Akbar Khurasanis Gemälde waren schon auf Ausstellungen in vielen Ländern zu sehen. Nach einem abenteuerlichen Leben hat der afghanische Künstler nun in Blumberg eine neue Heimat gefunden. Bei seiner ersten Fahrt mit dem Zug durch den Schwarzwald nach Freiburg war er vom Höllental so beeindruckt, dass er jetzt auch landschaftlichen Impressionen der Täler und Hügel farbgewaltig in seinen Bildern ausdrückt. Diese sind jetzt neben anderen Werken in der Stadtbibliothek zu sehen.

Früher sei sei Malstil als orientalischer Impressionismus bezeichnet worden, doch wie er sich selbst auf seinem Lebensweg neu entdeckt habe, entdecke er die Welt um sich herum ebenfalls neu. Diese Entdeckungen teilt Khurasani jetzt durch seine Ausstellung im Turm der Stadtbibliothek. Deren Leiterin Christiane Lange sagte spontan Ja zur Anfrage der Blumberger Flüchtlingshelfer und des Arbeitskreises Asyl.

Akbar Khurasani wurde 1961 in einem Bergdorf in Afghanistan geboren, während seines Kriegsdienstes in Kabul wurde sein Talent entdeckt und er fing an zu studieren. Doch aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit zum Hazara-Volk musste er sein Land verlassen. Schließlich machte er seinen Abschluss bei Professor Golembievska in der Ukraine, erhielt Flüchtlingsstatus und wurde 2003 eingebürgert. Bis 2012 stellte er in der Ukraine, in Holland, der Schweiz, China, Moldawien und England aus.

Doch auch aus der Ukraine musste er fliehen. Im September 2015 kam er in Blumberg an, wo er nach dreijähriger fluchtbedingter Blockade endlich wieder malen kann. "Heimat ist für mich dort, wo ich künstlerisch arbeiten kann", sagt er. Nicht losgelassen hat er den pastelligen Farbbereich aus seiner Heimatregion und die Buntheit der Schatten seiner Bergheimat. Beides findet sich in seinen Gemälden wieder, von denen er zuerst beim Meditieren Visionen entwickelt. "Gemälde von filigraner Poesie und selten zu findender atmosphärischer Dichte", wie Designerin Sigrun Schaumburg aus Hüfingen bei der Einführung am Mittwoch begeistert lobte.

Die Ausstellung kann noch bis 13. Mai während der Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden. Am Ostersamstag ist die Bibliothek geschlossen.