So verbindet sich der Name der Residenzstadt am 23. September mit der Zahl 33. Mit einer Schnapszahl hat das nichts zu tun. An diesem Tag wird in Karlsruhe zum 36. Mal der Baden-Marathon ausgetragen. Der Schriftzug Donaueschingen prangt auf der Wegmarke bei Kilometer 33. Zum bedeutenden Inland-Laufevent werden bis zu 10 000 Sportler erwartet. Anfang des vierten Rennviertels sind die Chancen ja noch ganz gut, dass sich die müden Sportleraugen wohlwollend dem Hinweis auf die Baarstadt zuwenden.

Ohne selbst Marathon zu laufen, haben sich die Verantwortlichen des Vereins Bildung und Erziehung (VBE) Südbaden, Marianne Markwardt und Josef Klein Donaueschingen als Reiseziel ausgeguckt. Natürlich standen eine Brauereibesichtigung mit Bierverköstigung, eine Stadtbesichtigung und eine Visite an der Donauquelle an. Lehrreich empfanden die Gäste aus einem größeren Umland offenbar auch den Besuch im Schloss. Besonders ein imposanter Baderaum aus alten Zeiten mit funktionierender Dusche – ein im Pressebericht der Bildungsreisenden mit zwei Ausrufezeichen versehener Umstand – prägte sich ein. Man kann an dieser Stelle nur hoffen, dass die VBE-Gruppe ein nüchternes Verständnis gegenüber den allgemeinen Sanitär-Standards in Donaueschingen aufbringen.

Wo es um das Bild Donaueschingens in der Welt da draußen geht, darf eine Beobachtung von Anton Knapp nicht fehlen. Der Hüfinger Alt-Bürgermeister schipperte nämlich unlängst von Passau bis zum Schwarzen Meer. Und weil sich das Flussschiff auf der Donau stromabwärts bewegte, ward Knapp besonders hellhörig, was da den Reisenden, mündlich wie schriftlich, als Wissenswertes über die Donau berichtet wurde. Richtig diplomatisch wurde dabei der alte Streit zwischen Donaueschingen und Furtwangen um den Ursprung der Quellen aufbereitet. Weil nämlich keine Einigung bestehe, habe man die Vermessung flussabwärts vorgenommen; eine Messmethode, die sonst nur bei Nebenflüssen vorkommt.

Sulina am Schwarzen Meer wurde demnach mit dem Nullkilometer versehen, die Quelle im Fürstenbergpark befindet sich bei Kilometer 2850, die Quelle der Breg bei Kilometer 2888. Den kleinen Streit um einen großen Fluss elegant auf den Kopf gestellt. Immerhin, so erfuhren die Donauschiffer obendrein, wälzt der wasserreichste Fluss des europäischen Kontinents jährlich rund 203 Milliarden Kubikmeter Wasser ins Schwarze Meer. Das ist so viel Wasser, wie Rhein, Weser und Elbe zusammen bewältigen. Und vielleicht noch interessanter als eine funktionstüchtige alte Dusche im Fürstenschloss.

Die Donauquelle: Man spricht über sie natürlich auch bei einer Bootsfahrt Richtung Schwarzes Meer. <em>Bild: Rainer Bombardi</em>
Die Donauquelle: Man spricht über sie natürlich auch bei einer Bootsfahrt Richtung Schwarzes Meer. | Bild: Rainer Bombardi