Nachdem es offenbar junge Füchse waren, die immer wieder Schuhe aus Gärten geklaut, von Terrassen gemopst oder vor der Haustür entwendet haben, gibt es in der Hochstraße jetzt eine unkonventionelle Tauschbörse.

Vor dem Haus 18 wurden in der Gegend eingesammelten fremden Schuhe nebeneinander aufgestellt und warten nun auf ihre Besitzer. Ob Kinder-, Damen- oder Herrenschuh, ob Sandale oder Halbschuh, ob rot, beige, weiß oder blau: Den Tretern ist vermutlich eines gemeinsam. Sie standen genau an der richtigen Stelle, als ein junges Füchslein eine kompakte, nicht zu schwere und vermutlich auch interessant riechende Beute in sein Wirkungsfeld bekam. Und da geht es Familie Fuchs nicht anders als Familie Müller oder Schmidt: Vier- wie zweibeinige Kinder verlieren schnell das Interesse an einem neuen Spielzeug und lassen es dann unbeachtet irgendwo liegen.

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So sorgt der mangelnde Ordnungssinn der jungen Füchse für einen kommunikativen Mehrwert. Auch über die SÜDKURIER-Redaktion läuft bereits eine informelle Tauschbörse. Eine Anwohnerin der Schubertstraße meldete, einen Arbeitsschuh Größe 45 in ihrem Garten gefunden zu haben. Sie hatte den Bericht über Markus Schneider gelesen, der wiederum den Verlust seines orthopädisch veränderten Arbeitsschuhs beklagte. Doch leider hat die hilfsbereite Donaueschingerin nicht den richtigen Schuh gefunden.

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Die Tauschbörse geht weiter. Ein gutes Ende ist dabei nicht vorprogrammiert. Wie schon im vergangenen Jahr streifen die Jäger mit dem roten Fell durch die Siedlungsgärten und machen sich an allem zu schaffen, was nicht niet- und nagelfest ist. Oftmals sind das dann eben Schuhe, von denen dann nicht sicher ist, ob sie danach wenigstens in Nachbars Garten auftauchen. Manchmal bleibt das Diebesgut nämlich ganz verschwunden.

Es bleibt also spannend. Und einen positiven Nebeneffekt haben die verschwindenden Treter in jedem Fall: Man kommt mal wieder ins Gespräch mit seinen Nachbarn.