Sieben Minuten: So lange ist ein Polopferd während eines Spiels zu sehen. „Ein Polospiel hat vier Chuckas und für jedes Chucka wird das Pferd gewechselt. Deshalb hat auch jeder Polospieler mehr als ein Pferd“, erklärt Kerstin Tritschler, die seit 14 Jahren für das Fürstenhaus das Poloturnier organisiert. Und deshalb werden fürs Wochenende fast 200 Pferde erwartet.

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Doch bevor die Pferde überhaupt fürs Turnier zugelassen werden, müssen sie durch die kritische Kontrolle des Tierschutzbeauftragten und des Amtstierarztes. Neben dem Gesundheitstest wird auch der Gesamtzustand des Tieres beobachtet. „Wir haben Pferde auch schon nicht starten lassen. Für uns ist das Allerwichtigste, dass es den Pferden gut geht“, erklärt Tritschler. Zwei Tierärzte sind auch während des Turniers immer vor Ort – falls etwas passiert. Zuschauer könnten sowohl Ärzte, als auch Pfleger und Spieler jederzeit ansprechen.

Zuschauer können Pferde aus nächster Nähe betrachten

Gerade, dass die Zuschauer beim Polo so nahe an die Tiere herandürfen, lässt sie auch sehen, dass ein Pferd nach dem Spiel heftig atmet und schwitzt. „Das mag für den einen oder anderen extrem aussehen“, sagt Tritschler.

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Klar, würden sich die Pferde in den sieben Minuten anstrengen und müssten sich erst einmal ausruhen. Aber der Galopp über das Polofeld sei für die Tiere auch im Gegensatz zum Springen über Hindernisse eine natürliche Bewegung. Zu vergleichen wie etwa das Joggen beim Menschen – da wundert sich ja auch niemand, wenn man außer Atem ist und schwitzt.

Auch Polopferde freuen sich nach getaner Arbeit über eine Dusche.
Auch Polopferde freuen sich nach getaner Arbeit über eine Dusche.

Doch gleich nach dem Spiel geht es für die Tiere auf die Koppel. „Unsere Pferde dürfen nach draußen“, erklärt Tritschler. Und das auch den ganzen Winter über, denn von Ende September bis Ende April dürfen die Polopferde auf die Winterweide und haben sechs Hektar zur Verfügung. „Dann dürfen sie ganz Pferd sein und wir lassen sie komplett in Ruhe.“

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Einmal am Tag schaut jemand nach, ob ausreichend Wasser und Heu vorhanden ist. Frieren die Pferde nicht, wenn sie im Winter draußen stehen? „Man sieht richtig, wie sie sich verändern und anpassen. Sie bekommen ein Winterfell und einen dicken Bauch.“

Den Winter verbringen die Polopferde auf der sechs Hektar großen Koppel.
Den Winter verbringen die Polopferde auf der sechs Hektar großen Koppel. | Bild: privat

Erst im Mai wird dann trainiert: Morgens und abends beschäftigen sich die argentinischen Polotrainer mit den Tieren. Eines wird geritten, zwei andere rechts und links geführt. Und locker geht es über den Poloplatz. Während Dressur- oder Springpferde oft Wochenende für Wochenende im Einsatz sind, spielt das Erbprinzenpaar auf ein oder zwei Turnieren im Jahr. Und wenn das große Reitturnier im August anstatt wie üblich im September ist, dann gibt es auch kein Polo. „Sie wären da gerne dabei, verzichten aber zum Wohl der Pferde“, sagt Tritschler.

Christian Erbprinz zu Fürstenberg spielt im Team Fürstenberg Brauerei mit.
Christian Erbprinz zu Fürstenberg spielt im Team Fürstenberg Brauerei mit.

Ein hohes Risiko bergen für Pferd und auch für den Reiter Löcher auf dem Turnierplatz. „Deshalb stehen dort auch Schilder, dass keine Hunde auf die Polofläche dürfen.“ Es handle sich um einen reinen Sicherheitsaspekt. Denn werden Löcher gebuddelt, können diese sich zu katastrophalen Stolperfallen für die Pferde entwickeln. „Wir kontrollieren das das ganze Jahr, dass auch nichts passiert“, erklärt Tritschler. Und nach dem Turnier dürfen die Pferde dann wieder auf die Koppel.