Wenn am Freitag um 19.30 Uhr im Bartók-Saal der Donauhallen die Künstlergilde ihre Jahresausstellung eröffnet, ist auch Helmuth Sabrowski mit sechs Aquarellen mit dabei: Ein Künstler, der vor ein paar Wochen seinen 85. Geburtstag gefeiert hat und 1970 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergilde Donaueschingen gehörte. Ein Mann der ersten Stunde sozusagen und einer der Jahr für Jahr mit seinen farbenfrohen Arbeiten auf der Werkschau der Gilde vertreten ist.

Die Landschaft rund um Donau, Brigach und Breg, die Schönheiten der Baar, von Natur, Wald und Flur hat es ihm angetan. "Ich arbeite jeden Tag mit Pinsel und Farbe", sagt er, "ich bin verliebt in die Landschaft an der Donau und am Bodensee." Ob Neudingen, Gutmadingen, Geisingen, ob Allmendshofen oder Unteruhldingen, ob Herbst, Frühjahr oder Winter: Helmuth Sabrowski fängt Stimmungen der Naturlandschaft in seinen Bildern ein, ohne Scheu und ohne allzu viel Experimentiererei. "Nass in Nass", werden die Aquarellfarben sensibel und mit leichter Hand auf die Bögen des Malblocks gesetzt.

"Skizzieren mit dem Pinsel" und zwar draußen in der Landschaft, vor seinen Bildmotiven: Sabrowski findet sie in den Donauniederungen oder in der Bregaue. Abstraktes Malen, er nennt es "modernes Malen", ist Sabrowskis Sache nicht. "Das befriedigt mich nicht." Ihn interessieren vielmehr Landschaften, Häuser, Bäume, ein paar Gegenstände oder die alten Scheunen, die für die Baar-Landschaft so typisch sind.

"Der Reiz beim Aquarellieren liegt in der Transparenz, in der wässrigen Durchsichtigkeit der vorgefundenen Stimmung", deutet er an und fängt sie einfach ein, indem er die Bögen nass macht und dann die Wasserfarben mit dem Pinsel auftupft. Die Farben laufen ineinander, geben dem Aquarell seine eigene Struktur und Gestalt.

Dies ist Helmuth Sabrowski auf seinen Bildern wichtig. So wie er es bei Karl Merz, dem berühmten Maler der Baar gelernt hat. In den 1950-er Jahren waren beide Maler mit Fahrrad, Skizzenblock, Pinseln und Farbkasten unterwegs und malten, was ihnen "unters Auge" kam.

1970 im "Schützen" war Sabrowski mit dabei als, die Künstlergilde aus der Taufe gehoben wurde. Anlass war eine erste Ausstellung und wohltätige Spende für die Aktion Sorgenkind mit einem Erlös aus verkauften Bildern in Höhe von rund 3000 Mark, erinnert sich der 85-Jährige. Kurz danach wurde dann aus dem lockeren Treffen ein richtiger Verein: Mit dabei waren Helmut Müller-Wiehl, Anneliese Lauber, Kurt Grill und natürlich der unverwüstliche Hans Lang und Helmuth Sabrowski.