Am Sonntagnachmittag waren die Besucher im Uffheim bei einer Feierstunde Zeugen eines historischen Moments: Erstmals in der 900-jährigen Geschichte gibt es von dem bereits im Jahr 1935 nach Donaueschingen eingegliederten Ort eine aufwändig gestaltete Chronik, die sich in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit und Recherche zu einem wertvollen Dokument in Buchform entwickelt hat.

Was andere Orte seit Jahrzehnten haben, gibt es nun auch in Aufen. Die neue Chronik ermöglicht es dem Leser, in die Historie eines Ortes einzutauchen, der durch seine ländlich strukturierte Vergangenheit auffällt. Christoph Meyer, Vorsitzender des Fördervereins für Sport, Kultur und Gesundheit in Aufen, dankte in seiner Begrüßung Leander Binder, dem Initiator und Autor der Chronik. Doch auch den unzähligen Bürgern galt sein Dank, die mit ihren Erinnerungen, Bildern und Zeitdokumenten das literarische Werk vervollständigt und zu einem wertvollen Dokument der Historie Aufens gemacht haben.

Bürger sind stolz

Es habe allen einiges abverlangt, die Entwicklung des Ortes in Wort und Bild festzuhalten, ergänzte Meyer, der das Resultat als ein "riesiges Ergebnis" bezeichnete, auf das die Aufener stolz sein könnten. Ein Bläserensemble mit Rainer Emminger, Kurt Rosenstiel (Trompeten), Bernd Dufner (Posaune), Fabian Reis (Waldhorn) und Christoph Meyer (Bass) sorgte mit passenden Klängen für den festlichen Rahmen bei der Veranstaltung.

Anfangs stand der Plan, eine Ortschronik zu erstellen, bei Autor Leander Binder nicht im Vordergrund. "Ich wollte lediglich stichwortartig die Geschichte Aufens nach Möglichkeit bebildert festhalten", erklärt er. Binder erzählte, wie sich aus der nebenbei entstandenen Freizeitbeschäftigung nicht zuletzt auf Grund der Unterstützung vieler Bürger ein spannendes und leidenschaftliches Vorhaben entwickelte. Dieses blieb auch dem Förderverein nicht verborgen, der sich auf Anhieb mit der Idee zur Erstellung einer Aufener Chronik in Buchform anfreundete. Als sich auch noch die Volksbank als Geldgeber einbrachte, war zumindest die finanzielle Basis für ein derartiges Werk gelegt.

Keine Kulturgüter

"Wir haben eigentlich keine Kulturgüter oder eine Historie wie die umliegenden Orte", erinnerte Binder beispielhaft an Neudingen mit seiner Kaiserpfalz oder Pfohren mit seiner Entenburg. Schnell habe er jedoch festgestellt, dass das Besondere von Aufen in seinem Alltagsleben in den Jahrhunderten seines Bestehens lag. Auch wenn er zu Beginn keine Gedanken an ein Buch verschwendet habe, sei für ihn klar gewesen, die Dorfchronik in eine Form zu bringen, die auch ein Gewinn für die Nachwelt sei. "Es wäre schade gewesen„ wenn das Wissen verloren gegangen wäre", so Binder.

Während einer musikalisch unterlegten Diashow mit Bildern aus der Chronik boten die Veranstalter die Möglichkeit, in der Historie von Aufen zu schwelgen. Christoph Meyer überreichte das erste Exemplar der Aufener Ortschronik ihrem Initiator und Autor Leander Binder und gab im Anschluss den Startschuss zum Verkauf.