Tausende von Besuchern tauchten in den vergangenen drei Tagen ins Mittelalter ein und trugen dazu bei, dass sich das Fest zum 1200. Geburtstag der urkundlichen Ersterwähnung von Pfohren zu einem unvergesslichen Jubiläum entwickelte. Gaukler, Marktbeschicker, Handwerker, Mittelaltergruppen und die örtlichen Vereine belagerten das Feld um die historische Entenburg, die den mittelalterlichen Charakter des Festes zusätzlich steigerte. In der Nacht war die exquisit beleuchtete Entenburg von Weitem sichtbar.

Das Festgelände war unterteilt in Sehen, Erleben und Genießen entsprechend den Festbereichen Tavernen, Lagerleben und Marktgeschehen. In jedem Bereich trafen die Gäste auf zahlreiche Schmankerl und Besonderheiten. Zwei Bühnen gaben den unterschiedlichsten Spielleuten, Tänzern, Musikformationen und keltischen Modedesignern die Gelegenheit sich zu präsentieren.
 

  • Marktgeschehen: Der Umzug zu Beginn eines jeden Festtages führte direkt ins Marktgeschehen, in dem die Gäste die Chance bekamen, mittelalterliches Handwerk hautnah zu fühlen und zu erleben. So war es dort möglich, das erste mittelalterlich-orientalische Bad in der Historie des ersten Orts an der jungen Donau zu bestaunen und auszutesten. Die Gelegenheit, sich in einem der beiden Badezuber zu entspannen, nutzten viele, unter ihnen auch die FC-Aktiven und der Elferrat und die Schnuferzunft. Direkt aus Nagold waren Bernd Bohleber und sein Tross gekommen, der 80 Prozent seiner historischen Lederartikel selbst fertigt.
    „Die Stimmung ist fantastisch, die Organisatoren warten mit Eigenheiten auf, wie wir sie sonst nur selten antreffen“, lobte er in Bezug auf das Frühstück, das die Organisatoren den Festteilnehmern jeden Morgen anboten. Dankend nahm Franz Vollmer das Lob entgegen, der während den Festtagen den Ablauf koordinierte und als „Mädchen für alles“ und Ansprechpartner für die Marktbeschicker und Lagerteilnehmer vor Ort alle Hände voll zu tun hatte.
  • Lager: Live erlebten die Besucher das mittelalterliche Leben im Lager, das sich auf der imposanten Grünfläche hinter der Entenburg ausbreitete. Die „Leitwölfe“ präsentierten die Arten des Schwertkampfes, von denen die mittelalterliche Form als unerbittlichste wirkte. Deren Hauptmann „Wulfen von Lochenstein“ beschrieb stellvertretend für alle Lagerteilnehmer die Faszination, einer historischen Gruppe anzugehören, als ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Entspannung vom Alltag. Dazu gehört auch eine Ernährung, wie sie damals Gang und Gebe war. So gab es noch keine Kartoffeln, dafür jede Menge Gerichte mit Graupen, nennt er einen Unterschied. Auch das Programm im Lager bot für alle Generationen etwas. Einer, der über das Land zog und die Menschen mit seinem Mäuseroulette in Scharen anlockte, war „Markus der Mäusegaukler“. Der Mediengestalter aus „Maushausen“ war durch einen Bandscheibenvorfall gezwungen, etwas Neues zu machen, entdeckte das Mittelalter für sich, das ihn fortan nicht mehr losließ. Interessiert verfolgen die Besucher mit, wie ein Kettenhemd Stück für Stück entsteht. Im Endergebnis nach einem Jahr Arbeit zählt es ungefähr 22 000 Kettenringe und wiegt zehn bis zwölf Kilogramm. Im Lager der Brigachtaler Ententümmler gab es unter anderem die unterschiedlichen Arten des Webens zu bestaunen. Auch dieses Handwerk erfordert monatelange Fronarbeit bis zum fertigen Endergebnis.
  • Taverne: Liebevoll hatten sich die Pfohremer Vereine mit dem Thema Mittelalter auseinandergesetzt. So sprachen die Namen ihrer Stände bereits für sich – „Zur holden Maid“, „Schänke zum runden Leder“ oder „Amigos des Motorismo“ war an den Hütten, die einige vom Donauquellfest her erkannt haben dürften, zu lesen.
  • Showprogramm: Lang anhaltenden Jubel und Beifall gab es auch für das Showprogramm auf den Festbühnen. Die Rockband von Metusa rockte am Samstagabend während mehreren Stunden das mittelalterliche Festgelände. Dichtes Gedränge gab es auch während den Feuershows des Mittelaltervereins „Castra Vita“, der an beiden Abenden die Stimmung mit seinen Feuershows anheizte. Mit originellen Ideen und einem variantenreichen kulinarischen Angebot präsentierten sich die Vereine, die einen immensen Zulauf verzeichneten.
  • Neuentdeckung: Auf der kleinen Bühne bezauberte das Quartett von „Minne Pack“ in der Besetzung Dirk Fricker, Thomas Bührig, Tamara Fricker und Günter Draxler mit seinem Minnegesang dermaßen, dass das Publikum sie kaum von der Bühne lassen wollte. Mehr noch: Die Vier haben bereits erste CD-Anfragen bekommen. Gleichzeitig lieferten die Vier den Beweis, dass es nicht immer eingekaufte Künstler braucht – denn es standen gleich drei Pfohrener auf der Bühne.
  • Mittelalterrock: In Text und Musik präsentierte die Band „Metusa“ die harte Seite des Rock und rüttelte mit ihren Texten die Fans auf. Die Begeisterung kannte keine Grenzen.
  • Dauereinsatz: Das Organisationsteam war in seinen grasgrünen T-Shirts weithin sichtbar und hatte während dem kompletten Fest kaum eine ruhige Minute. Doch der Einsatz machte sich bezahlt. In akribischer Feinarbeit war das Fest im Vorfeld geplant worden. Dabei galt es auch viele kleine Details zu regeln, die die Besucher nicht bewusst wahrnahmen. Lob gab es dann während der Veranstaltung von allen Seiten: Einfach beeindruckend, was die Pfohremer da wieder gemeinsam auf die Beine gestellt haben.