Wer gegenwärtig auf der B 27 fährt, wird das Gefühl nicht los, sich zwischen dem Hüfinger Wasserturm und der Ausfahrt Solemar in Bad Dürrheim in einer endlosen Baustelle zu bewegen. In der Tat listet das Regierungspräsidium in diesem Abschnitt drei offizielle Baustellen auf, die teils mit 50 Stundenkilometern und teils mit 80 Stundenkilometern befahren werden dürfen.

Was bedeuten nun diese Einschränkungen für die Autofahrer? Problematisch, das ergibt sich aus Beobachtungen, ist der Streckenabschnitt zwischen Donaueschingen Nord und Bad Dürrheim-Hirschhalde, in dem auf etwa drei Kilometer Länge die Fahrbahn erneuert wird. Zu Rush-Hour-Zeiten seien Verkehrsbehinderungen nicht zu vermeiden, heißt es aus dem RP. Denn in diesem Abschnitt werden zwei von vier Spuren saniert. Gegenwärtig ist das die Doppelspur aus Richtung Donaueschingen nach Norden. Beide Richtungsfahrbahnen teilen sich die nach Süden führende Doppelspur auf der westlichen Seite.

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Die vermutlich bis Ende September bestehende einspurige Verkehrsführung ist weniger bedeutsam für die Stauwahrscheinlichkeit als die Wegeführung auf die Autobahn. Wer aus Süden kommt, fährt auf der westlichen Fahrbahn – und damit an der Auffahrt auf die A 864 vorbei. Die Umleitung erfolgt an Bad Dürrheim vorbei in Richtung Schwenningen und Tuningen auf die A 81.

Die Folgen dieser Umleitung zeigen sich erst jenseits von Donaueschinger Gemarkung. Praxistest Donnerstag, Mittagszeit. Schon etwa einen Kilometer vor der Ausfahrt Bad Dürrheim Süd/Solemar reiht sich Lastwagen an Lastwagen auf der rechten Spur. Vereinzelt stehen Pkw dazwischen. Die lange Schlange reicht über den Blitzer und die nur schwer erreichbare Ortseinfahrt bis auf die Abzweigung ins Bad Dürrheimer Gewerbegebiet und Schwenningen.

Die Donaubrücke ist das teuerste und langwierigste Einzelvorhaben im aktuellen B 27-Ausbau-Abschnitt.
Die Donaubrücke ist das teuerste und langwierigste Einzelvorhaben im aktuellen B 27-Ausbau-Abschnitt. | Bild: Roger Müller

Wer die Strecke über das Brigachtal umfahren möchte, erlebt sein blaues Wunder. Denn in Marbach entsteht eine Querungshilfe für den Fuß- und Radverkehr. Die vierwöchige Vollsperrung hat heute, Freitag, Halbzeit. Bleibt also nur, Stau, stockenden Verkehr und Zeitverlust durchzustehen. „Der Sommer ist eben unsere Bauzeit“, wirbt B 27-Projektleiter Hartmut Trenz für Geduld und Rücksicht. Ein besserer Verkehrsfluss ließe sich erzielen, wenn das Reißverschlussverfahren an zwei Stellen disziplinierter praktiziert würde. Zum einen zu Beginn der Verengung auf eine Spur nördlich von Donaueschingen, zum anderen wenn die B 27 den nach Norden führenden Verkehr ab Autobahn aufnimmt.

Für den nach Süden fahrenden Verkehr ist die Ausfahrt am Allmendshofer Knoten gesperrt.
Für den nach Süden fahrenden Verkehr ist die Ausfahrt am Allmendshofer Knoten gesperrt. | Bild: Wursthorn, Jens

Weniger Relevanz für die Verkehrsteilnehmer entwickeln aktuell die Arbeiten am Allmendshofer Knoten. Sie hängen mit dem vierspurigen Ausbau der B 27 zusammen, der Ende Mai 2019 abgeschlossen sein muss. Wo auf der westlichen Seite der Abfahrast in Richtung Allmendshofen provisorisch gestaltet war, wird der Fahrbahnrand hergestellt, der Verbreiterungsbereich um etwa einen Meter aufgeschüttet und die Abfahrt mit einem provisorischen Asphaltbelag versehen. Gleiches Prozedere in Dauer von fünf bis sieben Tagen passiert bei der Abfahrt aus Allmendshofen in Richtung Süden.

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Die Umleitungen sind weit weg vom oben thematisierten „Flaschenhals“, sorgen aber für mehr Verkehr. In der ersten Phase muss der Verkehr ab Hüfinger Straßenmeisterei auf die Gegenfahrbahn wechseln und bei Allmendshofen ausfahren, in der zweiten Phase erfolgt die Auffahrt nach Norden über die Knoten-Brücke, um dann in Donaueschingen Mitte zu wenden. Die Maßnahme am Allmendshofer Knoten soll vor den Sommerferien beendet sein, so Trenz. Für die Sanierungen im Norden ist eine zehnwöchige Bauzeit veranschlagt.

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