Das Forbenhäusle im Forbental, in 900 Meter Höhe über der Landesstraße zwischen Hammereisenbach und Wolterdingen gelegen, galt über Jahrzehnte als Wochenendidylle für mehrere Donaueschinger Familien aus dem katholischen Milieu. Doch seit knapp zwei Jahren ist das Häuschen ausgeräumt und verschlossen. Die Hüttengemeinschaft hatte sich in den Jahren zuvor krachend aufgelöst: Juristische Scharmützel, persönliche Auseinandesetzungen, gegenseitige Vorwürfe und am Ende jede Menge Frust setzten dem Freizeitheim-Treiben auch vertraglich ein Ende. Das Kreisforstamt hatte die Interessengemeinschaft Forbenhäusle schon Ende 2017 zu einer Auflösung der Nutzungsvereinbarung gedrängt.

Im Dornröschchenschlaf: Das einst beliebte Freizeitheim wartet auf neue Pächter.
Im Dornröschchenschlaf: Das einst beliebte Freizeitheim wartet auf neue Pächter. | Bild: Wursthorn, Jens

Seither steht das kleine Anwesen, bestehend aus Zimmern, Küche, Nebenräumen, Keller und angebautem Holzschopf, zur Neuverpachtung an. Das sei allerdings ein weiter Weg, deutete auf Anfrage Johannes von Stemm an. Der Forstbeamte verantwortet an seinem neuen Dienstsitz in Kirchzarten unter anderem die Liegenschaften der Forstverwaltung.

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Bevor neue Nutzer für das Forbenhäusle gesucht werden können, gibt es dort viel zu tun. „Da haben wir den Brandschutz, die Quelle, aber auch die Kläranlage, um nur ein paar Themen zu nennen“, schildert von Stemm die anstehenden Aufgaben. Diesen stehen zwei Begriffe gegenüber, die für die Forstverwaltung zuletzt „anderthalb Jahre Katastrophenmodus“ bedeuten. Die Borkenkäferplage habe dem Forst in den vergangenen beiden Jahren personell enorm zugesetzt.

Eines der Bruchstücke einer jahrzehntelangen Familienfreundschaft: Der Kachelofen im Forbenhäusle muss repariert werden.
Eines der Bruchstücke einer jahrzehntelangen Familienfreundschaft: Der Kachelofen im Forbenhäusle muss repariert werden. | Bild: privat

Dazu kommt die Strukturreform innerhalb der Forstverwaltung. Zum Jahresanfang wechselten etwa 30 Forstbedienstete aus dem Kreisforstamt in das selbstständige Landesunternehmen ForstBW, das sich um den Staatswald in Baden-Württemberg kümmert. Die Neuorganisation am Dienstsitz in Kirchzarten sei keineswegs noch nicht abgeschlossen, räumte von Stemm ein.

Hier kann man feiern: das Forbenhäusle.
Hier kann man feiern: das Forbenhäusle. | Bild: Wursthorn, Jens

Deshalb sei es eher unwahrscheinlich, dass es für das Forbenhäusle noch dieses Jahr eine Übergabe gibt. Was nicht weiter schlimm sein. Die Hütte sei wetterdicht verschlossen.

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