In unmittelbarer Nachbarschaft des Dorfbachs in Aasen erneuerte das Naturschutzprojekt ein Biotop, das die Stadt Donaueschingen und der Schwarzwaldverein 1998 angelegt hatten. Damals waren Senken ausgehoben wurden, die sich mit Wasser füllten. Das Flachgewässer sollte durchreisenden Zugvögeln eine Nahrungsgrundlage bieten. Vor rund zehn Jahren war die Rinne schon einmal vertieft worden. Zwischenzeitlich aber war wie erneut verlandet und stark zugewachsen. "In vier, fünf Jahren wäre hier nur noch Feuchtgebüsch gewesen", beschreibt Hunger den Handlungsbedarf. "Die Weißdornbüsche haben wir gelassen, bei den Weiden haben wir mit dem Bagger sogar die Wurzelstöcke herausgezogen", so Hunger weiter. Mutmaßlich mit Erfolg: Bei einsehbaren Uferbereichen fühlen sich Vögel geschützter vor Feinden.

Biotopflege bei Aasen: Mit einer Landschaftspflegemaßnahme wird der Lebensraum der Südlichen Binnenjungfer stablisiert.
Biotopflege bei Aasen: Mit einer Landschaftspflegemaßnahme wird der Lebensraum der Südlichen Binnenjungfer stablisiert. | Bild: Garten- und Landschaftsbau Jäger

Dabei ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Absicht des Schwarzwaldvereins eher ein Nebenerfolg. Denn Aufhänger für die Artenschutz-Förderung des Landes sind Libellen. Beim Aasener Biotop hat sich, nachweislich seit 2006, die Südliche Binsenjungfer angesiedet: ein seltenes Insekt, das auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen.

Bezeichnet Hunger den Eingriff in Aasen eher als Entschlammung, so grub der Bagger der ausführenden Firma Jäger Garten- und Landschaftsbau im Biotop beim Lachengraben bei Döggingen tiefer. Der verlandete Teich wurde ausgegraben und von der Wasserzufuhr vom Lachengraben getrennt.

Vorher und nachher: Naturschutzmaßnahmen beim Biotop in Döggingen. Hier stellt sich die Teichfläche direkt nach dem Aushub dar.
Vorher und nachher: Naturschutzmaßnahmen beim Biotop in Döggingen. Hier stellt sich die Teichfläche direkt nach dem Aushub dar. | Bild: Garten- und Landschaftsbau Jäger
Vorher und nachher: Allein die natürlichen Zuflüsse aus dem Wald haben den vom Lachgraben abgetrennten Biotop-Teich bei Döggingen bis Mitte Januar nahezu aufgefüllt.
Vorher und nachher: Allein die natürlichen Zuflüsse aus dem Wald haben den vom Lachgraben abgetrennten Biotop-Teich bei Döggingen bis Mitte Januar nahezu aufgefüllt. | Bild: Garten- und Landschaftsbau Jäger

Erhöht wurde das Fassungsvermögen des Teichs: "Damit die Regenfälle des Frühjahrs ausreichen, dass der Teich im Sommer nicht austrocknet", so Hunger. Auch in Döggingen hofft man die Südlichen Binsenjunger oder ihre ebenfalls stark gefährdete Verwandte, die Glänzende Binsenjungfer fördern zu können. "Bei der Anlage kleiner Gewässer mit flachen Verlandungszonen und strukturreicher Umgebung macht man nie etwas verkehrt, denn davon profitiert eine ganze Armada seltener Arten", so Hunger.

Den Wiederbewuchs der Uferbereiche möchten die Naturschutzexperten zunächst sich selbst überlassen. Regulierende Eingriffe wären ab April oder Mai denkbar, falls sich das vielerorts zur Plage avancierte Japanische Springkraut dort breitmachen würde.