Nach 31 Jahren endet am Samstag die Ära von Bernd Matt. Er wird bei den Neudinger Klosternarren sein Zepter als dienstältester Zunftmeister auf der Baar und wohl auch in den angrenzenden Regionen an seinen Nachfolger übergeben.

Abschied vom Führungs-Trio

Matt hat keine Ahnung, wer dies sein wird, da er sich aus den Diskussionen über mögliche Nachfolger komplett herausgehalten hat. „Sicher ist nur, dass wir auch in Zukunft Fasnet feiern werden, nur nicht mehr an vorderster Front“, erklärt Bernd Matt, für den der Entschluss, sein Amt abzugeben, bereits vor zwei Jahren feststand. Gemeinsam mit ihm verabschiedet sich auch seine Ehefrau Christa Matt, die ebenfalls während den vergangenen 31 Jahren als Narrenmutter aktiv an vorderster Front im Fasnetgeschehen mitmischte. An ihrer Seite war während dieser Zeit Narrenvater Franz Glunk, der ebenfalls sein Amt abgibt.

Das Narrenpaar Christa Matt (von links), Franz Glunk und Zunftmeister Bernd Matt haben die vergangenen 31 Jahre Klosternarren geprägt. Am Samstag übergeben sie ihre Ämter.
Das Narrenpaar Christa Matt (von links), Franz Glunk und Zunftmeister Bernd Matt haben die vergangenen 31 Jahre Klosternarren geprägt. Am Samstag übergeben sie ihre Ämter. | Bild: Rainer Bombardi

Als Matt im Jahr 1988 den Vorsitz von Adolf Keller übernahm, der ebenfalls 15 Jahre die Klosternarren geführt hatte, hatte er nicht in den kühnsten Träumen daran gedacht, dass ihn die Zunftmeistertätigkeiten weit über die Jahrtausendwende hinweg begleiten würden. Doch die Geschichte belehrte ihn eines Besseren. „Wir waren immer ein super Team, ich hatte immer tolle und engagierte Elferräte an meiner Seite. Auch war ich mit stets der Unterstützung der Zunftmitglieder sicher“, erinnert sich Bernd Matt gerne an die Zeiten zurück, in denen die Idee des ersten Narrentreffens in Neudingen reifte.

Höhepunkte der Amtszeit

1994 war es soweit, die Zunft veranstaltete erstmals eine derartige Großveranstaltung, die alle Kritiker verstummen ließ. Matt bezeichnet dieses Narrentreffen als einen Höhepunkt seiner Amtszeit. Doch es gab noch viele weitere: In Matts Amtszeit fällt auch das zweite Narrentreffen im Jahr 2009, mit dem die Klosternarren ihren 50. Geburtstag gebührend feierten. Tausende Gäste waren auch zum Narrenwochenende der Klosternarren im Jahr 2014. Zwei Jahre später luden sie zu einem Bilderwochenende ein.

Im Kreis der Elferräte hat sich Bernd Matt wohl gefühlt. Im Bild ist er in der hinteren Reihe (6. von links) zu sehen, als sich die Räte nach der Tanzvorführung am bunten Abend 2016 gestärkt haben.
Im Kreis der Elferräte hat sich Bernd Matt wohl gefühlt. Im Bild ist er in der hinteren Reihe (6. von links) zu sehen, als sich die Räte nach der Tanzvorführung am bunten Abend 2016 gestärkt haben. | Bild: Rainer Bombardi

Die Organisation der Großveranstaltungen ist das, was die Öffentlichkeit vom Wirken der Klosternarren mitbekam. Unter die Regie der Ära Matt fielen indes auch zahlreiche andere Meilensteine, mit denen die Zunft sich in der Gesellschaft, Vereinsgemeinschaft und Schwarzwälder Narrenvereinigung etablierte. Die Idee des scheidenden Zunftmeisters war es etwa, den immer schlechter besuchten Fasnetdienstag mit einem modernen närrischen Fünfkampf aufzupeppen, er trat für die Förderung des Nachwuchses ein und auch der Schmutzige Dunschtig erfuhr moderate Optimierungen. In allem, was er unternahm, war eines von Matts obersten Zielen, den Mitgliedern möglichst ganzjährig etwas bieten zu können.

Umbau zur Zunftstube

Dank eines tollen Teams entstand aus einer Laune heraus so die Idee zum Bau eines Imbisswagens, der die Zunft auf ihren Unternehmungen hin und wieder begleitet. „Anfang der 1990-er Jahre entstand auch die Idee, den Narrenbaum an einem Samstagmorgen selbst aus dem Neudinger Wald zu holen“, schwärmt Matt von einer Idee, die sich inzwischen zum Ganztagesereignis entwickelt hat. Einen Meilenstein setzte Matt auch, als er mit der Unterstützung seiner Räte und Mitgliedern in einem Geschoss der Molke den Umbau zur Zunftstube initiierte.

„Eine fantastische Zeit“

„Meine Zeit als Zunftmeister war fantastisch. Es gab unzählige schöne Stunden und wir haben tolle Erinnerungen.“ Bernd Matt verweist darauf, dass es auch wenige Tiefen gegeben haben mag. Aber in der Erinnerung verblassen diese rasch. Dass ihm vor Langeweile die Decke auf den Kopf fällt, wenn er nicht mehr Zunftmeister ist, glaubt Matt kaum. „Ich bin ein leidenschaftlicher Koch“, lacht er, nimmt schnurstracks den Herd ins Visier und beginnt, seine selbst gemachten Spätzle zuzubereiten.