Für Arbeitnehmer geht es bei dieser Korrespondenz meist um den Rentenbescheid, den man – mit gebührendem Abstand zum Auszahlungstermin – emotionslos und brav irgendwo abheftet. Ins Spiel kommt die Deutsche Rentenversicherung aber auch, wenn es um Leistungen geht, die der Träger unabhängig vom Ruhestandsgeld erbringt, etwa Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, besser bekannt als berufliche Rehabilitation. Da gibt es, um an die wichtige Hilfe anzudocken, so manches Formular auszufüllen. Natürlich gibt man sich diesem Papierkrieg in angemessen-akribischer Weise hin und bemüht sich, keine Fehler zu machen.

Wenn dann aber über Wochen keine Antwort kommt, bemüht man sich dann doch mal nachzufassen. Dürfte ja kein Problem sein, so eine Einschätzung unlängst in meinem Bekanntenkreis. Gespeist wurde die Meinung durch eine auf einem der Bescheide hinterlegte Telefonnummer. Nein, keine Null hinten, die auf eine Zentralnummer hinweist, sondern nach einer neunstelligen Ziffernfolge die Zahlen 8098. Oh, ein echter Anschluss, so die Vorfreude, die aber schnell wie eine Seifenblase platzte. An zwei Tagen jeweils zehn Anrufversuche ins Berliner Behördennirvana kratzen am Nervenkostüm. Immerhin schaltet sich der Anrufbeantworter binnen Sekundenbruchteilen ein – und glänzt mit ungewohnt komischen Auskünften.

Denn der Anrufer wird von einer Damenstimme in Endlosschleife angesprochen. Da kann es wahlweise passieren, mit einem höflichen „Guten Tag, Sie sprechen mit dem Reha-Informationscenter der Deutschen Rentenversicherung Bund.“ Es folgt der obligate Hinweis auf beschäftigte Mitarbeiter. Wer ungeschickter in die Schleife platzt, hört nur ein „Noch einmal. Vielen Dank.“ In der Kürze liegt die Würze. Zeit ist Geld. Vielleicht nutzt mein Bekannter jetzt doch die E-Mailadresse. drv@drv-bund.de. Eine Massenadresse gewiss. Aber keine, die falsche Vorstellungen weckt.

jens.wursthorn@suedkurier.de