Einen beeindruckenden zweiten Platz hat sich Tom Rottler aus Aasen beim diesjährigen Wettbewerb der Europa Miniköche erkocht. Die Preisverleihung im Hotel "Maritim" in Berlin war der große Höhepunkt dieses Ereignisses für den 13-jährigen Realschüler.

Seit über zwei Jahren ist Tom Rottler schon mit den Miniköchen unterwegs, hat das klassische Kochen spielerisch und systematisch gelernt, ist bereits Pate einer Minikochgruppe und lässt sich jetzt zum Ernährungscoach ausbilden. Für die Teilnahme am Wettbewerb "Der Goldene Minikoch" hatte Tom sich mit seinem Bauwagen-Menü beworben und gehörte zu den 15 ausgewählten Teilnehmern.

Das Vier-Gänge-Menü plus Dessert für vier Personen ist eine für einen 13-Jährigen außergewöhnliche Leistung. Dazu muss nicht nur die Speisenfolge entworfen und gekocht werden. Die Zutaten müssen eingekauft, die Kosten kalkuliert und eine Vollkostenrechnung erstellt werden. Der Titel Bauwagen-Menü hängt mit dem Bauwagen zusammen, den Toms Großvater zu einer Gaststube ausgebaut hat, in dem Tom mit seiner Familie und Freunden am gemütlichen Tisch immer mal wieder Selbstgekochtes genießt. In einem Fotobuch ist das alles dokumentiert.

Die 15 goldenen Miniköche 2017 bei der Preisverleihung in Berlin. Tom Rottler aus Aasen (Mitte hinten) freut sich über den zweiten Platz in diesem außergewöhnlichen Wettbewerb.<sup></sup>Bilder: privat
Die 15 goldenen Miniköche 2017 bei der Preisverleihung in Berlin. Tom Rottler aus Aasen (Mitte hinten) freut sich über den zweiten Platz in diesem außergewöhnlichen Wettbewerb.Bilder: privat

Diese Präsentation hat die Auswahljury offensichtlich beeindruckt. Unter 50 Bewerbern kam Tom unter die 15 Ausgewählten für das Finale am 27. Oktober in Berlin, wo die Verleihung des Preises der "Goldene Minikoch 2017" stattfand. Zur Jury gehörten dort unter anderem die Mainauer Gräfin Bettina Bernadotte und der Sternekoch Harald Wohlfahrt.

Schon die Nominierung zu diesem Wettbewerb "ist ein Ritterschlag" für die jungen Bewerber, heißt es unter Fachleuten. Jeder der 15 Nominierten durfte dazu drei Personen seiner Wahl mitbringen. Tom wurde von Mutter Sabine, Vater Ralf und Großvater Walter Rottler nach Berlin begleitet.

Toms Bauwagen-Menü fand so viel Anklang, dass zwei Gänge daraus, die Avocado-Lachs-Tatar-Vorspeise und der Hauptgang Saltimbocca vom Kalb auf Bandnudeln mit grünem Spargel und Marsalajus, ins Festmenü zur Preisverleihung im Hotel "Maritim" aufgenommen. Auch der zweite Platz dieses Wettbewerbs ging damit an den jungen Aasener Hobbykoch.

Üppig belohnt wurden die Plätze 2 bis 5 mit Sachpreisen im Wert von 1000 Euro. Für Tom Rottler ist das ein Messerkoffer mit einem Dutzend professionellen Schneidwerkzeugen. Zudem nahmen sich die Rottlers noch drei Tage Zeit, um mit Tom Berlin zu erleben. Die Mauer, der Reichstag, die vielen Graffitis, Geschichte und Kultur aber auch die sichtbare Armut in dieser Stadt haben Tom beeindruckt.

Noch einmal aufregend wurde die Rückreise. Wegen der Orkan-Wetterlage fiel der Flug aus und man musste den Weg von der Bundeshauptstadt auf die Baar per Bahn bewältigen.

Nach diesen bewegenden Ereignissen genießt Tom die letzten Herbstferientage, bevor die Schule wieder losgeht. Zudem freut er sich auf den Ernährungscoach-Kurs und auf das Praktikum, zu dem ihn Ernst Fischer vom Tübinger Landgasthof eingeladen hat.

Aktion und Aussichten

  • Ziel der Aktion: Aus dem Ferienprogramm Bartholomä hat Jürgen Mädger aus Bartholomä das Minikochclub-Projekt "Europa Miniköche" entwickelt. Ziel des Projekts "Europa Miniköche" ist es, Kinder im Alter von zehn und elf Jahren für die Themen Gesundheit und richtige Ernährung in einer intakten Umwelt zu sensibilisieren. Dabei werden Berufsbilder des Gastgewerbes mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Umwelt verknüpft. Über zwei Jahre lernen die Kinder spielerisch ein verbessertes Ernährungsverhalten. Die Miniköche haben sich zu einem europaweiten Projekt entwickelt. Inzwischen gibt es Gruppen in Finnland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und überwiegend in Deutschland. Weitere Infos unter www.minikoeche.eu.
  • Gute Aussichten: Über die erfolgreiche Teilnahme an dem zweijährigen Seminar Europa Miniköche stellt die Industrie- und Handelskammer eine Urkunde aus, die Jugendlichen bei einer künftigen Bewerbung um eine Ausbildungsstelle im Gastronomiegewerbe Vorteile bieten kann. Im Blick auf den Fachkräftemangel im Gastronomiegewerbe laden verschiedene Gasthäuser in der Region und die Hotelfachschule die Miniköche immer wieder zum Probekochen ein. (ewk)