Die beiden Fürstenberger Alfred Rothmund und Volker Gut lassen in ihrem Kampf gegen den geplanten Windpark auf der Länge und dem Ettenberg nicht locker. Dort wollen die Investoren Green City aus München und das Singener Unternehmen Solarcomplex 13 Windräder errichten. Die Schwachwindanlagen haben ein Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro, jedes geplante Windrad reckt sich 230 Meter in die Höhe. Rothmund und Gut haben sich auf die Pirsch nach Greifvogel-Horsten im Planungsgebiet begeben und sind dabei zu anderen Ergebnissen gekommen als die Investoren in ihren Antragsunterlagen. Die beiden streitbaren Naturschützer fordern deshalb jetzt in einem dem SÜDKURIER vorliegenden Schreiben das Landratsamt und das Regierungspräsidium zu einem Vor-Ort-Termin auf. Dabei wollen sie den Behördenvertretern zeigen, dass es auf der Länge und dem Ettenberg mehr Horste als angenommen gibt.

"Unsere Begehung im Windpark-Projektgebiet brachten über 20 in den Antragsunterlagen nicht enthaltene Horste zu Tage, wovon nach unserem Kenntnisstand mindestens sieben dem Rot- oder Schwarzmilan zuzuordnen sind", so Rothmund und Gut. Die genauen Standorte wollen sie aber (noch) nicht verraten. Weshalb? "Es ist schon vorgekommen, dass Horste plötzlich verschwunden sind", so Rothmund auf Nachfrage dieser Zeitung. Die beiden Vogelfreunde drängen die Genehmigungsbehörden zur Eile – weil es nur dann Sinn mache, Horste zu überprüfen, wenn die Horstbäume noch kein Laub tragen. Ein Milanhorst befände sich nicht einmal 200 Meter von einem geplanten Windrad-Standort entfernt, weitere fünf oder sechs Milanhorste unter 3000 Meter.

"Unsere Kartierung dieser Horste unterscheidet sich stark zu den von unseren Vertretern eingesehenen Antragsunterlagen der Projektträger", führen Rothmund und Gut weiter aus.

Ursprünglich sah es so aus, als ob der Windpark ohne größere Probleme den Segen der Behörden erhalten könnte. Doch das hat sich geändert, möglicherweise auch deshalb, weil sich Widerstand gegen die Windriesen formierte und die Fachämter deshalb ganz genau hinschauen. So wurde die eigentlich schon für Februar geplante Rodung des Walds gestoppt, weil Unterlagen und Untersuchungen bezüglich eines Ausgleichskonzepts fehlten. Außerdem wurden Mängel bei der Tiefe der Untersuchungen festgestellt. So müssen beispielsweise zwingend die Natura 2000-Vorprüfung sowie artenschutzrechtliche Prüfungen nachgeholt werden. Das dauert seine Zeit, mindestens bis in den frühen Sommer hinein.