Die Bankenlandschaft Donaueschingens konnte sich in früheren Jahren mit drei selbstständigen Kreditinstituten im regionalen Vergleich durchaus sehen lassen. Und wie sieht die Situation heute aus? Es gibt keine eigenständige Bank mehr, und auch die Zahl der örtlichen Filialen anderer Banken hat sich reduziert. Die großen Entscheidungen im Geldgeschäft werden also andernorts getroffen.

Das Domizil der Sparkasse in Donaueschingen.
Das Domizil der Sparkasse in Donaueschingen. | Bild: Ernst Zimmermann

Sparkasse wird heute aus VS gesteuert

So fusionierte die ehemalige Bezirkssparkasse Donaueschingen 2005 mit der Sparkasse Villingen-Schwenningen zur Sparkasse Schwarzwald-Baar mit Sitz in Villingen-Schwennigen. Sie ist aber immerhin noch mit einer Hauptstelle präsent.

Hier residiert die Volksbank in Donaueschingen.
Hier residiert die Volksbank in Donaueschingen. | Bild: Ernst Zimmermann

Auch Volksbank hat ihren Sitz längst im Oberzentrum

Und die frühere Volksbank Donaueschingen, die bereits 1967 mit der Villinger Volksbank fusionierte, rückte im Februar 1978 mit dem umgebauten ehemaligen Hotel Adler ins Zentrum der Stadt. Nach der Verschmelzung der Spar- und Kreditbank Donaueschingen mit der Volksbank eG Villingen wurde 1991 das modernisierte und erweiterte Gebäude der ehemaligen Spar- und Kreditbank an der Ecke Käferstraße / Hermann-Fischer-Allee die neue Donaueschinger Repräsentanz der Volksbank eG Villingen, heute Volksbank eG Schwarzwald Baar Hegau.

Die Donaueschinger Adresse der Commerzbank.
Die Donaueschinger Adresse der Commerzbank. | Bild: Ernst Zimmermann

Manche Bankfiliale existiert nicht mehr

Von den genannten Bankfilialen gibt es die Deutsche Bank im ehemaligen AOK-Gebäude in der Mühlenstraße in der angestammten Form nicht mehr. Seit 2013 existiert das Geldhaus in Form einer selbstständig geführten Finanzagentur in einem Büro an der Dürrheimer Straße. Und die Dresdner Bank ist durch Fusion in der Commerzbank aufgegangen. Mit Filialen vertreten sind in Donaueschingen noch die Baden-Württembergische Bank, die zum 1. Februar 1953 als Filiale der damaligen Badischen Bank ihren Betrieb in Donaueschingen aufnahm, die Commerzbank und die Postbank. Letztere unter den Fittichen der Deutschen Bank und seit Oktober 2018 in der Villinger Straße mit reduziertem Service.

Die Baden-Württembergische Bank betreibt nach wie vor eine Filiale in Donaueschingen.
Die Baden-Württembergische Bank betreibt nach wie vor eine Filiale in Donaueschingen. | Bild: Ernst Zimmermann

Kein Symptom für Wirtschaftsschwäche

Bankengeschichte ist Wirtschaftsgeschichte, sagt Werner Blum, der frühere Prokurist der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau. Wer aus dieser Entwicklung einen Abwärtstrend bei der Wirtschaftsentwicklung Donaueschingens bergab sieht, befindet sich auf dem Holzweg. Das Gegenteil ist der Fall: Die Wirtschaft in Donaueschingen und in der Region entwickelt sich prächtig.

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Unternehmen brauchen finanzstarke Banken

Wirtschaftlich erfolgreiche Firmen brauchen aber finanzstarke Banken. Dies schließlich war ein Grund für den Konzentrationsprozess im Bankensektor, der auch von der Entwicklung der EDV-Technik stark beeinflusst wurde.

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Digitalisierung treibt den Wandel weiter voran

Für Florian Klausmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, ist es keine Frage, dass ein Ende dieser Entwicklung noch nicht absehbar ist. Einfach online eine Überweisung tätigen oder einen Dauerauftrag anlegen: Diese neue Art des Bankings ist bei vielen Kunden bereits alltäglich. Bankdienstleistungen werden sich einerseits immer weiter digitalisieren, glaubt Klausmann.

Bankservices vor Ort weiter unverzichtbar

Andererseits nehme die Nachfrage nach persönlicher Beratung ebenso deutlich zu. Komplexe Rahmenbedingungen im Null-Zinsumfeld und die allgemeine Unsicherheit machten den persönlichen Ansprechpartner noch wichtiger. „Um den Standort der Sparkasse in Donaueschingen muss man sich daher keine Sorge machen“, betont Klausmann. Hier bietet die Sparkasse sämtliche Beratungsangebote für Privat- und Firmenkunden an und hat auch einige interne Bereiche angesiedelt. Insgesamt arbeiten so heute immer noch 140 Mitarbeiter der Sparkasse in Donaueschingen.

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Die Geschichte von drei ehemals eigenständigen Donaueschinger Banken im Detail

  • Sparkasse: Die ehemalige Bezirkssparkasse Donaueschingen hat unter dem Namen „Spar-Casse“ am 28. Dezember 1839 im Haus des Kaufmanns Limberger ihren Betrieb aufgenommen. Fürst Karl-Egon II. übernahm Anfang Februar 1840 die Gewährträgerschaft, am 9. Juni 1840 erhielt die Sparkasse die behördliche Genehmigung. Als die Gemeinden des Amtsbezirks Donaueschingen Gewährträger des Donaueschinger Geldhaus wurden, das seinen Sitz von 1841 bis 1872 im Rathaus hatte, zum 1. Januar 1858 den Namen Waisen- und Sparkasse. Sie etablierte sich am jetzigen Standort an der Ecke Käferstraße / Mühlenstraße. Das Gebäude sankt beim Stadtbrand am 5. August 1908 in Schutt und Asche und wurde durch einen Neubau ersetzt, der mehrfach erweitert wurde und 2003 seine heute Gestalt erhielt.
  • Spar- und Kreditbank: Die spätere Spar- und Kreditbank machte ihre ersten Schritte im Juni 1870 als Vorschussverein, der vom Gewerbeverein initiiert wurde. 1919 wechselte der Vorschussverein seinen Namen in Donaueschinger Bank, um nur elf Monate später als Filiale der Badischen Landwirtschaftsbank, der Zentralkasse für das Genossenschaftswesen, einen erneuten Namenswechsel zu vollziehen. Dabei musste die Genossenschaftsbank ihr Privatkundengeschäft aufgeben. Dies führte 1924 zur Gründung einer Darlehenskasse eGmuH. Erst 1937 erhielt das Geldinstitut den Namen Spar- und Kreditbank Donaueschingen eGmbH. Im Zuge der allgemeinen Zentralisierung erlosch die Filiale der Badischen Landwirtschaftsbank. 1938 erfolgte die Verschmelzung mit der damaligen Spar- und Kreditbank Villingen eGmbH zur Spar- und Kreditbank Donaueschingen-Villingen eGmbH, die 1991 mit der Villinger Volksbank fusionierte. Ein eigenes Haus hatte die Spar- und Kreditbank erst mit dem Erwerb des für das Bezirkskommando an der Ecke Käferstraße / Hermann-Fischer-Allee erbauten Gebäudes erhalten. Davor musste sich die Bank mit angemieteten Räumen begnügen und neun Mal die Umzugskoffer packen.
  • Volksbank: Die Volksbank hatte unter dem Namen Gewerbebank Donaueschingen eGmbH am 1. Juli 1926 ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. 1945 wurde sie in Volksbank Donaueschingen umbenannt. Das Kreditinstitut verschmolz dann 1967 mit der Villinger Volksbank. Mit dem Ankauf und Umbau des ehemaligen Hotels Adler am Rathausplatz entstand ein repräsentatives Bankgebäude. Die seitherigen Geschäftsräume an der Ecke Herdstraße / Käferstraße wurden dabei aufgegeben. Schon vorher hatte es immer wieder Umzüge gegeben. So wurde 1945 in der ehemaligen Villa Schedl in der Karlstraße ein Ausweichquartier bezogen, als die ursprünglichen Geschäftsräume von Fliegerbomben zerstört worden waren, und bevor 1953 die Geschäftsräume in der Herdstraße bezogen wurden, war die Volksbank kurzzeitig in der Max-Egon-Straße untergebracht.