Das größte Exponat, das schwerste Kunstwerk und der lustigste Vorfall: Wir haben uns mal angeschaut, was sich in zehn Jahren Museum Art Plus in dem schönen Gebäude neben der Brigach so alles ereignet hat. Und das ist eine ganze Menge. Ein Blick auf die Superlativen.

Wie viele Ausstellungen gab es?

Bis September 2019 fanden im Museum Art Plus insgesamt 46 Ausstellungen statt. Darunter 15 große und 31 kleinere Ausstellungsprojekte in Zweiraum, Leseraum, Spiegelsaal oder unter freiem Himmel, wie etwa der Slow-Walk (engl.: langsamer Lauf) von Daniel Beerstecher. Mittlerweile gibt es jährlich eine große Wechselausstellung und vier kleinere Ausstellungen im Zweiraum, vornehmlich mit Kunst und Künstlern aus der Region oder Bezug zur Region, wie etwa seit drei Jahren auch die Kooperation mit den Musiktagen.

Wie alt war das älteste Kunstwerk?

1956 ist das Ölgemälde „Schwarz will blühen“ von Emil Kiess entstanden. Die Arbeit mit einem Alter von 63 Jahren war noch bis Ende Juni in der Einzelausstellung „Emil Kiess“ zu sehen.

Schwarz will Blühen ist ein Ölgemälde aus Hartfaser von Emil Kiess. Es entstand 1956 und ist das älteste Kunstwerk im Museum Art Plus.
Schwarz will Blühen ist ein Ölgemälde aus Hartfaser von Emil Kiess. Es entstand 1956 und ist das älteste Kunstwerk im Museum Art Plus. | Bild: Museum Art Plus

Wie viele Künstler haben ausgestellt?

Bisher wurden 191 Künstler aus 20 Ländern wurden, teilweise auch wiederholt mit wechselnden Werken, in verschiedenen Ausstellungen präsentiert.

Welches Kunstwerk war das größte?

Der Künstler Pizzi Cannella zeigte vom 16. März 2014 bis zum 18. Januar 2015 in der Ausstellung „Lichtspiele“ eine Gesamtschau von fünf Bildern. Darunter auch das Werk „Salon de musique mit einer kompletten Bildfläche von 300 auf 2365 Zentimeter. Die größte Skulptur war in der Ausstellung „Auf:bruch“ im Jahr 2010 zu sehen. Aus Styropor schuf Reiner Seliger mit „broken stuff“ eine Arbeit mit den Maßen 240 auf 1700 auf 60 Zentimeter.

Der Maler Pizzi Cannella zeigte in der Ausstellung Lichtspiele das größte Kunstwerk, das je im Museum Art Plus ausgestellt wurde. Die komplette Bildfläche hat eine Größe von 300 auf 2365 Zentimeter.
Der Maler Pizzi Cannella zeigte in der Ausstellung Lichtspiele das größte Kunstwerk, das je im Museum Art Plus ausgestellt wurde. Die komplette Bildfläche hat eine Größe von 300 auf 2365 Zentimeter. | Bild: Museum Art Plus

Wie viel wog das schwerste Kunstwerk?

Ganze acht Tonnen brachte „Senza titolo“ von Gianni Dessì auf die Waage. Es besteht aus Kortenstahl, einem wetterfesten Baumaterial. Gezeigt wurde es von Oktober 2012 bis Juni 2016 in der Ausstellung „Senza Titolo – Nunzio. Dessi“

Das Schwergewicht: Etwa acht Tonnen wiegt die Arbeit „Senza titolo“ von Gianni Dessì. Beim Transport ins Museum bleibt nicht viel Platz.
Das Schwergewicht: Etwa acht Tonnen wiegt die Arbeit „Senza titolo“ von Gianni Dessì. Beim Transport ins Museum bleibt nicht viel Platz. | Bild: Museum Art Plus

Wie groß war das kleinste Kunstwerk?

Ob der kleine VW-Käfer, das Spielzeugauto das als Vorlage für ein Foto der Serie „Die Blechlawine“ von Patrik Gutenberg diente, selbst schon als Kunstwerk bezeichnet werden kann, müsste noch ausdiskutiert werden. Jedenfalls wird er in der aktuellen Ausstellung wie ein besonders edles Werk – oder auch wie ein Schmuckstück – in einer Vitrine mit Glashaube präsentiert. In der Ausstellung „Auf:bruch“ wurde ebenfalls eine Arbeit in einer Vitrine mit Glashaube präsentiert. Und zwar das „Goldstück“ von Reiner Seliger. Es ist 4,5 auf 3,7 auf 3,2 Zentimeter groß. Es handelt sich dabei um ein Goldstück in Form eines gebrochenen Styroporstückes.

Wie alt war das älteste Kunstwerk?

1956 ist das Ölgemälde „Schwarz will blühen“ von Emil Kiess entstanden. Die Arbeit mit einem Alter von 63 Jahren war noch bis Ende Juni in der Einzelausstellung „Emil Kiess“ zu sehen.

Der spannendste Aufstellungsaufbau

„Der Aufbau zu „Senza Titolo – Nunzio. Dessi“ Aufgrund der großformatigen und schwergewichtigen Arbeit, die ins Museum gebracht werden musste. Aber vor allem die Arbeit: Bianco e nero (Schwarz und Weiß) wurde in mehreren Teilen in einem riesigen Transporter angeliefert und musste vor Ort wieder zusammengesetzt werden, wo sie wie ein kniender Riese im Anbau hockte. Sie besteht aus Acryl, Harz und Agavenfasern auf einer Struktur aus Eisen, Holz und Maschendraht.

Das Werk Bianco e nero (Schwarz und Weiß) von Gianni Dessì muss im Museum aufwendig wieder zusammengesetzt werden. Es besteht aus Acryl, Harz und Agavenfasern auf einer Struktur aus Eisen, Holz und Maschendraht.
Das Werk Bianco e nero (Schwarz und Weiß) von Gianni Dessì muss im Museum aufwendig wieder zusammengesetzt werden. Es besteht aus Acryl, Harz und Agavenfasern auf einer Struktur aus Eisen, Holz und Maschendraht. | Bild: Museum Art Plus

Welche Veranstaltung war die aufwendigste?

Das war laut Museum die Eröffnungsveranstaltung am 20. September 2009. Generell seien die Internationalen Museumstage und die Musiktage sehr aufwendige Veranstaltungen, da dort eine Vielzahl von parallel laufenden Aktionen koordiniert werden müssen. Die aufwendigste Veranstaltung überhaupt werde aber sicher das kommende Jubiläumsfest am 28. und 29. September. Am Samstagnachmittag gibt es einen Festakt für geladene Gäste, danach geht es um 19 Uhr im Außenbereich weiter, wo jeder dazukommen kann. Der Künstler Thomas Putze, der selbst schon im Art-Plus ausgestellt hat, wird sich etwas einfallen lassen und „Billy Bob and the Buzzers“ werden spielen. Der Sonntag, 29. September, steht ganz im Zeichen der Familien.

Die lustigste Geschichte?

Als zwei Besucher innerhalb der Ausstellung „ausgezeichnet! – Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg“ im Jahr 2012 das grundsätzlich für jeden Besucher geltende Angebot annahmen, und spontan in der voll funktionstüchtigen, mobilen „Dusche“ von Pablo Wendel duschten.

Welche Arbeit hatte die längste Anreise?

Aus einer Luftlinien-Entfernung von 9460,92 Kilometern kamen die Baseballschläger von Darío Escobars „Turbulence IV“ nach Donaueschingen. Escobar lebt und arbeitet in Guatemala-City in Südamerika. Zu sehen ist das Kunstwerk in der aktuellen Ausstellung „Vollgas – Full Speed“.

Die Baseballschläger von Künstler Darío Escobar kommen aus Guatemala-City. Das ist rund 9000 Kilometer entfernt von Donaueschingen.
Die Baseballschläger von Künstler Darío Escobar kommen aus Guatemala-City. Das ist rund 9000 Kilometer entfernt von Donaueschingen. | Bild: Museum Art.Plus

Die lauteste Ausstellung?

Dafür sorgte eine Büste in der Ausstellung „Premio Fondazione VAF – Aktuelle Positionen italienischer Kunst“ im Jahr 2012. Das Werk Ode a Medusa con cornamusa (ital.: Ode an Medusa mit Dudelsack) von Vincenzo Rulli war mit einem Bewegungsmelder ausgestattet. Beim Betreten des Spiegelsaals oder auch beim Annähern an das Kunstwerk, reagierte ein Sensor und aktivierte in unregelmäßigen, unvorhersehbaren Abständen das Gebläse in der Büste mit dem Selbstportrait des Künstlers. Die zusammengerollten Papiertröten rollten sich aus und stellten sich auf und erzeugten zugleich einen ohrenbetäubenden Lärm, wodurch der meist unvorbereitete Besucher zunächst sehr erschreckt wurde.