Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg und sind besonders kriminell – Vorurteile wie diese halten sich beständig. Doch hinter den Parolen steckt wenig Substanz. Und es gibt leichtgläubige Menschen, die sogar das Gerücht, dass Asylbewerber Freikarten für Bordellbesuche erhalten, für bare Münze nehmen. Wann beginnt Rassismus, woher kommen Ressentiments gegen Fremde und wie lebt es sich als Flüchtling in Deutschland? Was steckt hinter den beunruhigenden Sprüchen am Stammtisch? Das sind Fragen, die bei den internationalen Wochen gegen Rassismus von Sonntag, 12. März, bis Sonntag, 26. März, in Donaueschingen thematisiert werden. Veranstalter ist der Treff der Kulturen, die Kultur Quelle Donau, der Arbeitskreis Asyl, die katholische Seelsorgeeinheit, die Evangelische Erwachsenenbildung und die Stadt Donaueschingen. Die Schirmherrschaft hat OB Erik Pauly übernommen.

Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe ist eine Ausstellung im Mariensaal mit Künstlern aus der Türkei, Afghanistan und Syrien. Sie wird am Sonntag, 12. März, 12 Uhr eröffnet. Andreas Bordel-Vodde, Leiter der Kunstschule Donaueschingen, wird die Künstler und deren Arbeiten vorstellen. Es sind der 67-jährige türkischstämmige Maler, Bildhauer und Diplom Kunst- und Keramikingenieur Navzat Sahin aus Königsfeld, der 55-jährige Afghane Akbar Khurasani, der seit vergangenem Jahr in Blumberg lebt und sich kalligrafischen Arbeiten im Stil des orientalischen Impressionismus verschrieben hat, und der 26-jährige Syrer Yazar Al-Rafaai. Letzterer wohnt in Donaueschingen. Er musste laut Pressetext seine Heimat auch wegen seiner Porträt- und Aktstudien verlassen, sein Vater ist im Krieg gefallen. Die Ausstellung, bei deren Vernissage Kirchenmusiker Andreas Ruetschlin aufspielt, ist bis zum 26. März geöffnet.

Am Samstag, 18. März, und Samstag, 25. März, bittet Pfarrer Loks um 12 Uhr zu einem Gebet für den Frieden in die St.-Marien-Kirche. Die Einladung richtet sich an alle, die sich angesprochen fühlen, unabhängig von Konfession oder Glauben. Zu einer Autorenlesung "In der Heimat eine Fremde – Das Leben einer jüdischen Familie am Bodensee im 20. Jahrhundert" mit Anne Overlack kommt es am Mittwoch, 22. März, 19 Uhr, in der Stadtbücherei.

An Menschen von 5 bis 99 Jahren richtet sich der interkulturelle Spielenachmittag am Samstag, 25. März, von 15 bis 18 Uhr, im Sternensaal. Spiele sind vorhanden, wer mag, darf aber auch eigene mitbringen. Die Veranstalter haben die Erfahrung gemacht, dass sich beim Spielen häufig Gespräche in gelockerter Form ergeben.

Öffnungszeiten der Ausstellung: 12. März 12-16 Uhr, 13. und 14. 15-17 Uhr, 15. 11-13 Uhr, 17. 15-17 Uhr, 19. 10-16 Uhr, 20. 17-19 Uhr, 21. 15-17 Uhr, 22. 11-13 Uhr, 23. und 24. 15-17 Uhr, 26. 10-12 Uhr. Kontakt für Sonderzeiten für Schulklassen: Telefon 0 15 11-5 65 49 66 (Renate Heinrich)