Brachiale Naturgewalt hat in der Nacht auf Donnerstag den FC Grüningen gebeutelt. Der Wind hat ein auf der Terrasse beim Vereinsheim stehendes Festzelt aus den Verankerungen gerissen und gut 40 Meter weit auf den Hartplatz geschleift. Aber was heißt schon Wind? Ralf Fien, Vorsitzender der Fußballer geht von gewaltigen Windböen aus, die das Zelt aufblähten, ja sogar eine Windhose könnte möglich gewesen sein.

In der Tat, ein "normaler" Gewittersturm dürfte, schaut man auf die Schäden, kaum zu solchen Zerstörungen geführt haben. Fien datiert den Schaden auf die frühen Morgenstunden. Da sei es, so hat es auch Vereinswirt Dieter Löhri gehört, draußen richtig rundgegangen.

Stunden später ist die Terrasse nicht nur plan abgefegt, sondern gleicht einer Baustelle. An allen zehn Haltepunkten sind die Verankerungen abgerissen oder verbogen. An einer anderen Stelle ist ein Stein samt 15 Zentimeter langem Dübel herausgerissen. Als hätten Bauarbeiter ihre Arbeit nicht beendet, wirkt ein 30 Zentimeter tiefes Loch.

Wie eine Baustelle. Dieses Loch hat auf der Terrasse des FC Grüningen der Sturm gerissen. Der schwere Betonklotz liegt ein paar Meter weiter.
Wie eine Baustelle. Dieses Loch hat auf der Terrasse des FC Grüningen der Sturm gerissen. Der schwere Betonklotz liegt ein paar Meter weiter. | Bild: Wursthorn, Jens

Auf das Gegenstück zeigt Vereinswirt Dieter Löhri. Ein etliche Kilo schwerer Betonbrocken, auf dem noch ein Pflasterstein sitzt, liegt ein paar Meter entfernt zu Füßen des Flutlichtmasten.

Dieter Löhri staunt darüber, mit welcher Urgewalt ein Sturm das Gelände des FC Grüningen besucht hat. Er zeigt einen Betonbrocken mit aufgesetztem Pflasterstein: ehemals eine Verankerung des Zeltes.
Dieter Löhri staunt darüber, mit welcher Urgewalt ein Sturm das Gelände des FC Grüningen besucht hat. Er zeigt einen Betonbrocken mit aufgesetztem Pflasterstein: ehemals eine Verankerung des Zeltes. | Bild: Wursthorn, Jens

Bevor das Sturmspielzeug Zelt auf dem Hartplatz havarierte, kollidierte es mit Hindernissen. Das zeigen Schäden links und rechts von der Bahn. So riss die das rasende Zelt auf der Giebelseite des Vereinsheims mehrere Reihen Ziegel vom Dach. Das ist besonders ärgerlich, denn erst im April war das Dach saniert worden. "Jetzt müssen wir erstmal auf zwei Metern abdecken, um zu schauen, ob Dachlatten gebrochen sind", sagt Fien. Dass kein Wasser ins Gebäude eindringen kann, dafür ist schon gesorgt.

Auch das Dach des FC-Vereinsheims hat Schaden genommen.
Auch das Dach des FC-Vereinsheims hat Schaden genommen. | Bild: Jens Wurshhorn

Beschädigt wurde auch ein Flutlichtmast. Die Verkabelung zu den Leuchtkörpern an der Mastspitze wurde komplett abgerissen, ein Steuerungskasten liegt am Boden. Damit die Flutlichtmasten nicht umfallen werden alle im Bodenbereich von Betonstützen gehalten. Eine der beiden Halterungen hielt der gewaltigen Hebelwirkung nicht stand und wurde weggesprengt. Glück im Unglück: Der Mast fiel nicht um. "Sonst müssten wir uns jetzt noch mit der aus dem Erdreich gerissenen Verkabelung beschäftigen", so der 52-jährige Vorsitzende, der den FC seit zehn Jahren führt.

Eine solche Schelle hat der Sturm einfach abgesprengt.
Eine solche Schelle hat der Sturm einfach abgesprengt. | Bild: Wursthorn, Jens

Auch so ist der Schaden riesig. Seit dem Morgen, als ihn ein besorgter Hunde-Spaziergänger über die Zustände beim FC informiert, ist Fien mit dem unverhofften Problem beschäftigt. Das Zelt der Vereinsgemeinschaft stand seit geraumer Zeit bei den Fußballern. Es war bis auf zwei Bierbänke ausgeräumt und hätte in den nächsten Tagen abgebaut und in die Garage verfrachtet werden. Es kam anders. Und die Tatsache, dass der Küchentrakt nicht angebaut war, ist da nur ein schwacher Trost.

Am Nachmittag möchte Fien Vereinsmitglieder zusammentrommeln, die beim Abbau des Zeltes helfen. Oder, so scheint es bei näherer Betrachtung, zumindest der augenscheinlich unversehrten Planen retten könnten. "Allesamt kaputt", sagt Fien und deutet auf die Gelenkstangen, die den Giebel des Zeltes bilden. Das Zelt ist nicht versichert. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn der Zeltmacher bei seiner Inspektion dem Wrack noch eine Reparaturmöglichkeit attestieren würde.

Und der Wiederaufbau? Mehr gehe auch künftig nicht, ist sich Fien eigentlich sicher, das Zelt mit langen Dübeln und 50 mal 50 Zentimeter breiten Betonfüßen optimal gesichert zu haben. Was bleibt, ist ein mulmiges Gefühl. Was wäre passiert, wenn so ein urplötzlicher Windstoß das Zelt beim Feiern erwischt hätte.