Nicht jeder Bürger hat das Glück, einen Garten zu besitzen. Und nicht jeder hat Freude am Gärtnern. Wer aber kein eigenes Stück Grün besitzt und sich dennoch eines wünscht, für den gibt es in Donaueschingen die Kleingartengemeinschaft im Haberfeld.

Glück gehört dazu

Mit etwas Glück ergattert man ein Grundstück, das man mit den entsprechenden finanziellen Mitteln sein eigen nennen darf. Zu allen Grundstücken gehören ein Häuschen und natürlich ein entsprechendes Areal, das beliebig unter der Berücksichtigung vorherrschender Bestimmungen und Regeln bepflanzt werden kann.

Meist gilt eine lange Warteliste

Bereits vor rund vier Jahren haben Waldemar und Nelli Zimmermann darüber gesprochen, solch ein eigenes Stückchen Grün zu erwerben. Und zwar in der Kleingartenanlage am Donau-Zusammenfluss, denn dort gefällt es ihnen besonders gut. Im vergangenen Jahr wurde ihr Wunsch wahr. Nach ihrer Bewerbung haben sie schnell Antwort erhalten und hatten sogar die Auswahl unter mehreren Grundstücken. Das ist schon eine Besonderheit, denn normalerweise besteht eine lange Warteliste für die begehrten Gartenstücke in der Vorzeigeanlage.

Bis zur ersten Ernte ist noch einiges zu tun. Im vergangenen Jahr erwarben Waldemar und Nelli Zimmermann ein wildes Gartengrundstück, das einige Jahre brach lag. Sie haben nicht nur das marode Haus abgerissen, sondern kämpfen sich nun auch durch die grüne Wildnis, um Gemüse und Obst anzubauen: Hier ist Waldemar Zimmermann gerade im Einsatz.
Bis zur ersten Ernte ist noch einiges zu tun. Im vergangenen Jahr erwarben Waldemar und Nelli Zimmermann ein wildes Gartengrundstück, das einige Jahre brach lag. Sie haben nicht nur das marode Haus abgerissen, sondern kämpfen sich nun auch durch die grüne Wildnis, um Gemüse und Obst anzubauen: Hier ist Waldemar Zimmermann gerade im Einsatz. | Bild: Gabi Lendle

Zum Start viel Arbeit

Schon auf den ersten Blick haben Waldemar und Nelli Zimmermann Gefallen an einem großen Grundstück gefunden, das allerdings ziemlich lange ohne Pflege auskommen musste. Am vorhandenen Häuschen war das Holz morsch und die Asbestverkleidung musste auch weg. Zudem war der Garten komplett zugewachsen. Aber die Zimmermanns haben schnell erkannt, welches Potenzial dieses Grundstück hat.

Fast jede freie Minute vor Ort

„Als erstes haben wir das Häuschen abgerissen und in diesem Jahr angefangen, die Bodenplatte für das neue zu legen, samt der Terrasse. Dann haben wir schon mal den Weg zum neuen Domizil befestigt“, erzählt Waldemar Zimmermann, der fast jede freie Minute an seiner neuen Sommerresidenz in Holzbauweise arbeitet.

Waldemar Zimmermann hat dort Platz genommen, wo bis Ende des Jahres sein neues Gartenhaus mit Terrasse stehen soll.
Waldemar Zimmermann hat dort Platz genommen, wo bis Ende des Jahres sein neues Gartenhaus mit Terrasse stehen soll. | Bild: Gabi Lendle

Gartenhaus-Pläne selbst entworfen

Der überdachte Raum darf allerdings nicht größer als 24 Quadratmeter sein. Die Pläne für ein Wohnzimmer und Küche sowie wie einen Schlafboden auf einer zweiten Ebene hat er selbst entworfen. Sein Ziel ist es, noch in diesem Jahr Richtfest zu feiern. Der 28-jährige Verfahrensmechaniker im Kunststoffbereich macht es Spaß und Freude, das Häuschen und den Garten von Anfang an selbst zu gestalten. Seine Frau Nelli hilft ihm dabei tatkräftig; allerdings kann sie wochentags nur am Vormittag kommen.

Möglichst noch dieses Jahr etwas ernten

Das Ehepaar sowie der dreijährige Sohn David freuen sich schon sehr auf den Garten, der nun mit der Hacke bearbeitet wird. Später sollen hier Kartoffeln, Zwiebeln, rote Beete, Zucchini und anderes Gemüse neben Salaten und diversen Kräutern wachsen. „Wir sind natürlich spät dran, aber irgendwas werden wir schon ernten können“, ist sich der 28-jährige Waldemar Zimmermann sicher. Ein Stückchen Rasen zum Spielen für den Sohnemann soll den Garten vollständig machen.

Sorglos die Freizeit genießen

„Wir sind hier gut aufgenommen worden und haben sehr nette Menschen kennen gelernt. Für unseren Sohn steht ein Spielplatz gleich um die Ecke zur Verfügung und wir können hier völlig sorgenlos und ohne Autoverkehr und Lärm unsere Zeit verbringen“, sagt Waldemar Zimmermann. Unterstützung sowie das nötige Know-How wird vom Verein sowie durch Vorträge und Sommerfeste zum Kennenlernen gleich mitgeliefert. Zudem wird unter den Gärtnern die Nachbarschaftshilfe stets groß geschrieben.

Ihre zweite Heimat ist die grüne Oase in der Kleigartenanlage Donaueschingen. Im Kreise ihrer Nachbarschaft verbunden mit einem Plausch lassen es sich Olga und Eugen Rej nach getaner Arbeit richtig gut gehn. Was will man mehr?
Ihre zweite Heimat ist die grüne Oase in der Kleigartenanlage Donaueschingen. Im Kreise ihrer Nachbarschaft verbunden mit einem Plausch lassen es sich Olga und Eugen Rej nach getaner Arbeit richtig gut gehn. Was will man mehr? | Bild: Gabi Lendle

Schon etwas länger erfreuen sich Eugen und Olga Rej an ihrem Häuschen aus Holz, das sie vor wenigen Jahren als Baussatz gekauft haben. Sie haben eines der neuen Grundstücksreihe am nördlichen Rand der Anlage erworben. Dabei war es nicht mal ihre eigene Idee ein Gartengrundstück zu kaufen, sondern wurden quasi von der Schwiegermutter und deren Schwester dazu überredet.

Froh um den Garten

„Anfangs hatten wir keine Lust einen Garten zu unterhalten, auch wegen der Kinder und meiner Schichtarbeit“ gesteht der 40-jährige Eugen Rej. „Jetzt sind wir froh, dass wir unseren Garten haben. Man lernt hier nette Leute kennen. Auch unsere Töchter im Alter von vier und acht Jahren finden es hier toll, sie haben viele Freunde gefunden, können auf dem Spielplatz herumtoben und Eis essen gehen“ freut sich die 33-jährige Mutter Olga. „Unsere Fahrräder stehen hier für Touren bereit, wir gehen ins Rückgrat und eine unserer Töchter spielt auf dem benachbarten Platz Tennis“ erzählt sie.

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Zur zweiten Heimat geworden

Die gute Nachbarschaft schätzen sie sehr. Ist man mal in der Anlage unterwegs, um etwas zu holen, kann es gut sein dass man erst nach zwei Stunden zurückkehrt. Man kommt ins Gespräch, quatscht ein bisschen und wird überall eingeladen. Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß. „Das ist unsere zweite Heimat, besonders am Haupttag, dem Samstag. Da sind fast alle Gartenbesitzer da“, berichtet Olga Rej, die schon jede Menge Obst und Gemüse ernten kann.

„Von allem ein bisschen“

Denn hier wachsen zwischen bunten Blumen Himbeeren, Erdbeeren, Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch und auch Salat, Zucchini, Lauch, Radieschen, Karotten, Johannisbeeren, Kräutern und Zuckererbsen, ja sogar Honigmelonen. „Von allem ein bisschen, damit die Kinder wissen, dass Tomaten und Co. nicht von Amazon kommen“, lacht Olga Rej. Ungespritzt und ohne jegliche Chemie natürlich, denn das gehört zu den Grundsätzen der Gartenanlage und ist hier verboten und verpönt.

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