Neuer Schwung für die deutsch-ungarische Freundschaft und die Partnerschaft zwischen Vác und Donaueschingen: Wenn nächstes Jahr das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen gefeiert wird, will Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly die Kochmütze aufziehen und beim Herbstfest dafür sorgen, dass es endlich wieder eine deftige ungarische Gulaschsuppe im Angebot gibt. Er räumte am Mittwochabend im Hotel "Hirschen" aber ein, dass er nicht garantieren könne, dass seine Suppe genauso zum Gaumenschmaus wird, wie es die Donaueschinger erwarten.

Indessen sind die gut 20 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung zuversichtlich, dass die Suppe wieder ein Verkaufshit wird. Paulys Ankündigung ist ein wichtiger Impuls, den die neue Deutsch-Ungarische Gesellschaft gut gebrauchen kann. Der Verein war nämlich ernsthaft in der Krise und drohte sich aufzulösen, der "Freundeskreis Donaueschingen – Vác", wie er bisher hieß, kämpft mit schwindenden Mitgliederzahlen und mangelndem Interesse. Die Partnerschaft mit Vác besteht seit 1993 und ist Anerkennung dafür, dass Ungarn wesentlichen Anteil daran hatte, dass die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten Wirklichkeit wurde.

Daher haben die Stadt Donaueschingen und die verbliebenen engagierten Mitstreiter viel Engagement aufgebracht, um die Partnerschaft mit Vác am Leben zu halten und den Verein zu retten. Nach vielen Jahren an der Spitze des Vereins wollte Artur Zwetschke schon im zurückliegenden Jahr das Amt des Vorsitzenden abgeben. Aber es fand sich kein Nachfolger, die Aktivitäten schlummerten vor sich hin. Jetzt aber soll es wieder aufwärtsgehen, da sich mit Andreas Heidinger ein neuer Vorsitzender fand, der dem Partnerschafts-Verein Hoffnung gibt, "dass es wieder besser wird", wie Zwetschke erläutert.

Heidinger verdeutlicht, dass der Verein künftig auch einen neuen Namen hat: Als "Deutsch-Ungarische Gesellschaft" (DUG) soll er sich damit anpassen an die beiden anderen Vereine, die sich in Donaueschingen um Kaminoyama in Japan und Saverne im Elsass kümmern. Dem sei "ein längerer Reifungsprozess vorausgegangen und eine Satzungsänderung", sagt Heidinger. Jetzt warten neue Aufgaben auf die Mitglieder. Sie wollen verstärkt um die in der Region lebenden Ungarn werben und sie als Mitglieder gewinnen.

OB Pauly freut sich, dass es weiter geht, "das ist wichtig für die Stadt" sagt er, "Donaueschingen braucht ein engeres Verhältnis zu den Partnerstädten." Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft sei ein wichtiger Verein, um die Partnerschaft mit Vác am Leben zu halten. Es gehe darum, diese Freundschaft auch zu leben, "sie lebt durch das Interesse in der Bevölkerung".

Pauly will dafür arbeiten, dass es wieder einen Schüleraustausch mit Vác gibt, "das ist das Allerwichtigste, dass junge Leute die andere Kultur in Ungarn kennenlernen. Wir können ein unglaubliches Angebot machen, die Donau ist eine Brücke, die durch einen Fluss geschlagen wird".

Die Gesellschaft

Der neue Vorstand gruppiert sich um den Vorsitzenden Andreas Heidinger mit Annie Bronner, Angelika Müller und Karin Stocker-Werb (Kasse). Beiräte sind Rosemarie Steurenthaler, Andreas Hessler, Ernst Zimmermann (Schriftführer), Artur Zwetschke und Heike Föhrenbach vom städtischen Kulturamt. Rechnungsprüfer sind Klaus Lehmann und Hartmut Winterhalter. Willi Hönle und Gaby Häfner scheiden aus dem Vorstand aus. Der Verein wird beim Herbstfest dabei sein, dieses Jahr aber ohne Gulaschsuppe. Es gibt Salami, Käse und Wein. Eine Internetseite ist in Vorbereitung, Ernst Zimmermann will mit einem Lichtbildervortrag Appetit machen auf Ungarn und Vác.