Steht das diesjährige Brigachfest des Musikvereins Grüningen auf dem Festplatz an der Brigach auf der Kippe? Seit geraumer Zeit beschäftigen sich Aktive im Musikverein mit dieser Frage. Meterweise Geröll, Bodenaushub, Gesteinssorten aller Art, Kabeltrommeln und Baufahrzeuge verunstalten den Festplatz.

Platz ist in einem desolaten Zustand

Der Boden befindet sich vor allem im vorderen Bereich in einem desolaten Zustand und ist von Fahrrillen und Furchen geprägt. Rasennarben komplettieren das desolate Aussehen des Platzes oder zumindest das was man von ihm übrig geblieben ist.

Die Lagerstätte und der Parkplatz für Bauaushub und Baufahrzeuge weiten sich auf dem Festgelände an der Brigach ständig aus.
Die Lagerstätte und der Parkplatz für Bauaushub und Baufahrzeuge weiten sich auf dem Festgelände an der Brigach ständig aus. | Bild: Rainer Bombardi

„Ich habe das Gefühl, dass auf dem Festplatz momentan alles abgelagert wird, was nicht hingehört. Es ist enorm, was dort alles herumsteht und herumliegt“, ärgert sich Wolfgang Limberger, Vorsitzender des Musikvereins. In der letzten Sitzung des Ortschaftsrats wies er auf den Missstand hin.

Wie eine schlecht unterhaltene Bauschuttdeponie

Der ursprünglich für den Festbetrieb ausgewiesene Platz erinnert jetzt eher an einen Lagerplatz einer schlecht unterhaltenen Bauschuttdeponie. Es deutet nichts darauf hin, dass die Fläche an der Brigach ihren Status Festplatz in den nächsten Monaten zurückerhält.

Die an den Tiefbauarbeiten beteiligten Firmen haben sich auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet.
Die an den Tiefbauarbeiten beteiligten Firmen haben sich auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet. | Bild: Rainer Bombardi

Tiefbau- und Glasfaserarbeiten als Ursache

Oberbürgermeister Erik Pauly sieht in den momentanen Tiefbau- und Glasfaserarbeiten einen Hauptgrund des ungeordneten Zustands auf dem Festgelände. Sie waren umfangreicher als ursprünglich vorgesehen. Doch hilft das den Festorganisatoren kaum weiter, wenn sie den Platz nicht nutzen können. Das Fest ist einer der Werbeträger und Einnahmequellen des Musikvereins. Wenn es nicht an seinem Traditionsort stattfindet, wäre es schlichtweg ärgerlich.

Das Terrain des Festplatzes wird mit jedem Niederschlag stärker in Mitleidenschaft gezogen.
Das Terrain des Festplatzes wird mit jedem Niederschlag stärker in Mitleidenschaft gezogen. | Bild: Rainer Bombardi

"Einiges aus dem Ruder gelaufen"

Nebenbei wäre es ein Schlag gegen das ehrenamtliche Engagement, das die Durchführung des Brigachfestes erst möglich macht. „Es ist wohl einiges aus dem Ruder gelaufen, was zuvor so nicht vorgesehen war“, reklamiert Grüningens Ortsvorsteher Hans-Günter Buller die Wiederherstellung des Festplatzes. Er geht davon aus, dass das Areal vor Festbeginn geräumt und wieder eingeebnet ist. Zudem dürfen die Wiederherstellungskosten nicht zu Lasten des Haushaltsbudgets von Grüningen gehen.

Kein Hinweis auf Besserung

Nach aktuellem Stand weist nichts darauf hin, dass sich die unbefriedigende Situation in den nächsten Wochen ändert. „Von alleine regelt sich nichts“, befürchtet Rats- und Musikvereinsmitglied Michael Böhm ein Desaster. Die Lagerfläche für Bauschutt und Fahrzeuge weitet sich kontinuierlich aus. Ein Abzug der Baufirmen ist weit und breit nicht in Sicht.

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Ergebnis von ehrenamtlicher Arbeit verschwunden

„Der Musikverein investierte in den vergangenen Jahren zahlreiche Stunden in die Festplatzgestaltung. Davon ist momentan kaum mehr etwas erkennbar.“ Böhm erinnert daran, dass nur noch zweieinhalb Monate verbleiben, den Platz soweit in Ordnung zu bringen, dass er wieder festtauglich ist.

Die Zeit läuft davon

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies funktioniert, nimmt von Tag zu Tag weiter ab, zumal noch einige Feiertage und die Pfingstferien im Mai und Juni bevorstehen. Die monatelange Einrichtung als Lagerfläche für Erdaushub, Bauschutt und Fahrzeuge wirft zudem die Frage auf, ob im Hinblick auf die Gewässerqualität der Brigach die Platzentwässerung für eine derart intensive Nutzung vorgesehen ist.

In den nächsten Wochen muss sich etwas ändern

„Die Ortsverwaltung muss bei diesem Thema am Ball bleiben, damit sich in den nächsten Wochen etwas ändert", hofft Böhm, dass der Musikverein keinen Ausweichstandort suchen muss.