seit Mai dieses Jahres Vorsitzender der heimischen Bogenfreude ist, mit einem verschmitzten Lächeln.

„Ein nicht alltäglicher Sport“

Und was gefällt den Fürstenberg-Gymnasiasten so an dieser Sportart? Man sei viel draußen, es sei sehr entspannend, und man werde gefordert. „Dies ist ein nicht alltäglicher Sport, sondern etwas ganz Besonderes“, erklärt Conner. Und damit hat er wohl Recht. Das wettkampfmäßige Bogenschießen hat nichts mit Indianerspielen zu tun, sondern verlangt dem Schützen höchste Konzentration und ein perfektes Zusammenspiel von Geist und Körper ab.

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Nette Kontakte bei den Turnieren

Und man lerne auch viele nette Leute kennen auf den Turnieren, erinnert er sich. Wie etwa im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften im Oberwiesenthal. Dort sei zum Beispiel der bei Skisprung-Fans bekannte Jens Weisflog einer der Gastgeber vor Ort gewesen.

Nächstes Ziel ist die Europameisterschaft 2020 in Frankreich

Und für die Zukunft hat der Junge, der nebenbei noch gerne Computerspiele macht und Wandert, schon wieder große Ziele im Visier: „Ich würde gerne bei der nächsten Europameisterschaft 2020 in Frankreich wieder auf dem Treppchen stehen – diesmal mit dem Compoundbogen blank, auf den ich inzwischen gewechselt habe. Und ich möchte gerne an einer Weltmeisterschaft teilnehmen“, schwärmt er.

Zum Hintergrund: Beim Compoundbogen läuft die Sehne über Umlenkrollen. Er gehört zur klassischen Familie der Bögen, aber dennoch ist er schneller und präziser.

Unterkunft gesucht

Die Bogenfreunde Wolterdingen suchen eine Unterkunft, die sie als Materialauslagerung benutzen könnten – denn ihr Vereinsdomizil liegt ja im Überschwemmungsgebiet. Ihr Fernziel ist auch, eine neue Unterkunft zu finden. Für neue Mitglieder sind sie offen: Interessierte können sich bei Oliver Schmalhoff unter Telefon 0173 3466178 melden. (rei)