In der Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch haben die Mitglieder entschieden, den bisherigen Herbstfestbeitrag des Freundeskreises zumindest für dieses Jahr auszusetzen. Leider ist dies aber nur ein Teil der schlechten Nachricht. Es hängt nämlich auch der Fortbestand des Freundeskreises am seidenen Faden.

Die Amtszeit der bisherigen Vorstandschaft ist abgelaufen und auch in der Mitgliederversammlung diese Woche konnte mangels Bewerbern ein neuer Vorsitzender nicht gewählt werden. Somit ist der Verein mit mehr als 80 Mitgliedern jetzt führungslos. Trotzdem hat die Mitgliederversammlung die Entscheidung zur Auflösung des Vereins nicht übers Knie gebrochen. Erst nach dem Herbstfest soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung über die Zukunft des Vereins entscheiden. Wenn bis dahin doch noch der satzungsgemäße Vorstand gebildet werden kann, wäre der Weiterbestand des Vereins vermutlich gesichert. Wenn dann kein neuer Vorstand gewählt werden sollte, müsste konsequenterweise die Auflösung des Vereins beschlossen werden.

Für eine mögliche Weiterarbeit wären eigentlich gute Grundlagen vorhanden: Der bisherige Vorstand wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet und diesem für die gute Vereinsführung in der Vergangenheit ein hohes Lob ausgesprochen. Die Vereinskasse ist gut gefüllt und das mögliche Betätigungsfeld bietet auch weiterhin vielerlei interessante Möglichkeiten. Alles in allem bestünde also auch eine gute Chance für etwas Neues, wie es die Versammlungsteilnehmerin Sigrid Zwetschke zum Ausdruck brachte.

Und diese Aussage greift auch Stadtsprecherin Beatrix Grüninger auf: „Wir lassen den Freundeskreis nicht im Regen stehen und werden von uns aus die Fühler ausstrecken, um jemanden für den Vorsitzposten zu finden.“ Die Städtepartnerschaft sieht sie allerdings nicht bedroht. Die Stadt mache sehr viel, um die Städtepartnerschaften lebendig zu halten. „Jüngst war eine kleine Delegation beim Bischofjubiläum in Vác und umgekehrt Ungarn bei uns beim Quellenfest. Und demnächst wird eine fünfköpfige Delegation um Kultusamtsleiterin Lina Mell zum Vácer Sommerfestival aufbrechen, wo wir jedes Jahr vertreten sind“, sagt Grüninger. Mit Kunstausstellungen und Konzerten, Au-Pair-Vermittlungen aus Vác, Fußballspielen oder ungarische Essen sei die Stadt zudem aktiv in Sachen Partnerschaft.

„Es ist natürlich schön, wenn so eine Freundschaft auch von Bürgerseite aus gepflegt wird“, sagt Grüninger. Deshalb unterstützt die Stadt gerne auch den Freundeskreis Kaminoyama oder die Deutsch-Französische Gesellschaft.“ Den aktuell bedrohten Schüleraustausch mit Vác wolle man möglichst schnell auf andere Beine stellen, um ihn nicht einschlafen zu lassen. „Hier stehen wird bereits mit dem Fürstenberg-Gymnasium in Kontakt.“

Der Freundeskreis

  • Gründung: Den Freundeskreis Donaueschingen-Vác gibt es seit 1994. Der damalige OB Bernhard Everke initiierte dessen Gründung, um die seit 1993 bestehende Städtepartnerschaft mit Vác fest in der Bevölkerung zu verankern und die Partnerschaftsbegegnungen nicht zu Honoratiorentreffen werden zu lassen.
  • Vereinsleben: Diese Intention hat der Freundeskreis Vác nun schon 22 Jahre lang vorbildlich mit Leben erfüllt. So hat er für Interessierte regelmäßig Reisen in die Partnerstadt angeboten, jährlich Jugendbegegnungen wechselweise in Vác und in Donaueschingen durchgeführt und in diesem Zusammenhang Reisen von Jugendlichen aus Vác nach Donaueschingen finanziert, Konzerte von Musik- und Gesangsgruppen aus Vác in Donaueschingen selbst organisiert oder die Stadt dabei unterstützt. Er hat sich mit dem Freundeskreis Donaueschingen in Vác in Donaueschingen und in Vác regelmäßig getroffen, 2001 und 2015 das Ungarnkreuz im Park restauriert, beim Herbstfest ungarische Spezialitäten (Gulaschsuppe, Wein und Folklore angeboten sowie der Stadt bei vielen anderen Gelegenheiten bei der Ausgestaltung der Städtepartnerschaft zur Seite gestanden.
  • Die Vorsitzenden: Erste Vorsitzende des Freundeskreises waren în den vergangenen 22 Jahren Horst Kunze (im Gründungsjahr), Ernst Engesser, Anette Stecher und in den letzten zehn Jahren der nun scheidende Artur wetschke. (zim)