Krachender Sound, PS-starker Motor und schnittiges Design – Volker Sichler macht aus Motorrädern von der Stange einzigartige Unikate. Öl, Ruß, Benzin-Geruch? In seiner Werkstatt: Fehlanzeige. Fein-säuberlich hängen Schraubenzieher an den Wänden. In den Regalen aus Stahl, die die Werkstatt wie Raumtrenner in vier Bereiche gliedern, liegen Ersatzteile, Sitzpolster und Reifen.

Nicht überladen, sondern mit System geordnet. Der Raum ähnelt einem Motorrad-Museum, das vor kurzem geöffnet hat. Als Volker Sichler auf seine saubere Schrauber-Halle angesprochen wird, muss er kurz lachen, zuckt mit den Schultern und meint: "Bei mir hat eben alles seinen Platz. Wenn ich nachts um zwei Uhr eine Idee habe, dann will ich nicht über irgendetwas stolpern. Ich brauche das so."

Bild: Sebastian Küster

"Wenn wir anfangen, nehmen wir das Motorrad komplett auseinander. Dann steht nur noch das Fahrwerk nackt da", sagt der gelernte Maschinenbauelektroniker. Im Anschluss rüstet Sichler beispielsweise Motoren um, verschweißt Auspuffanlagen, oder passt die Elektronik an die neue Ausstattung an. Sogar die Blech-Verkleidung der Motorräder kommt aus dem Keller von "Hollister's Motorcycles" – alles in Handarbeit versteht sich.

Video: Sebastian Küster

"Geht nicht, gibts nicht. Solange wir die Gesetze nicht überschreiten, können wir alles machen", sagt Volker Sichler, als er vor einem seiner Schätze steht und offene Kabel unter einer Blech-Verkleidung verstaut. Täglich schraubt er an den Motorrädern der Marke Victory oder Indian herum – beides namhafte Hersteller aus den Vereinigten Staaten.

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Der 52-Jährige orientiert sich bei seinen Motorrädern stets an den Wünschen seiner Kunden. Im Verkaufsraum, der an die Werkstatt angrenzt, führt er seine Werke vor. "Die Präsentation ist sehr entscheidend. Die Kunden müssen es sehen und anfassen", erklärt Sichler.

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Derzeit herrscht bei Volker Sichler große Reparatur-Flut. "Im Sommer kommen alle mit Kleinigkeiten, oder wenn etwas kaputt ist. Dafür sind wir natürlich auch da", sagt er. Ab Herbst stehen wieder "Custombikes", also nach Kundenwunsch gefertigte Motorräder, auf dem Programm. Dann muss Sichler auch in seinen Keller unterhalb der Werkstatt. Dort lagert der Schrauber Werkbänke und Maschinen, die er für seine Zweiräder braucht.

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Unter anderem formt er auch die Blech-Verkleidung selbst. Dafür benutzt er Schablonen, die er selbst angefertigt hat. Die Lackierung übernimmt eine Firma in der Schweiz.

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Im Sommer stehen kleinere Reparaturen im "Hollister's Motor-Cycles" auf dem Programm. Im Winter baut Volker Sichler dann die Maschinen um. "Gerade muss ich den Kunden oft sagen, dass sie im Herbst oder Winter ihr Motorrad herbringen sollen. Dann können sie sie zu Weihnachten abholen. Im Frühjahr geht es dann mit neuer Maschine auf die Straße", sagt Sichler.

Hollister Custom Bikes Dauchingen
Hollister Custom Bikes Dauchingen | Bild: Sebastian Küster