Der Fürstenberg Brauerei ist nachträglich die Prämierung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für das Jahr 2019 aberkannt worden. Das bestätigte die DLG auf SÜDKURIER-Anfrage. „Der Grund liegt in einem nachträglichen Verstoß gegen die DLG-Prüfbestimmungen“, erklärt DLG-Pressesprecher Guido Oppenhäuser. Konkret gehe es in diesem Fall um jene Punkte, unter denen die Anforderungen an die produktspezifische Entnahme und Abrufbestimmungen geregelt seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Das sagt die Brauerei

„Im Abgabeprozess zur DLG-Prämierung kam es zu einem Verstoß gegen die DLG-Regularien. Die Stichprobenziehung der Biere hat nicht der Prüf- und Zertifizierungsverordnung entsprochen“, sagt Ilona Zimmermann, Sprecherin der Fürstenberg Brauerei. Sie ergänzt: „Dies bedauern wir sehr. Die DLG-Medaillen wurden uns folglich aberkannt.“ Zimmermann betont, dass Kunden und Verbraucher allerdings unabhängig von Medaillen darauf vertrauen können, „dass die Qualität unserer Biere immer gleichbleibend hoch war und ist“. So habe die DLG nochmals getestet und das bestätigt, ebenso wie weitere unabhängige Institute, die von der Brauerei mit Qualitätskontrollen der Biere beauftragt werden.

Wie arbeitet die DLG?

Die DLG zeichnet regelmäßig Lebensmittel mit verschiedenen Klassifizierungen aus: Gold, Silber und Bronze. Alle ausgezeichneten Produkte müssen, soweit es im Prüfrahmen vorgesehen ist, eine sensorische Analyse, Labortests sowie eine Zubereitungs-, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfung bestehen. Über eine Prämierung in Gold, Silber oder Bronze entscheidet die erreichte Punktzahl.

Was wird geprüft?

Die Prüfungen finden jährlich statt. Dabei geht es hauptsächlich um Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack der Lebensmittel. Weitere wichtige Testkriterien sind Zubereitungsprüfungen, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen sowie chemische, mikrobiologische und physikalische Analysen. Die Teilnahme an den DLG-Qualitätsprüfungen ist für alle Lebensmittelproduzenten freiwillig. Die Hersteller erhalten für alle Produkte einen Prüfbefund, dem Hinweise zu entnehmen sind, wie aufgeführte Fehler oder Mängel behoben werden können. Die Teilnahme an den Tests ist für Unternehmen nicht verpflichtend, sondern erfolgt freiwillig.

Kritik an Medaillen

Nicht in die Bewertung kommen dabei allerdings die Inhaltsstoffe der Lebensmittel. Was zählt, sind sensorische Aspekte. In diese Richtung zielen auch die Kritiker. Sie bemängeln, dass es für den Verbraucher nur einen relativ geringen Informationswert gebe, da Geschmack bekanntlich subjektiv sei. Ein Fernsehmagazin erreichte so mit einer Wurst, nur zu neun Prozent aus Fleisch, eine DLG-Silbermedaille.