Und die Abstände zwischen den Streifzügen vermutlich verschiedener Täter werden geringer. Anfang März, bei Einrichtung der Baustelle, wurde zum ersten Mal eingebrochen. Entwendet wurde nichts. Nachdem Mitte September eine Brückenbaustelle in Allmendshofen unliebsamen Besuch bekam (die um Werkzeuge "erleichtert" wurden, war bis Mitte März Ruhe. Da geriet ein Baucontainer an der Hausener Straße in Hüfingen ins Visier. Gestohlen wurde nichts. Fünf Wochen später nun, in den Osterferien, traf es einen Container an der B 27-Baustelle. Messgeräte und Werkzeuge im Wert von 25 000 Euro gerieten in dunkle Kanäle. Wie perfide es dabei zuging, weiß Matthias Henrich, Pressesprecher beim Regierungspräsidiums Freiburg.

Erst wurde ein Container aufgebrochen, im dem sich ein Schlüssel befand, der den nächsten Container öffnete. Die Belohnung für die Hartnäckigkeit der Diebe: Mitnahmebereit präsentierten sich ein GPS-Gerät (Wert: 20 000 Euro), ein Kanallaser (kostet rund 4000 Euro) und als "Draufgabe" eine Kettensäge im Wert von etwa 1000 Euro – allesamt bisher in Besitz der ausführenden Baufirma.

Wird die Baar zum Schwarzmarkt für ominös erworbene Fachgeräte? Muss sich künftig jeder Sorgen machen, der eine Garage oder einen Schuppen sein eigen nennt? Nein, denn nächtliche Patroullien sind nicht notwendig, wenn man Thomas Kalmbach zu Rate zieht. Der Polizeisprecher hat von Berufs wegen einen höheren Blick auf die Problematik. "Baucontainer werden überall und ständig aufgebrochen", sagt er. Die Versuchung für Kriminelle ist dort groß – das Risiko, erwischt zu werden, gering. Die Baustellen liegen weit weg von der Wohnbebauung und die Container sind kaum zu schützen. Mitunter sind sie zwar videoüberwacht. Wirksam ist diese Form der Abschreckung aber nur, wenn an die Kamera eine Einbruchs-Meldeanlage angeschlossen ist, verdeutlicht Kalmbach. Das ist sie eben nicht. Wobei sich die Anschlussfrage stellt, wie schnell die Polizei vor Ort und die Diebe dank Autobahnnähe über alle Berge wären.

Natürlich haben Ingenieuren und Bauarbeiter keine Lust, Geräte und Maschinen jeden Abend abzubauen und in ihren Fahrzeugen zu verstauen. Und so bleibt die verheißungsvolle Aussicht bestehen, auf der Baustelle irgendeine Form von Beute zu machen: Und wenn es der Diesel-Tank vom Radlader ist, der sich anzapfen lässt. So richtig helfen würde allenfalls ein Zaun, meint der Polizeisprecher – was aber mit dem Charakter einer mobilen, zeitlich befristeten Einrichtung nicht zu vereinbaren ist. Gegen massive Gewalt hilft deshalb nur ebenso schweres Beharrungsvermögen. Mancher Bauunternehmer habe schon über Nacht ein schweres Baufahrzeug "fast bündig" vor den Containergang stellen lassen, weiß Kalmbach.