Frostige Nächte, weiße Winterlandschaft: Da fehlt doch was? Klar, Schlittschuhlaufen auf der Eiswiese im Park. Doch dort tut sich gegenwärtig nichts. Der Schnee schmilzt gemächlich auf der gefrorenen Teichoberfläche. Und die Eisstockschützen? Die haben ein Riesenproblem. Denn es gab am Donnerstag vergangener Woche ein Malheur. "Wir sind mit unserem Fahrzeug eingebrochen", berichtet Wilfried Dreher, der in der Donaueschinger Eisstockschützengesellschaft für die Eiswiese zuständig ist.

Schneebelag verhindert Eisbildung

Es war wohl doch ein bisschen zu früh, als sich Norbert Schmieg, bei den Eisstockschützen mit der Technik betraut, mit dem Rasentraktor und Schiebeschild aufs Eis wagte, um den Schnee zu räumen. Der Schnee nämlich liegt wie eine wärmende Dämmschicht auf dem Eis und muss deshalb weg. In stattlicher Entfernung vom Ufer knackte das Eis und Mann und Maschine kippten in einen sich öffnenden Spalt.

Am Donnerstagabend ist der Minitraktor der Eisstockschützen ins Eis gebrochen.
Am Donnerstagabend ist der Minitraktor der Eisstockschützen ins Eis gebrochen. | Bild: Wilfried Dreher

Zwar besteht in dem Weiher wegen der geringen Wasserhöhe nicht die Gefahr, dass Gegenstände in die Tiefe sinken, doch die Bergung des havarierten Gefährtes stellte sich dennoch als schwierig dar.

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"Denn wer hat denn noch eine Seilwinde", weiß Dreher um den Wandel im durchschnittlichen Fahrzeugpark. Zwei Landwirte, die er kennt, mussten auf seine telefonische Anfrage passen. Beide besuchten gerade eine Fachmesse in Ulm. Blieb Daniel Sigwarth auf seiner Liste übrig. Der Donaueschinger, der einen Hausmeisterservice mit Landschaftspflege betreibt, sagte für die Bergeaktion spontan zu.

Vorderachse geht zu Bruch

Schon ab und an haben die Eisstockschützen, von ungeduldigen Schlittschuhfans angetrieben, in der Vergangenheit ihr Fahrzeug im Weiher versenkt. Doch dieses Mal wog das Problem schwerer. Denn der Minitraktor trug beim Unfall einen Bruch der Vorderachse davon. Selbst konnte das Fahrzeug danach nicht in die Werkstatt fahren. Nochmals sprang Daniel Sigwarth in die Bresche. Kostenlos transportierte er den Eisstockschützen ihren Traktor huckepack ins Technikzentrum Bäurer der Friedrich-Ebert-Straße. "Weil ihr die Eiswiese doch im Wesentlichen ehrenamtlich betreibt", klingt Dreher die Begründung noch wohl im Ohr.

Der Minitraktor der Eisstockschützen ist in der Eiswiese einbrochen. Dabei ist die Vorderachse gebrochen. Wilfred Dreher (Brille) und Reinhard Bäurer begutachten den Schaden.
Der Minitraktor der Eisstockschützen ist in der Eiswiese einbrochen. Dabei ist die Vorderachse gebrochen. Wilfred Dreher (Brille) und Reinhard Bäurer begutachten den Schaden. | Bild: Wursthorn, Jens

Sigwarth war es auch, der im Internet eine Ersatzachse ausfindig machte. Für 130 Euro zuzüglich Speditionskosten. Die Sendung soll dieser Tage ankommen. Momentan steht der Minitraktor bei Reinhard Bäurer in der Halle. Das rote Kraftpaket ist aufgebockt, die gebrochene Achse bereits ausgebaut. "Also wir sind bereit", sagt der Inhaber der Landmaschinenfirma.

Der Hauptverantwortliche der Eisstockschützen für die Eiswiese, Wilfried Dreher.
Der Hauptverantwortliche der Eisstockschützen für die Eiswiese, Wilfried Dreher, hofft, dass seine Bohrmaschine zum Messen der Eisdicke auch in diesem Winter noch zum Einsatz kommt. | Bild: Müller, Jürgen

Mit der Eisdicke könnte es dennoch demnächst etwas werden. Acht Zentimeter Eisstärke konnte Wilfried Dreher am Dienstag unter Schnee messen, zehn Zentimeter in den vom Schnee geräumten Bereichen. Hier könnte die Sonne, eigentlich ein Feind des Eises, die nächsten Tage durchaus helfen. Zehn Zentimeter Mindestdicke müssen es sein, damit die Eiswiese für Wintersportler freigegeben wird.