Andreas Scheu ist ein strebsamer junger Mann. Seine berufliche Zukunft hat der 23-jährige Wolterdinger im Blick. Aber auch, direkt vor der Haustür an der Hauptstraße, ein riesengroßes Zeugnis seiner Tüchtigkeit. An einem maibaum-großen Baum baumelt ein Schild. Gratuliert wird dem frischgebackenen Landmaschinenmechanikermeister. Und damit das Schild nicht flattert, hängen noch ein paar Werkzeuge dran. „Den Meisterbaum habe ich mir gewünscht“, erzählt Scheu ganz stolz.

Der Meisterbaum an der Hauptstraße
Der Meisterbaum an der Hauptstraße | Bild: Wursthorn, Jens

Mithilfe seines früheren Schulkameraden von der Eichendorf-Werkrealschule, Christian Berle, seines zwei Jahre älteren Bruders Stefan und seines früheren Arbeitskollegen Florian Zimmermann aus Tannheim wuchs der Baum am vergangenen Donnerstag in die Höhe.

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Gelernt und die ersten Gesellenjahre verbracht hat Scheu bei der Firma Knoblauch in Immendingen. Künftig leitet er bei Agrom Agrartechnik in Kirchen-Hausen die Werkstatt. Das vergangene Schuljahr verbrachte Scheu im Wesentlichen in Breisach. Dort besuchte er die Meisterschule. Sichtlich mit großem Erfolg: Als Klassenbester hat er die Meisterprüfung abgelegt. Nach der befristeten Rückkehr auf die Schulbank gehe es nun wieder ans Geldverdienen, freut sich der junge Meister. Auch wenn er vor dem Meisterjahr ein bisschen gespart hat. Wünsche oder größere Anschaffungen mit dem nun wieder regelmäßigen Einkommen? Fehlanzeige. Andreas Scheu hat Freude an seinem Meisterbaum.

Oskar ist da. Der Durchgangsverkehr erfährt das via Baumfunk.
Oskar ist da. Der Durchgangsverkehr erfährt das via Baumfunk. | Bild: Wursthorn, Jens

Auch wenn‘s wohl nicht das erste Bäumchen dieser Art am Wolterdinger Straßenrand ist: Alt-Ortsvorsteher Reinhard Müller ist stolz darauf, dass ein junger Mann aus dem Dorf so was Tolles geschafft hat. Und offenbar sind Mitteilungen dieser Art ein bisschen Brauch in Wolterdingen. Fährt man weiter in Richtung Donaueschingen weiter und am Rathaus um die Kurve, wartet der nächste Baum der Freude. Oskar ist am 3. Juni auf die Welt gekommen, lässt sich in luftiger Höhe lesen. Vielleicht wird ja auch er ein Meister.

Noch ein Freuden-Baum: Geburtsanzeige in der Nähe der Bregbrücke.
Noch ein Freuden-Baum: Geburtsanzeige in der Nähe der Bregbrücke. | Bild: Wursthorn, Jens

Freuen dürfen sich die Baumsteller auch über die rechtliche Komponete ihrer imposanten Werke. Sie dürfen, so die Kurzfassung einer Antwort der Stadtverwaltung, ohne Beanstandung stehen bleiben. Innerhalb einer Ortsdurchfahrt gelten laut Verkehrsbehörde ohnehin keine Anbaubeschränkungen. Schutzzweck ist allein das öffentliche Interesse am Verkehrsweg. Das sei uneingeschränkt gewährleistet. Sichtbedingte Einschränkungen gäbe es allenfalls bei Einmündungen und Kreuzungen. Was an der Wolterdinger Durchfahrtsstraße ja nicht der Fall ist.

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