Hiobsbotschaft für den Ortschaftsrat kurz vor Ende seiner Amtszeit: Der Schwimmbadsaal im Vereinsheim kann nach Votum des städtischen Brandschutzbeauftragten nur noch eingeschränkt genutzt werden. „Jetzt dürfen bei Veranstaltungen nur noch 20 Personen in den Saal. Bei der Ersten Gmond im Januar etwa waren es mehr als 100“, erläuterte Ortsvorsteher Reinhard Müller das Dilemma.

Seit etwa zwei Jahren kümmert sich laut Müller innerhalb des Gebäudemanagements der Stadt Sébastien Gambin um den Brandschutz. Seither kontrolliert er sämtliche öffentliche Einrichtungen, angefangen bei Kindergärten und Schulen. Bei der Begehung des Wolterdinger Vereinsheimes im April hat er festgestellt, dass der Schwimmbadsaal über keinen zweiten Rettungsweg verfügt.

Über dem Eingangsbereich der Vereinsheimes-Schwimmbadsaal- soll ein zweiter Rettungsweg angebracht werden.
Über dem Eingangsbereich der Vereinsheimes-Schwimmbadsaal- soll ein zweiter Rettungsweg angebracht werden.

Maik Friedrich, der in der Bauverwaltung für das Gebäudemanagement zuständig ist, habe ihn auf das Brandschutzgutachten und das daraus resultierende Defizit angesprochen, sagte Müller. Sofort war klar, dass sich das Problem nicht auf die Schnelle lösen lässt. Bei einer Begehung am Montagabend machte sich der Ortschaftsrat ein Bild vor Ort. Deutlich wurde, dass ein zweiter Ausgang weder auf der Nordwest- und Südostseite, wo an den Schwimmbadsaal kleinere Vereinsräume angrenzen, oder auf der Giebelseite im Osten möglich wäre. Hier müssten mit größerem Aufwand Heizkörper anders platziert werden. Im östlichen Bereich der Südseite wäre ein Durchbruch am einfachsten. „Lediglich zwei Tische könnten nicht mehr genutzt werden“, meinte Müller.

Der Ortschaftsrat gab nun zwei Alternativen zur Prüfung an die Stadtverwaltung. Bei der ersten geht es darum, das Fenster auf der favorisierten Seite direkt über dem Eingangsbereich durchzubrechen, um eine Tür einzusetzen. Von einer Plattform aus könnte eine Treppe im leichten Bogen ins Freie führen und am Zaun des Schwimmbads enden. Müller hält diese Lösung für ansehnlich. „Sie würde nicht so sehr stören.“ Ortschaftsratmitglied Bernd Ketterer hat zudem angeregt, als Alternative eine Rutsche zur Sprache zu bringen. Obwohl Müller einen zweiten Rettungsweg mit Skepsis sieht, weil er bei älteren Leuten Nutzungsvorbehalte vermutet, soll auch diese Variante der Stadt vorgetragen werden.

Die Nutzungseinschränkung gilt ab sofort. Deshalb kommt auch die vor einigen Jahren eingeführte Möglichkeit, den Saal für private Feiern zu mieten, vorübergehend zum Erliegen. Bisher fanden im Schwimmbadsaal im Vereinsrahmen unter anderem die Fasnetabende der Landfrauen sowie ihre Vorträge statt. Der Akkordeonverein lud jährlich zu einem Vorspielnachmittag ein. Aber auch die Bregtalglonkis nutzen den Raum.Mit Glück dürfte sich die Nutzungseinschränkung nach einem Dreivierteljahr erledigt haben.

Der Ortschaftsrat leitete in der Sitzung am Montagabend die notwendigen Schritte ein, dass das Vorhaben noch in die Haushaltsanmeldung 2020 aufgenommen wird. Die Gegebenheiten untersucht haben bereits ein Handwerker und ein Statiker. Eine einfachere Lösung über Podest und Nottreppe, die die Kapazität auf 40 Besucher erhöhen würde, wird derzeit von der Stadt derzeit geprüft. Insgesamt hält es Müller für besser, für eine solide und kostengünstige Lösung ein wenig Geduld aufzubringen. Für die Vereine, die den Raum nutzen, sieht er keine großen Probleme. Meist seien es ohnehin nicht mehr als 20 Aktive dort.

Laut Aussage von Rathaussprecherin Vera Moßbrucker ist das Vereinsheim in Wolterdingen gegenwärtig die einzige städtische Immobilie, die aufgrund von Brandschutzaufnahmen nur eingeschränkt genutzt werden kann.