An Heiligabend feiert Pierre Soulages seinen 100. Geburtstag. Der Louvre in Paris nimmt dieses Ereignis zum Anlass, dem Grandseigneur der abstrakten Kunst bis Anfang März eine große Retrospektive zu widmen. Arbeiten von Pierre Soulages befinden sich in mehr als 300 Museumssammlungen.
Die größte Dauerinstallation seiner Werke außerhalb Frankreichs befindet sich jedoch ganz nah, nämlich im Museum Art-Plus in Donaueschingen.

Blick in den Soulages-Raum im Museum Art-Plus.
Blick in den Soulages-Raum im Museum Art-Plus. | Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2018 & Museum Art.Plus/Art.Plus Foundation

Seit 2018 zeigt das Kunsthaus an der Brigach dauerhaft neun großformatige Arbeiten des Künstlers in seinem modernen Anbau. Es sind Werke seiner aktuellen Schaffensperiode, sogenannte „Outrenoirs“. Die monochrom schwarzen Gemälde, die seit 1979 entstehen, bestechen durch eine unglaubliche Ausdruckskraft, Tiefe und Eleganz. Die pastosen, teils matten, teils schwarz-glänzenden Oberflächen werden durch tiefe Furchen und Kerben strukturiert, wodurch sie in einen spannenden Dialog mit dem einfallenden Licht treten.

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Der Ort, an dem sie präsentiert werden, ist wie geschaffen für die Arbeiten. Dezent heben sie sich vom Grau des Sichtbetons ab, bilden eine Einheit mit ihrer Umgebung und verleihen dem Saal nahezu den Charakter eines Andachtsraumes. Das Tageslicht dringt durch das ganzflächige Oberlicht hinein und lässt die schwarzen Gemälde im Tagesverlauf unentwegt in einem anderen Licht erscheinen.

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Von Minute zu Minute verändern sie sich. Der Beschauer kann den Prozess abkürzen, indem er um die Arbeiten herumschreitet und sie aus allen Perspektiven betrachtet. Die kleinste Bewegung kann den optischen Eindruck umkehren – ein wahrlich faszinierendes Schauspiel. Wer sich Soulages‘ Bildern auf diese Weise nähert, der erkennt, warum für den Künstler Schwarz eine Farbe des Lichts ist.

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Soulages‘ Faszination für die Farbe Schwarz reicht zurück bis in seine Kindheit. Schon als Schüler malte er Schnee mit schwarzer Tinte. Die nicht eingeschwärzten weißen Flächen des Papiers begannen durch das dunkle Umfeld zu strahlen. Diese Erfahrung hat ihn bis heute nicht losgelassen und treibt ihn unentwegt an. Malen bedeutet für ihn Leben, und so arbeitet er noch immer annähernd täglich in seinem Atelier.