Donaueschingen (gf) Björn Gottstein, der Intendant der Donaueschinger Musiktage, hat dem Kulturausschuss des Gemeinderats einen konzentrierten Blick in die aktuelle Programmstruktur des Festivals und seine Finanzierung vermittelt. Darüber hinaus hat er Aspekte, welche die Zukunft betreffen, kurz und bündig skizziert, die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gewürdigt und eine Reihe einzelner Nachfragen aus dem Gremium beantwortet.

Zumindest bis 2020 wird Gottstein bewusst keinen Schwerpunktthemen nachgehen, sondern eine weitgehende programmatische Offenheit pflegen. Er will darauf achten, dass die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Neuen Musik zur Selbstverständlichkeit wird. Und zudem möchte er mit neuen Konzertformaten experimentieren, um allzu feste Rituale des Konzertierens und des Hörens zu verändern.

Sensationell stabil nennt Gottstein die Finanzierung der Musiktage für die nächsten Jahre. Die drei größten Zuschussgeber sind derzeit die Kulturstiftung des Bundes mit jährlich 252 000 Euro, der Südwestrundfunk mit 170 000 Euro und die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung mit 120 000 Euro. Die Stadt schießt 80 000 Euro zu und verrechnet weitere 40 000 Euro für die Technischen Dienste.

Ein spektakuläres, ja gigantisches Projekt ist für die Musiktage 2018 vorgesehen. Zu einem auf die Musik bezogenen Film werden als gewaltiges Ensemble das Symphonieorchester, das Vokalensemble und die Big Band des SWR gemeinsam auftreten. Was das von Gottstein ironisch so bezeichnete "heilige Jahr" 2021 angeht, in dem 100 Jahre Musiktage gefeiert werden, steht fest, dass ein professioneller Kurator eine Ausstellung vorbereiten und verantworten wird. Gottstein und sein Team bemühen sich außerdem um das Erscheinen einer Sonderbriefmarke.

Bei der Aussprache mit den Mitgliedern des Ausschusses erntet Gottstein aus allen politischen Richtungen viel Anerkennung für seine Arbeit. Einzig bei einer Nachfrage von Karin Stocker-Werb nach dem herben Verlust des Festivalkongresses Upgrade muss er oder will er passen.