Zukunftswerkstatt nennt die Gemeinschaft unabhängiger Bürger (GUB) das Modell, Mitglieder auf Vorstandsfunktionen vorzubereiten. Am Donnerstagabend funktionierte die Probe aufs Exempel. Als Jörg Mietz, außerhalb des Wahlturnus und aus privaten Gründen, sein Amt als stellvertretender Vorsitzender niederlegte, rückte Ralf Gliese auf.

Seit 2004 im Vorstand

Der 46 Jahre alte Regelungstechniker, ebenfalls engagiert in Fanfarenzug, Turnverein und Narrenzunft, hatte in den vergangenen Jahren mit Mietz ein Tandem gebildet. „Diese Arbeit war sehr gut zu steuern, jetzt traue ich mir mehr zu“, sagte Gliese. An seinem Mentor habe ihn die Arbeit im Hintergrund beeindruckt: „Bei Bedarf auch mit mahnenden Worten.“ Mietz bat um Verständnis für seine Entscheidung: Ich muss jetzt die Bremse ziehen.“ Die frühere Vorsitzende Claudia Weishaar lobte ihren langjährigen Stellvertreter, der dem GUB-Vorstand seit 2004 angehörte, als wichtige Stütze, der zudem immer ihre GUB-Termine in Griff gehabt habe, wie sie augenzwinkernd anfügte.

Tobias Mauz (links) bedankt sich bei Jörg Mietz für die langjährige Arbeit im GUB-Vorstand.
Tobias Mauz (links) bedankt sich bei Jörg Mietz für die langjährige Arbeit im GUB-Vorstand. | Bild: Wursthorn, Jens

Mietz versprach, sein Steckenpferd Rädlemarkt im nächsten Jahr erneut zu organisieren. Kurz zuvor hatte der Versicherungsfachmann für Tandems im Vorstand geworben. Diese Lösung ermögliche es, selbstverantwortlich in selbst gesetzten Themenfeldern zu arbeiten, aber auch politische Fragen mit zu diskutieren. Als politische Vereinigung hat die aktuell 79 Mitglieder starke GUB in Kommunalwahljahren einen großen Zulauf neuer Mitglieder. Mehr als ein Dutzend waren es dieses Jahr.

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Dieser Schwung setzte sich in der von mehr als 20 Mitgliedern besuchten Versammlung fort. Sechs Beisitzerposten konnten problemlos besetzt werden. Gewählt wurden Marco Doser, Judith Eisenhauer und Elke Fritschi für zwei sowie Helmut Haberer, Reiner Hennch-Schnurr und Christa Schwer für ein Jahr. Den Weg fürs sechste Mandat machte die bisherige Beisitzerin Claudia Weishaar frei, die damit nicht mehr dem GUB-Vorstand angehört.

Mauz macht weiter

In die nächste Amtszeit geschickt wurde der seit 2017 amtierende Vorsitzende Tobias Mauz, Petra Mietz kümmert sich weiter um die Öffentlichkeitsarbeit und Sabine Landen bekam viel Lob für den ersten, wegen Kommunalwahl und EDV-Umstellung sehr komplexen Kassenbericht. Sie ließ ihr Amt um eine Jahr verlängern, die Kassenprüfer Martin Auer und Norbert Schlosser fungieren für weitere zwei Jahre.

Abschiedsgeschenk GUB-Drachen. Jörg Mietz (links) mit Franz Wild
Abschiedsgeschenk GUB-Drachen. Jörg Mietz (links) mit Franz Wild | Bild: Wursthorn, Jens

In der Versammlung geehrt wurden Heinrich Kienzler und Bernhard Mauz für 30 Jahre Mitgliedschaft, Günter Schick für 25 sowie Tobias Mauz für zehn Jahre Mitgliedschaft. Der Wirtschaftswissenschaftler dankte seinen erfahrenen Vorstandskollegen für die Starthilfe der ersten Jahren. „Es ging nichts in die Hose, aber das lag nicht an mir“, konstatierte der Moderator des Abends mit trockenem Humor.

Kein Ok für Vereinsheim-Projekt

Über die Gemeinderatsarbeit berichteten die GUB-Stadträte. Franz Wild befürwortete die 1,7 Millionen Euro für die Sanierung der Sporthalle der Eichendorffschule. Auf den Weg gebracht sei das 30-Millionen-Projekt Realschul-Neubau. Hinter der Sanierung des Parkschwimmbads stehe angesichts der offenen Zuschussfrage allenfalls ein Irgendwann. Dem unverhofft präsentierte Projekt ehemaliges FV-Vereinsheim fehle ein Konzept. In den nächsten zwei, drei Jahren werde es wohl nicht umgesetzt.

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Bei den Bildungsprojekten stellte Claudia Weishaar die mit einer Million Euro kalkulierte Kindergartenerweiterung in Aasen in den Fokus. Die angespannte Raumsituation erfordere aber auch eine Erweiterung der Erich-Kästner-Schule.

In der Karlstraße ist es abends dunkel

Markus Milbradt ging auf den Aufbau eines City-Managements ein. Das aus Vertretern der Verwaltung, des Gemeinderats und des Gewerbevereins zusammengesetzte Gremium könnte mehr Einfluss haben als die Händler allein. Milbradt sprach konkret den Umstand an, dass die Karlstraße momentan abends kaum beleuchtet sei. Um eines freundlichen Eindrucks wegen sollten Geschäftsinhaber in ihren Läden nach Ladenschluss Licht anlassen.