Donaueschingen – Mit seinen Kanzelreden hat der frühere Donaueschinger Stadtpfarrer Hans-Peter Fischer ein Veranstaltungsformat in Donaueschingen etabliert, das seit 2003 regelmäßig prominent Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu Predigern in St. Johann werden lässt. Was mit dem damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel begann, findet am Sonntag, 1. Dezember, seine 26. Fortsetzung mit Roland Mack, dem Gründer und Geschäftsführer von Deutschlands größtem Freizeitpark, dem Europa-Park in Rust. Sein Thema ab 17 Uhr im böhmisch-barocken Kirchenbau: „Vom Kutschenbau bis zum Europa-Park: Das Familienunternehmen Mack im Wandel der Zeit“.

Spricht von der St-Johann-Kanzel: Roland Mack.
Spricht von der St-Johann-Kanzel: Roland Mack. | Bild: Photographer: haasinparis.com

Macks bunte Spaß- und Unterhaltungswelt geriet im Mai des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen: Die Themenbereiche Skandinavien und Holland waren größtenteils einem Feuer zum Opfer gefallen. Zerstört wurden Restaurants, Geschäfte und ein Fahrgeschäft. „Nach dem Schock des Brandes ging es uns darum, alles möglichst schnell wieder aufzubauen‘, sagte Roland Mack seinerzeit: Seine Reaktion auf die Beinahe-Katastrophe: nicht kleckern, sondern klotzen: In den Wiederaufbau flossen 60 Millionen Euro. Damals wurde auch deutlich, welch enge Beziehung die Besucher zum Vergnügungspark pflegen: Fans starteten ein Unterschriftenaktion für den den Wiederaufbau der durch das Feuer zerstörten Fahrattraktion „Piraten in Batavia“.

Menschen fahren im Europa-Park in Rust in der Achterbahn „Poseidon“.
Menschen fahren im Europa-Park in Rust in der Achterbahn „Poseidon“. | Bild: Patrick Seeger

Auswirkungen auf die Gästezahl hatte das Großfeuer nicht: Mit über 5,6 Millionen Besuchern verzeichnete der Europa-Park vergangenes Jahr erneut einen Rekord. An guten Tagen kamen 30 000 Personen, an Spitzentagen gegen 50 000.

Studentin Zoe Brunet aus Belgien wird nach ihrer Wahl zur „Miss WM 2018“ im Europa-Park auf der Bühne von der „Miss WM 2014“, Daniela Ocoro Mejia aus Kolumbien, gekrönt.
Studentin Zoe Brunet aus Belgien wird nach ihrer Wahl zur „Miss WM 2018“ im Europa-Park auf der Bühne von der „Miss WM 2014“, Daniela Ocoro Mejia aus Kolumbien, gekrönt. | Bild: Patrick Seeger

Der Europa-Park ist ein klassisches Familienunternehmen: Am 12. Juli 1975 eröffneten Franz und sein Sohn Roland Mack den Europa-Park in der kleinen Ortenau-Gemeinde Rust. Heute hat das Unternehmen so viele Mitarbeiter wie der Ort Einwohner: knapp 4000. Geschäftsführer des Parks sind Roland Mack, sein Bruder Jürgen Mack und Roland Macks Söhne Thomas Mack und Michael Mack.

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Doch hat Roland Macks Lebenswerk die Grenzen des Wachstums erreicht? Eine Bürgerinitiative namens „Jetzt langt‘s“ ist Ende August dieses Jahres erstmals an die Öffentlichkeit getreten. Sie hat sich vorgenommen, die rasante Entwicklung des Europa-Parks zu bremsen. Die Anwohner beklagen Lärm und Verkehrsstaus und befürchten eine weitere Versiegelung der Landschaft.