Wenn es mitten in der Nacht im Schlafzimmer auf einmal merkwürdig flattert, bitte nicht wundern. Auch nicht darüber, dass es sich dabei eventuell nicht um einen Vogel handelt, sondern um eine Zwergfledermaus. In deren Jahreskalender werden nämlich jetzt die Jungtiere so langsam flügge.

Was bedeutet das?

Sie erkunden zunehmend ihre Umwelt, üben das Fliegen und schauen – neugierig wie sie nun mal sind – auch in Wohnungen oder Häusern vorbei. Manchmal nicht nur ein einzelnes Tier, sondern eine ganze Besuchergruppe. Sie sind etwa so groß wie ein Daumen und nutzen Ritzen, Nischen und Hohlräume an Gebäuden als Quartier. Dabei kann auch ein gekipptes Fenster eine Zuflucht bieten. Das Problem: Sind sie erst einmal im Inneren, rufen sie ihre Artgenossen, die dann folgen.

Knoblauch nutzt nichts

Nun wird sicher nicht jeder glücklich darüber sein, hat sich eine Fledermaus oder gar eine ganze Schar, ins Schlafzimmer verirrt. Es nutzt dabei auch nichts – für all jene, die zu viele Vampirfilme gesehen haben – Knoblauch aufzuhängen. Kruzifixe helfen leider auch nicht. Was aber laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wirklich funktioniert: das Licht löschen und alle Fenster und Balkontüren weit offen halten. Sind alle Flattertiere ausgeflogen, werden Fenster und Türen geschlossen und bei Licht die Räume durchsucht. Dabei sollte der Blick auch in Vasen, Nischen und hinter Schränke gehen.

Sie haben spitze Zähne

Sollte noch eine in der Wohnung unterwegs sein, nicht ohne Handschuhe anfassen. Es handelt sich dabei um Wildtiere mit spitzen Zähnen. Sie werden nach einem Biss zwar nicht selbst zu einer Fledermaus, allerdings kann das sehr weh tun. Die Tiere dann einfach in eine geschlossene Schachtel mit Luftlöchern setzen und keinesfalls einfach aussetzen. Darüber würden sich lediglich Katzen und größere Vögel freuen, die dann einen Imbiss nehmen könnten. Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg kann dann helfen, unter www.AGF-BW.de. Wer jetzt trotzdem auch mehr über Vampire erfahren möchte: Einfach den Roman „Dracula“ von Bram Stoker lesen. Dabei aber am besten das Fenster zulassen. Sie wissen: wegen der Fledermäuse.