Für ein offenes und buntes Donaueschingen sind am gestrigen Sonntag die Leute auf die Straße gegangen. Dem maßgeblich vom SPD Ortsverbands Chef und Stadtrat Jens Reinbolz organisierten Demonstrationszug schlossen sich rund 400 Personen an.

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Und es wurde wahrlich bunt. Mit bunten Schirmen, Fahnen und Luftballons zog der Demonstrationszug vom Rathaus über die Karlstraße, an der Stadtkirche vorbei bis zum Lammplatz. „Mit solch einer Resonanz hätte ich nie gerechnet“, so Jens Reinbolz, der vielleicht mit 70 oder 80 Demonstranten gerechnet hatte. Zwar gab es im Vorfeld 170 Anmeldungen, „Aber wer dann schlussendlich kommt ist offen“, so der begeisterte SPD-Ortsverbandschef.

Eher in schwarz als bunt, die Antifa Bewegung die sich dem Demonstrationszug anschliesst. Auch sie demonstrieren friedlich. Bild: Roger Müller
Eher in schwarz als bunt, die Antifa Bewegung die sich dem Demonstrationszug anschliesst. Auch sie demonstrieren friedlich. Bild: Roger Müller

Vertreten waren Demonstranten aus dem ganzen Schwarzwald Baar Kreis, bis nach Freiburg und Konstanz. Kurz vor Beginn des Demonstrationszug traf dann die Antifa (Antifaschistische) Bewegung auf dem Rathausplatz ein. Überwiegend in schwarz gekleidet skandierten sie ihre Parolen lautstark gegen rechts, schlossen sich jedoch äußerst friedlich der Demonstration an. Mundschutz war gemäß der Corona-Hygienevorschriften nicht vorgeschrieben, aber dennoch trugen ihn alle während des Zuges durch die Straßen.

„Omas gegen rechts“ empfangen die Demosntranten am Lammplatz, und bekommen viel Beifall für ihr Engagement. Bild: Roger Müller
„Omas gegen rechts“ empfangen die Demosntranten am Lammplatz, und bekommen viel Beifall für ihr Engagement. Bild: Roger Müller

Anlass für die Aktion war zunächst ein geplantes Treffen der jungen Alternative Deutschlands in einem Donaueschinger Gastronomiebetrieb. Hier sollte der Rechtsaußen-Politiker Andreas Kalbitz der im Mai aus der AfD ausgeschlossen wurde, sprechen. Ebenso wie Reimond Hoffmann, Kreis- und Stadtrat aus Rottweil und einst Mitarbeiter von Björn Höcke und Jochen Lobstedt, Landesvorsitzender der Jungen Alternativen.

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Doch die Veranstaltung wurde abgesagt, und so entstand die Idee, die Demo in ein buntes und offenes Donaueschingen umfunktioniert. „Dennoch sollte es trotzdem noch ein Zeichen gegen Rechts sein, das jeder setzen kann“, so der Stadtrat. Und dieses Zeichen setzten dann am gestrigen Sonntag die Teilnehmer des Demonstrationszuges. Ende des Zugs war dann am Lammplatz, wo die „Omas gegen rechts“ schon mit Plakatwänden die Demonstranten erwarteten. Sie ernteten dafür großen Applaus der Menge. Ebenfalls mit von der Partie der Landtagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Tuttlingen Donaueschingen, Jens Metzger. Der 30-Jährige nutze die Gelegenheit mit einer Davinci-Brücken-Installation, um das Überbrücken der Risse in der Gesellschaft symbolisch darzustellen.

Landtagskandidat Jens Metzger aus Tuttlingen auf seiner Davinci Brücke, die symbolisch Risse in der Gesellschaft überbrücken soll. Bild: Roger Müller
Landtagskandidat Jens Metzger aus Tuttlingen auf seiner Davinci Brücke, die symbolisch Risse in der Gesellschaft überbrücken soll. Bild: Roger Müller

Danach wurde die Veranstaltung aufgelöst, und Jens Reinbolz durfte zunächst noch viele Glückwünsche für die gelungene Aktion der einzelnen Teilnehmer entgegen nehmen. Freuen darf sich auch das örtliche Gucklochkino Cine-Baar, es bekommt pro Demo-Teilnehmer einen Euro als Spende. Die rund 100 Antifa-Teilnehmer machten sich dann im Anschluss wieder unter laut skandierenden Parolen gegen rechts auf zum Bahnhof, wo sie sich mit dem Zug auf den Nachhause weg machten.