Was ihm an diesem Tag nach dem Tanken passieren würde, damit hatte Wolfgang Delor sicher nicht gerechnet. Der ehemalige Bademeister des Hüfinger Schwimmbads Aquari hatte in Allmendshofen gehalten, um den Tank seines Autos wieder aufzufüllen. Nachdem der Zapfhahn wieder eingehängt ist, wirft er einen Blick in seinen Geldbeutel: Lediglich zwei Scheine sind dort zu finden: Ein Zehner und ein 500-Euro-Schein. Ob die so einen hier überhaupt nehmen? Zumindest auf den ersten Blick sind an der zweiten Zapfsäule keine Hinweise zu erkennen. Delor macht sich auf den Weg zur Kasse.

Mitarbeiter kommt angestürmt

"Den nehmen wir hier nicht", sagt die Tankstellen-Mitarbeiterin mit Blick auf den Fünfhunderter. Plötzlich kommt ein weiterer Mitarbeiter von der Seite herangestürmt, schnappt sich den Schein und sagt: "Der ist beschlagnahmt." Wolfgang Delor ist baff, protestiert. Nein, der sei beschlagnahmt. Die einzige Möglichkeit: "Sie unterschreiben das Schufa-Formular. Das ist der einzige Weg", so der Mitarbeiter der Tankstelle.

Es gibt nicht nur diesen Weg

"Ich habe dann gefragt, ob ich mal kurz telefonieren dürfte", erklärt Delor. Das wird ihm verwehrt. Eigentlich wollte er Zuhause anrufen und seine Frau fragen, ob sie ihm nicht das Geld – es handelt sich um die Summe von 60,09 Euro – kurz vorbeibringen könnte. Der Schein ist zwar noch sichtbar, allerdings liegt er mittlerweile hinter der Theke. "Es gibt nicht nur diesen einen Weg", erwidert Delor schließlich. Er unterschreibt das Formular nicht, geht aber auch nicht weg.

Ist der gefälscht?

Schließlich kommt eine Nachbarin vorbei, deren Mann später das Geld leiht. "Er fragte mich in der Tankstelle dann noch, ob der Fünfhunderter falsch sei, dass sie ihn einbehalten hätten. Was haben da wohl die Leute gedacht?" Delor kann schließlich bezahlen und auch den großen Schein wieder mit nach Hause nehmen. Mit im Gepäck hat er aber auch den Ärger: "Ich finde, das ist eine Unverschämtheit. Es ist doch eine Frage, wie man mit den Kunden umgeht." Damit kennt Delor sich aus, hat jahrelange Erfahrung von seinen Zeiten als Bademeister. "Sie können ja die Annahme verweigern, aber beschlagnahmen?"