Das Forbenhäusle im Forbental, auf fast 900 Meter Meereshöhe gelegen und über eine teils steile Straße vom Hammereisenbacher Friedhof her erreichbar, ist verrammelt, das Gelände von Unkraut überwachsen. Nichts erinnert mehr daran, dass hier seit den 1980er Jahren viele Familien aus dem katholischen Milieu ihre Wochenenden verbracht haben. Zimmer, Küche, Nebenräume, WC, Kellerraum und angebauter Holzschopf gehörten zur Schwarzwaldidylle vor der Haustür. Die vom Hüttenwart geführte Belegliste regelte die Aufenthalte.

Bis vor etwa anderthalb Jahren. Damals überzog Hubert Kessler, aus Donaueschingen stammendes Mitglied der Interessengemeinschaft, den damaligen Hüttenwart Hubert Mauz mit Mails bezüglich des Hütten-Kachelofens. Laut Sachverständigen sei diese Heizstätte nicht mehr sicher und stelle eine "Gefahr für Leib, Leben, Vermögen der Gesellschafter und der Immobilie" dar, wie in einem späteren Versammlungsprotokoll formuliert wurde. Am Ende dieser Korrespondenz bekam Mauz eine Anzeige angehängt. Von 6000 Euro Kosten für eine grundlegende Wiederherstellung des Ofens bis hin zu rund 800 Euro, mit denen die oberen Platten des Ofens auf dem unversehrten Gewölbe neu verlegt werden sollen, rangierten die Sanierungsalternativen. Auch bezüglich der Gefahren variieren die Aussagen: Von einem fahrlässigen Umgang könne man auch wegen der geringen Nutzungszeiten nicht sprechen, sagte Johannes vom Stemm, der in der Betriebsstelle Triberg des Kreisforstamtes unter anderem für Immobilien zuständig ist. Im Übrigen, so ergänzte Mauz, habe der Brandschutzmelder in unmittelbarer Nähe des Ofens nie ausgelöst.

Anlass des Streits ist dieser Kachelofen. <em>Bild: privat</em>
Anlass des Streits ist dieser Kachelofen. Bild: privat | Bild: privat

Ein unfreundliches Glimmen loderte in den nächsten Monaten zum unversöhnlichen Verhältnis auf. Höhepunkte waren gegenseitige Rauswürfe. Im November 2016 wurde Hubert Kessler wegen irrationalem, schädigendem Verhalten aus der Hüttengemeinschaft ausgeschlossen. Er klagte sich wieder in die Gemeinschaft ein. Das juristische Finale folgte ziemlich genau ein Jahr später. In einer von Kessler geführten außerordentlichen Gesellschafterversammlung im Gasthaus "Hirschen" in Donaueschingen wurden am 24. November 2017 zunächst vier neue Mitglieder aufgenommen und im Gegenzug schließlich vier alte Gesellschafter ausgeschlossen: Die Begründung lag in einer Hubert Mauz zugeneigten Einschätzung der Kachelofen-Auseinandersetzung. In den Wochen zuvor hatten Mauz, sein Bruder Heinz und der Bruder von Kessler ihre Austritte aus der IG erklärt.

Die Chancen, die Freizeitimmobilie in Donaueschinger Hand zu halten, sind gering. "Schade, dass sich die Beteiligten überworfen haben", sagt Johannes vom Stemm. Das Forstamt drängte 2017 wegen der wenig eindeutigen Vertragslage auf eine Auflösung der Nutzungsvereinbarung. Das trifft zu. Denn die "christliche Wertegemeinschaft" wie die Gründer einst Jugendheim und Betreiber überhöhten, habe fürs gedeihliche Zusammenleben keine streng definierten Verträge gebraucht. Und weil die Interessengemeinschaft Forbenhäusle nie zum Verein wurde, wird sie rechtlich korrekt als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführt. Der Knackpunkt dabei: Bei der GbR besteht das Einstimmigkeitsprinzip. Auch wenn es zuletzt Überlegungen zu einer Wiederbelebung durch Jüngere gab: Die Befürchtungen fast aller der alten Mitglieder der Forbengemeinschaft gingen in Richtung eines endlosen Sperrfeuers.

Verlassen und zugewachsen: der Zugang zum Forbenhäusle. <em>Bild: Jens Wurshorn</em>
Verlassen und zugewachsen: der Zugang zum Forbenhäusle. Bild: Jens Wurshorn | Bild: Wursthorn, Jens

Das Häuschen wurde im März dieses Jahres ausgeräumt und soll nun, nach einer Inspektion durch die Vermögen und Bau Baden-Württemberg und notwendigen Renovierungen, etwa des Kachelofens, wieder verpachtet werden. Die Auseinandersetzung der ehemaligen Mitglieder ist derweil noch nicht am Ende. Noch in diesem Monat sollen die Konfliktparteien im Freiburger Diözesanbüro ein klärendes Gespräch führen.