"Baloo" und "Mowgli" legen an diesem Tag jeweils rund 18 Kilometer zurück. Die beiden Jagdhelfer, Bayerische Gebirgsschweißhunde, sind unverzichtbar. Sie sind fleißig unterwegs, stöbern durchs Dickicht, immer in Aktion und immer auf der Spur von Rehwild, Wildschweinen oder Sika-Wild, einer vor hundert Jahren ausgesetzten japanischen Hirschart: Auch auf den beiden rund 500 Hektar großen Fürstlich Fürstenbergischen Forstrevieren am Ostabhang der Länge sind sie zahlreich unterwegs.

Bevor die Büchsen gespannt werden: Jens Borchers (rechts), Betriebsleiter von Fürstenberg-Forst und verantwortlicher Jagdleiter bei seiner Ansprache an der Kohlplatzhütte in Aulfingen, vor dem Beginn der revierübergreifenden Drückjagd.
Bevor die Büchsen gespannt werden: Jens Borchers (rechts), Betriebsleiter von Fürstenberg-Forst und verantwortlicher Jagdleiter bei seiner Ansprache an der Kohlplatzhütte in Aulfingen, vor dem Beginn der revierübergreifenden Drückjagd. | Bild: Manfred Beathalter

Es sind zwei von 14 Jagdrevieren, die sich auf dem 3100 Hektar umfassenden Waldgebiet zwischen Hondingen, Fürstenberg, Neudingen und Kirchen-Hausen befinden. Einen Tag lang war die Länge im Visier von 250 Jägern, die auf Rehe, Sikawild oder Schwarzwild anlegten. Sie setzten ihre Schüsse, wenn das Wild vor den Hochsitzen auftauchte und sicher zu treffen war.

Bevor es losgeht mit der Jagd: Informationen von Felix Schuler, dem Leiter des Fürstlichen Forstreviers Amtenhausen (rechts) für einen Schweizer Jagdpartner.
Bevor es losgeht mit der Jagd: Informationen von Felix Schuler, dem Leiter des Fürstlichen Forstreviers Amtenhausen (rechts) für einen Schweizer Jagdpartner.

Zu den Jägern gehört auch Jens Borchers, der Fürstenberg-Forst-Betriebsleiter und verantwortliche Jagdleiter. Viel Geduld ist erforderlich. Kein Lärm, kein lautes Wort, keine hastigen Bewegungen: Borchers schießt ein einziges Mal, eine Reh-Geiß ist tödlich getroffen: "Waidmannsheil" für den Forstdirektor. Er ist davon überzeugt, dass Rehe in zu großer Zahl erhebliche Schäden in den Wäldern hinterlassen und zu viele Sämlinge wegfressen. Dem müsse man Einhalt gebieten. Umso mehr freut er sich, dass die erste revierübergreifende Drückjagd in gemeinsamer Regie von Fürstenberg-Forst und Kreisforstamt Schwarzwald-Baar in die Tat umgesetzt werden konnte, ein Pilotprojekt mit dem Ziel einer effektiven Bejagung.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Jagdleiter begrüßt an diesem Morgen gut 30 Schützen an der Kohlplatzhütte bei Aulfingen. Mit dabei sind ein Dutzend Treiber aus der Region und eine ganze Reihe Jäger aus dem Schweizer Kanton Glarus, zwischen Zürich und Chur. Felix Schuler, der für das FF-Forstrevier Amtenhausen zuständig ist, hat im Vorfeld eine Menge Organisationsarbeit geleistet. Jetzt überprüft er die Gültigkeit der Jagdscheine, teilt Schützen in Gruppen auf, weist Treiber und Jäger in ihre Aufgaben ein, bevor sie sich auf den Weg zu ihren Ansitzen machen. Es kann losgehen.

Angelegt: Jens Borchers mit seinem Jagdgewehr auf dem Hochsitz. Vor ihm eine Fläche, die im Frühjahr der Sturm Burglind "abgeräumt" hat und nun vor zusätzlichem Wildverbiss geschützt werden muss.
Angelegt: Jens Borchers mit seinem Jagdgewehr auf dem Hochsitz. Vor ihm eine Fläche, die im Frühjahr der Sturm Burglind "abgeräumt" hat und nun vor zusätzlichem Wildverbiss geschützt werden muss.

Jens Borchers legt Wert darauf, dass das Wild "anständig und waidgerecht" zu bejagen ist: "Ein sicherer Schuss ist wichtig", sagt er "schießen Sie nur, wenn Reh und Sika verharren, also alle vier Schalen am Boden haben." Nach Möglichkeit sollte dies auch für die Wildschweine gelten. "Schwarzwild ist in aller Munde", sagt Borchers, "aber wir wollen es auch fair bejagen". Die Nachsuche von verletzten Tieren solle möglichst vermieden werden, gibt er den Jägern mit auf den Weg. Und Borchers weist auf die Sicherheit hin: Da die Gewehrkugeln bis zu 3000 Meter fliegen können, dürfen keine flachen Schüsse abgegeben werden. Ein Schuss sei nur erlaubt, wenn ein "Kugelfang aus gewachsener Erde" vorhanden sei.

Das könnte Sie auch interessieren

 

Am Ende des Jagdtages sind die Jäger dann doch ein bisschen enttäuscht: Zwei Sauen und zwei Rehe, "wir hatten uns mehr erhofft", ist zu hören. Das geht heute auch anderen Revieren auf der Länge so. Insgesamt aber wurden von allen Jägern 30 Sikas, 24 Sauen, zehn Rehe und sechs Füchse erlegt. Das sei doch ein sehr gutes Ergebnis, zumal für die Premiere, freut sich Borchers. Felix Schuler ist ebenfalls zufrieden: Er lobt die gute Zusammenarbeit und ist froh, dass nichts passiert ist. Jäger, Treiber und Hunde kamen wohlbehalten zurück. Und die Statistik auf den beiden FF-Jagden könne sich sehen lassen: Mit 37 Schüssen wurden 25 Tiere erlegt.

Sie sind seit Jahren mit dabei: die Schweizer Jäger aus dem Kanton Glarus, Ernst Landolt, Aldo Fanchini und Katharina Landolt, werden von Jens Borchers (Zweiter von rechts) in ihre Ansitze eingewiesen.
Sie sind seit Jahren mit dabei: die Schweizer Jäger aus dem Kanton Glarus, Ernst Landolt, Aldo Fanchini und Katharina Landolt, werden von Jens Borchers (Zweiter von rechts) in ihre Ansitze eingewiesen.

Jens Borchers freut sich auf seinem Hochsitz außerdem über zwei Füchse, die über die Windwurffläche vor ihm laufen. Und erlebt, wie außerhalb seines Schussfelds eine Sau einen Hund verjagt. "Verkehrte Welt: Das sieht man auch nicht alle Tage."

Das könnte Sie auch interessieren