Im Lufthoheitsgebiet des Donaueschinger Flughafens wird es bald nur so vor Drachen wimmeln. Am 20. und 21. Mai sind wieder Drachentage. Die Rede ist nicht etwa von vierbeinigen, Feuer speienden Ungeheuern, sondern von beeindruckend filigranen, atemberaubend riesigen und allen möglichen Variationen vorhandenen Flugdrachen. Wer schon einmal die Drachentage besucht hat, weiß wie unglaublich vielfältig diese Leichtgewichte sind und wie imposant der Anblick ist, wenn sie sich im Wind wiegen.

"Wir rechnen mit 100 Ausstellern", sagt Wolfgang Karrer, der Vorsitzende des Drachenclubs Baar. "Das ist aber wetterabhängig." Die Aussteller kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Österreich.

Am Boden wirken diese Drachen riesig.
Am Boden wirken diese Drachen riesig. | Bild: Sabine Naiemi

Damit die Drachentage ein Fest für die ganze Familie werden, hat der Drachenclub Baar ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Das Teilnehmerfeld seitens der Aussteller ist international. Der in Afghanistan geborene, jetzt in Frankreich lebende Kampfdrachenpilot Omar Nasser ist einer der Besten und hat sein Kommen angesagt. Er wird seine Künste in der afghanischen – zeitweise durch die Taliban verbotenen – Tradition des Drachenlaufens demonstrieren. Freuen dürfen sich die Besucher unter anderem auch auf einen balinesischen Drachen.

Für hiesige und weiter entfernte Drachenbauer geht es jedoch schon früher los. An diesem Wochenende finden sie sich bereits für einen ganz speziellen Workshop ein. Robert Brassington aus Tasmanien ist einer der bekanntesten Drachenbauer der Welt und schon am Freitag angereist. Zusammen mit den Workshop-Teilnehmern wird das ganze Wochenende über an Entwicklungen und aktuellen Techniken des Drachenbauens getüftelt.

Am Boden wirken diese Drachen so riesig, aber sie sind so leicht, dass man sie mit einer Hand halten kann bis sie mit etwas Können im Wind flattern. Mit solchen Luftgefährten zeigen die Drachenbauer ihr ganzes tüftlerisches Können.
Am Boden wirken diese Drachen so riesig, aber sie sind so leicht, dass man sie mit einer Hand halten kann bis sie mit etwas Können im Wind flattern. Mit solchen Luftgefährten zeigen die Drachenbauer ihr ganzes tüftlerisches Können. | Bild: Sabine Naiemi

Der Faszination des Drachenbauens sei er schon in der Kindheit erlegen, erzählt Wolfgang Karrer. "Damals auf dem Dorf bettelten die Kinder beim Schreiner um Holzstäbe und bei den Eltern um Drachenpapier und Paketschnur", erinnert er sich. Mehr gab es nicht. Aber es war das Höchste im Herbst auf die Stoppelfelder zu ziehen und die selbst gebauten Drachen steigen zu lassen.

Nach einer Pause bis eigene Kinder da waren, mit denen er das Drachen bauen wieder anfing hat sich dieses Hobby wieder verfestigt und nachdem die Söhne erwachsen sind, wäre es sein Traum, mit hoffentlich irgendwann einmal vorhandenen Enkeln Drachen zu bauen. Das gemeinsame Basteln der Väter mit ihren Kindern ist es auch was ihm und den Clubmitgliedern am Herzen liege. Und wenn Väter mit ihren Kindern zusammen etwas bauen, was dann auch noch fliegt, fliegen nicht nur Kinderherzen höher.

Batman zu Besuch bei den Drachentagen 2015.
Batman zu Besuch bei den Drachentagen 2015. | Bild: Sabine Naiemi

"Es braucht nicht viel", so Karrer. Eine Kunststofftüte, Schnur, Stäbe. Etwas mehr als dieses Material wird Karrer mit einem Sechs-Meter-Spannweite-Albatross alelrdings schon benötigt haben. Der Drachenclub gebe auch gern Hilfestellung oder Anleitung, versichert Karrer.

Die Drachenbauer seien übrigens das ganze Jahr über tätig. Sie würden jeden sich bietenden Moment im Freien nutzen, egal zu welcher Jahreszeit. Und was macht das Drachenbauen so interessant? "Die Vielfältigkeit. Tüfteln, designen, entwickeln", sagt Wolfgang Karrer.

Die Drachentage zeigen die unglaubliche Vielfalt des Drachenbauens und natürlich auch Fliegenlassens.
Die Drachentage zeigen die unglaubliche Vielfalt des Drachenbauens und natürlich auch Fliegenlassens. | Bild: Sabine Naiemi

Das Wochenende der Drachentage ist für Einsteiger genau der richtige Startpunkt. Nicht nur dass ein internationales Teilnehmerfeld an bekannten Ausstellern vor Ort sein wird. Es gibt auch Vorführungen und Tipps haufenweise. Zehn Foodtrucks sorgen für das leibliche Wohl.