Den ersten Kontakt zu Donaueschingen hatte Andreas Merkle als kleiner Junge. Denn sein Vater war Gewichtheber und da stand der eine oder andere Besuch in der Stadt an. Auch als Bürgermeister der 1900-Einwohner-Gemeinde Gutenzell-Hürbel war Merkle schon in Donaueschingen. "Mittlerweile kenne ich die Stadt aber schon wesentlich besser. Donaueschingen ist eine schöne Stadt mit einer großen Entwicklungsmöglichkeit", sagt der 47-Jährige, der sich als Nachfolger von Bürgermeister Bernhard Kaiser beworben hat.

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Bereits Erfahrung als Bürgermeister

16 Jahre lang war Merkle Bürgermeister von Gutenzell-Hürbel im oberschwäbischen Landkreis Biberach. Bis 2015, als er für eine dritte Amtszeit kandidiert hat und nicht wiedergewählt wurde. Der Grund: Merkle hatte die Grundschule in Hürbel schließen müssen. "Es war eine alte Thematik aus den 1980er Jahren", erklärt der Diplom-Verwaltungswirt. Denn mit der Gemeindereform in den 1970er Jahren waren Gutenzell und Hürbel zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammengeschlossen worden. Durchaus könne er verstehen, dass ihm diese Entscheidung übel genommen worden ist, auch wenn es die richtige Entscheidung gewesen wäre.

Wieso nicht wiedergewählt?

Zweimal kandidiert er gleich im Anschluss: "Ich dachte damals, das kann doch nicht wahr sein." Die erste Kandidatur war nur zwei Wochen nach seiner Abwahl. Doch in Öpfingen im Alb-Donau-Kreis und in Eberstadt im Landkreis Heilbronn, wo Merkle im Oktober 2015 angetreten hat, wurde es nichts mit dem Einzug ins Rathaus. Anstatt um thematische Schwerpunkte sei es in beiden Wahlkämpfen immer nur um eine Frage gegangen: Wieso ist der Kandidat in Gutenzell-Hürbel nicht wiedergewählt worden?

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Viel Erfahrung gesammelt

Mit der Erhebung von Laupheim zur Großen Kreisstadt bot sich Andreas Merkle dann eine neue berufliche Herausforderung, denn dort musste eine Innenrevision aufgebaut werden. Diesen Prozess hat Merkle als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes gesteuert. Erst etwas skeptisch, ob er die Erfahrung hat, bemerkte er schnell: In Gutenzell-Hürbel hatte er reichlich Erfahrung gesammelt, um die neue Herausforderung zu meistern. "Es gab ganz wenig, was ich in Gutenzell-Hürbel nicht gemacht habe", so der Bürgermeisterkandidat. So hatte er beispielsweise im ersten Jahr den Haushalt komplett alleine aufgestellt, da es keinen Kämmerer gab. Auch Anträge auf Förderung, Vergaben, Bebauungspläne und Ähnliches gingen in dem kleinen Rathaus komplett über seinen Tisch. So könne er andere bestens mit seinem Wissen beraten. Ähnlich sieht es im Bereich Bauen aus. Sobald es etwas heikler wurde, ging es in Gutenzell-Hürbel über seinen Tisch. "So lernt man natürlich im Laufe der Jahre das Baurecht bestens kennen", erklärt der 47-Jährige, der verheiratet ist und zwei Töchter im Alter von zehn und acht Jahren hat.

Erneut an die Hochschule

Doch der Terminkalender bot als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes noch reichlich Platz an. Denn als Bürgermeister hatte Merkle etliche Termin, nun einen Acht-Stunden-Tag. Nach seiner Abwahl hatte sich Merkle nicht nur im kommunalen, sondern auch im sozialen Bereich umgeschaut. Denn der Glaube spielt bei Merkle eine große Rolle und er engagiert sich auch im kirchlichen Bereich. Bei seinen Recherchen stieß er auf einen Studiengang, der ihn interessierte. So entschied er sich, an der Hochschule Ravensburg-Weingarten zu einem berufsbegleitenden Studium im Bereich Management in Gesundheits- und Sozialwesen. Mit einer Abschlussnote von 1,6 erreichte er im Oktober 2018 den des akademischen Grades eines Master of Business Administration (MBA).

Und warum will Merkle nun Bürgermeister in Donaueschingen werden?

"Mit meiner Erfahrung habe ich für jeden Punkt der Stellenausschreibung etwas anzubieten", sagt der 47-Jährige. Er bringe die richtigen Voraussetzungen und das Fachwissen mit. Als Bürgermeister habe er die Grundlagen gelernt und als Leiter des Rechnungsprüfungsamt auch das Arbeiten in einer Großen Kreisstadt. Er könne Probleme lösen und Mitarbeiter dort abholen, wo sie stehen. "Ich rede mit den Mitarbeitern. Das ist äußerst wichtig und das habe ich schon immer so gemacht."

Im Falle einer Wahl stünde selbstverständlich der Umzug an. Und das nicht nur, weil die 150-Kilometer-Strecke zu weit zum Pendeln wäre. "Mit so einem Amt muss man auch vor Ort wohnen."

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