Es ist noch gar nicht lange her, da stand Leander Binder zuletzt im Fokus der Öffentlichkeit. Anfang Dezember wurde im Rahmen einer Feierstunde die Aufener Ortschronik vorgestellt, die Binder initiiert und geschrieben hat. Abgesehen von solchen dorfprägenden Terminen ist es um die Aufener Blasmusiklegende etwas ruhiger geworden. Heute, Samstag, dürfte es indes wieder etwas lebhafter zugehen. Leander Binder feiert mit Verwandten und Freunden seinen 80. Geburtstag.

Binder ist über Jahrzehnte die prägenden Gestalt des Musikvereins Aufen gewesen. Der Enkel des Gründungsvorsitzenden Ernst Max stellte den 1928 gegründeten Verein Schritt für Schritt neu auf und stattete ihn mit Qualitäten aus, die niveauvolle Blasmusik und den Namen Leander Binder in einen festen Zusammenhang brachten. Seine musikalische Ausbildung begann Binder mit elf Jahren bei einem ganz Großen: Der legendäre Gottfried Merz brachte ihm das Spiel auf der Klarinette bei. Später folgte das Saxofon. Beide Instrumente spielt er bis heute im heimischen Blasorchester wie auch im Seniorenblasorchester des Blasmusikverbands. Binder gründete als Jugendlicher 1953 die Aufener Tanzkapelle, auch die Aufener Seniorenkapelle geht auf seine "Kappe". Bis 1998 prägte Binder den MV als Dirgent. Die Dirigentenausbildung hatte er 1964 erworben.

Mit seinem Wirken mit dem Taktstock verbinden sich die hohen Qualitäten seiner Musiker. Überdurchschnittlich war stets das Abschneiden bei Wertungsspielen. Bereits 1972 schaffte "seine Aufener Musik" den Sprung in die Oberklasse. Qualität verschaffte auch Auftrittsmöglichkeiten. Von den zahlreichen Tourneen sind dem Jubilar vor allem die Musikerreise nach Brasilien in Erinnerung geblieben.

Binder ist in einem landwirtschaftlichen Anwiesen an der Aufender Brigachtalstraße aufgewachsen. Bei der Donaueschinger Milchzentrale lernte er Großhandelskaufmann. Eine weitere berufliche Station war die Firma Kaiseruhren. Nachdem er die Hochschulreife nachgeholt hatte, arbeitete Binder bis zum Ruhestand 2002 als Steuerberater.

Im Ruhestand ging Binder mit seiner vor zwei Jahren verstorbenen Frau Selma viel auf Reisen. Von seinem zweiten Steckenpferd, der Geschichte, profitierte auch der Seniorentreff, wo er lokalhistorische Vorträge hielt. Seine Aufener Ortschronik wuchs zuletzt aus einer in Jahrzehnten angelegten Materialsammlung zu einem spannenden und leidenschaftlichen Vorhaben, das in einem Buch mündete. Ähnliches könnte einer Chronik der Aufener Musik blühen. "Das Gerüst steht", erzählt das Geburtstagskind. Die Umsetzung dürfte aber noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen.

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